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Die Wohnung ist ein geschützter Raum, Zufluchtsort, Projektionsfläche eigener Sehnsüchte und Träume. Beim Abriss wird all das kurz sichtbar.

Da hat der Bagger gerade erst angefangen, ein weiteres Hochhaus-Stück abzuknabbern.
Da hat der Bagger gerade erst angefangen, ein weiteres Hochhaus-Stück abzuknabbern. © Fotos: Archiv/ Schulz, Köhn, Hofmann, Kolodziej

Hoyerswerda. Ein jeder kann seine Mietwohnung so gestalten, wie er es gerne möchte, sofern er den Mietgegenstand nicht beschädigt. Geregelt ist das alles im Mietvertrag. Und im Allgemeinen gilt, dass diese persönlichen Veränderungen bei Auszug wieder professionell zu beseitigen sind. 

Darauf pochen die Großvermieter freilich nicht bei den Häusern, die für den Abriss vorgesehen sind. Und so zeigen sich bei den Entkernungsarbeiten oder dem eigentlichen Abriss die individuellen Vorlieben für Wandgestaltungen. Aktuell ist das gut beim Abbruch des Elfgeschossers in der Schweitzerstraße 23/24 zu beobachten.

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Tageblatt hat mal etwas im Archiv gekramt und weitere Bilder gefunden, die Zeugnisse der Vorlieben der jeweils letzten Mieter von Wohnungen in Hoyerswerda sind. Allerdings sah man in der Vergangenheit dabei oftmals nur Raufaser weiß oder vor knapp 20 Jahren gar abtapezierte Wände. Da war beim Auszug noch nicht klar gewesen, dass irgendwann der Abrissbagger kommen würde. Aber es gab eben auch durchaus solche Motive, wie die auf dieser Seite hier – wer immer einst dafür gesorgt hat. (US)

2000: Bei der Entkernung des Hochhauses Bautzener Allee 32 fand sich diese Dekoration eines Jugendzimmers.
2000: Bei der Entkernung des Hochhauses Bautzener Allee 32 fand sich diese Dekoration eines Jugendzimmers. © undefined
2004: Keine Gnade vor grünen Landschaften, hier in der Herderstraße 30-36.
2004: Keine Gnade vor grünen Landschaften, hier in der Herderstraße 30-36. © undefined
2009: In der Dürerstraße 1-8 wurde vor dem Abriss das Projekt Malplatte umgesetzt. Vergängliche Kunstwerke, die mit dem Abbruch verschwanden.
2009: In der Dürerstraße 1-8 wurde vor dem Abriss das Projekt Malplatte umgesetzt. Vergängliche Kunstwerke, die mit dem Abbruch verschwanden. © undefined
2010: Die Scharnhorststraße 7-17 unmittelbar vor dem Abriss. Der Playboy-Hase an der Wand dürfte von einem Mieter stammen.
2010: Die Scharnhorststraße 7-17 unmittelbar vor dem Abriss. Der Playboy-Hase an der Wand dürfte von einem Mieter stammen. © undefined
2013: Aus solchen individuellen Balkon-Bemalungen haben die Vermieter gelernt. So sah es einst in der Mann-Straße 1-6 aus. Jetzt hat er neue Balkons. Bemalen ist verboten.
2013: Aus solchen individuellen Balkon-Bemalungen haben die Vermieter gelernt. So sah es einst in der Mann-Straße 1-6 aus. Jetzt hat er neue Balkons. Bemalen ist verboten. © undefined
2013: Ein Dynamo-Fan lebte einst im Elfgeschosser Schweitzer-Straße 18/19.
2013: Ein Dynamo-Fan lebte einst im Elfgeschosser Schweitzer-Straße 18/19. © undefined
2019: Eine Wohnung in der Schweitzerstraße 23/24 hatte an einer Wand das Bild einer Saloon-Tür. Sieht man derzeit gut vom Lausitz-Tower aus.
2019: Eine Wohnung in der Schweitzerstraße 23/24 hatte an einer Wand das Bild einer Saloon-Tür. Sieht man derzeit gut vom Lausitz-Tower aus. © undefined

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