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Fähigkeit zum Wandel als  größter Vorteil

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria-Stange glaubt an die Elite der Dresdner Uni. Doch was bringt das dem Land und den Menschen hier? 

Sachens  Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange glaubt an die Dresdner Uni und ihren Elite-Status.
Sachens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange glaubt an die Dresdner Uni und ihren Elite-Status. ©  dpa/Arno Burgi

Frau Stange, wenn es am Freitag für die TU Dresden gut ausgeht, bekommt sie den Exzellenzstatus und damit zusätzlich wohl 12 bis 15 Millionen Euro - pro Jahr.  Wem außer der TU Dresden selbst nutzen diese vielen Millionen Euro, an denen sich auch der Freistaat beteiligt? Was hat der bisherige Elite-Status dem Land gebracht?

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Die Mittel nutzen nicht nur der TU Dresden, sondern auch ihren Kooperationspartnern, allen voran denen in Dresden-Concept, der sächsischen Wirtschaft, deren Unternehmen eng mit der TU Dresden kooperieren, dem Wissenschafts- und Innovationsstandort Sachsen durch den Input an Ausgründungen, Patenten und dem Wissens- und Technologietransfer ganz allgemein sowie der Zivilgesellschaft, denn die TU Dresden engagiert sich umfänglich in der Wissenschaftskommunikation und im Bürgerdialog. Die Leistungsfähigkeit der TU Dresden zieht jährlich herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Niveau-Stufen sowie Studierende aus der ganzen Welt nach Dresden. Die nationale und internationale Wahrnehmung der TU Dresden steigt seit Jahren kontinuierlich an und lenkt daher den Blick auf Sachsen als Ganzes. Jedem von uns hat der Exzellenz-Status zumindest mittelbar etwas Positives gebracht. Und die gelebte Internationalität an der TU Dresden und bei Dresden-Concept stehen für die neue Qualität des Freistaates Sachsen.

Viel Geld für eine Uni, dann bleibt weniger für all die anderen im Land?

Wir haben die Zeiten beendet, in denen die anderen Hochschulen den Stellenabbau für die TU Dresden mittragen mussten. Es werden keine Hochschulstellen mehr abgebaut. Und die Ko-Finanzierung des Freistaats im Rahmen der Exzellenzstrategie ist eine zusätzliche Finanzierung, die nicht bei den anderen Hochschulen oder Forschungsbudgets abgezweigt wird. Sollte die TU Dresden als Exzellenzuniversität ausgewählt werden, dann beträgt der Ko-Finanzierungsanteil 25 Prozent  der bewilligten Gesamtmittel für die TU Dresden. Das sind dann je nach Gesamtförderhöhe 3 bis 3,5 Millionen Euro jährlich. Mein Ministerium bemüht sich aber um die Förderung aller exzellenter Vorhaben. Wir haben deshalb dafür gesorgt, dass die auslaufenden oder nicht durch den Bund geförderten exzellenten Forschungscluster an den Unis in Leipzig, Chemnitz und Dresden mit landeseigenen Mitteln weiter gestärkt werden. Dann können sie sich für die nächste Wettbewerbsrunde in sieben Jahren stark aufstellen.

Welche Chancen geben Sie der TU Dresden in diesem Wettbewerb bei 11 aus 19? Rein rechnerisch, oder mehr, oder weniger?

Die TU Dresden hat alle Voraussetzungen übererfüllt und bei der Begehung der Exzellenzgutachter einen professionellen Eindruck hinterlassen. Sie hat ein sehr tragfähiges und reelles Zukunftskonzept und wird die in der bisherigen Exzellenzstrategie sehr anerkannten Stärken wieder einbringen. Ich sehe keinen Grund, warum die TU Dresden nicht erneut den Exzellenzstatus erhalten sollte.

Hat die Dresdner Uni  nicht von vornherein einen Ost-Bonus als einzige verbliebene in einem ostdeutschen Flächenland?

Die TU hat mit zwei eigenen und einem Verbundcluster die Voraussetzungen erfüllt, sich um die Förderung als Exzellenzuni zu bewerben. Allein ihre außerordentlich hohe wissenschaftliche und strukturelle Qualität zeichnet sie aus. Nur das darf in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren ohne Einmischung der Politik gelten. Einen Ost-Bonus benötigen wir nicht und den gibt es auch nicht. Das haben andere Standortentscheidungen der letzten Wochen gezeigt. Die Konkurrenz unter den besten Unis bundesweit ist enorm hart. Da zählt wirklich nur wissenschaftliche Exzellenz und dabei muss sich die TU Dresden nicht verstecken.

Was ist aus Ihrer Sicht der größte Vorteil, den die Dresdner Universität vorweisen kann?

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Der größte Vorteil  ist meiner Ansicht nach ihre Fähigkeit zum Wandel getragen vom Willen und vom Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Hochschule immer weiter voranzubringen, also der Spirit. Der TU Dresden wird attestiert hochdynamisch zu sein und somit ein Vorbild für andere deutsche Universitäten abzugeben. Aktuell sind fast alle unsere Lebensbereiche einem großen Wandel unterworfen oder Umbrüche kündigen sich an. Die TU Dresden und die Partner von Dresden-Concept gehen diesen Herausforderungen offen entgegen und fest entschlossen, Chancen zu nutzen und sich für die Menschen, nicht nur in Sachsen, sondern generell mit ihrer ganzen Exzellenz einzubringen.

Das Gespräch führte Stephan Schön.

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