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Investor für Hänsch-Bau gefunden

Die Stadt wird eines ihrer Sorgenkinder los. In das markante Eckgebäude am Pirnaischen Platz kommen Wohnungen, Büros und Läden.

© Sven Ellger

Von Andreas Weller

In den Jahren 1959/1960 hat der mittlerweile verstorbene Architekt Wolfgang Hänsch das Gebäude an der Wilsdruffer Straße 3 errichtet. Jahrelang stehen fünf der acht Stockwerke leer, im Erdgeschoss gibt es noch Taschen und allerlei Ramsch zu kaufen, auch ganz oben sind noch Flächen vermietet. Schon lange zahlt die Stadt bei dem Gebäude drauf. Im Jahr 2013 lag das Minus zwischen den Mieteinnahmen und dem Unterhalt bei 16.431 Euro. Mehrere Ausschreibungen scheiterten, weil kein Interessent die geforderte Mindestsumme von 2,9 Millionen Euro zahlen wollte. „Die Ausschreibungen scheiterten am fehlenden zweiten Treppenhaus“, so Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU). Also dem fehlenden zweiten Rettungsweg. Auch die damals noch städtische Woba wollte es bereits 2004 nicht kaufen.

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Nun ließ die Stadt die Immobilie neu bewerten. Laut Ergebnis der Gutachter ist sie tatsächlich noch 1,7 Millionen Euro wert. Für diese Summe gab es nun zwei Interessenten. Die Hirmer Immobilien aus Andechs bot sogar 1,74 Millionen Euro, also etwas mehr. An sie soll nun verkauft werden. Damit will Hirmer das Carree Wilsdruffer Straße, Ringstraße und Gewandhausstraße komplett machen. Der Hänsch-Bau soll saniert werden. Für den unteren Bereich ist Handel vorgesehen, oben sind einige Büros, vor allem aber Wohnungen geplant. Der Investor will in das Haus 6,5 Millionen Euro stecken, zusätzlich zu den 1,74 Millionen Euro für den geplanten Kauf des Grundstücks.

Vorjohann rät dem Finanzausschuss, dem Verkauf zuzustimmen: „Die Verschlechterung des Zustandes des Gebäudes schreitet durch Havarien immer weiter voran und der Investitionsbedarf steigt ständig. Dieser liegt derzeit bei rund zwei Millionen Euro, vor allem wegen der überalterten Leitungen und Haustechnik, aber auch wegen der sanierungsbedürftigen Bausubstanz. Dadurch sei mit einer weiteren Wertminderung zu rechnen. Zudem muss der Investor für Wohnungen mehr investieren als für Büros. Die Mieteinnahmen für Wohnungen sind aber geringer. Deshalb ist für Vorjohann die gebotene Kaufsumme gerechtfertigt.

Allerdings muss die Stadt die Restitutionsansprüche der Alteigentümer übernehmen. Nach Abzug des Anteils, den der Bund übernimmt, belaufen sich diese auf 92.862 Euro. Dennoch, sagt Vorjohann, lohne sich aus Sicht der Stadt dieses Geschäft. Er rät, den Verkauf schnellstmöglich abzuwickeln. Am kommenden Dienstag könnte der Finanzausschuss den Verkauf beschließen. Wann Hirmer mit der Sanierung beginnt, ist noch unklar. Das Eckgebäude gilt als prägend für den Pirnaischen Platz.