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Italienisch wohnen am Tischerplatz

Das alte Gewerkschaftshaus in Pirnas Innenstadt verwandelt sich in einen Palazzo. Der trägt künftig einen außergewöhnlichen Namen.

So soll der „Palazzo di Finanza“ am Tischerplatz in Pirna einmal aussehen.
So soll der „Palazzo di Finanza“ am Tischerplatz in Pirna einmal aussehen. © Visualisierung: Schlossblick Pirna GmbH

Bauarbeiter sägen horizontal eine Fuge zwischen Sandsteinsockel und Ziegelmauer, es staubt gewaltig. Spezielle Keile halten den Spalt auf Maß, in den Zwischenraum schieben die Fachleute eine dicke Kunststofffolie. Die soll verhindern, dass Feuchtigkeit ins Mauerwerk aufsteigt.

Mit dem Schnitt ins Gestein hat jetzt die Sanierung des Hauptgebäudes auf dem Grundstück Tischerplatz 13 begonnen. Mit einem symbolischen Spatenstich starteten Mario Franceschi und Armin Schück vom Bauherrn, der Schlossblick Pirna GmbH, sowie der Pirnaer Architekt Uwe Seidel das wohl umfangreichste Projekt des rund sechs Millionen Euro teuren Bauvorhabens. Aus dem wuchtigen Gebäude mit italienischem Flair, früher einmal Pirnas Gewerkschaftshaus, soll ein Wohnhaus werden. Der außergewöhnliche Name, den das Haus fortan trägt, leitet sich aber von der Ursprungs-Historie ab. Errichtet wurde der Bau von 1837 bis 1838 als „Königlich Sächsisches Bezirksteuereinnahmegebäude“, so heißt es künftig „Palazzo di Finanza“. Der Titel erinnert auch an Franceschis italienische Wurzeln.

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Die Schlossblick Pirna GmbH hatte bereits Ende vergangenen Jahres begonnen, das Areal herzurichten. Arbeiter schachteten zunächst die Grube für die Tiefgarage aus, derzeit bauen sie die Schalung für das Mauerwerk des unterirdischen Parkdecks mit 14 Stellplätzen, daneben gibt es sieben Außenparkplätze. Auch die Straße, die vom Felsenkeller-Areal aufs Grundstück führt, ist bereits angelegt, lediglich der finale Belag fehlt noch. Tiefgarage und Zufahrt sollen im Mai fertig sein.

Unterdessen legen die Handwerker jetzt im Innern des großen Hauses los, kaum ein Stein bleibt auf dem anderen, fast alle Zwischenwände müssen raus, weil sich der Zuschnitt des Hauses komplett verändert. Auch das am Rand gelegene Treppenhaus muss weichen, es wird später in der Hausmitte neu errichtet, damit sich sämtliche Wohnungen zentral von dort aus erreichen lassen. Zusätzlich installieren die Fachleute einen Fahrstuhl, der vom Keller bis ins Dachgeschoss fährt.

Mit einem symbolischen Spatenstich starten Architekt Uwe Seidel sowie Mario Franceschi und Armin Schück von der Schlossblick Pirna GmbH am Freitag die Sanierung des Haupthauses.
Mit einem symbolischen Spatenstich starten Architekt Uwe Seidel sowie Mario Franceschi und Armin Schück von der Schlossblick Pirna GmbH am Freitag die Sanierung des Haupthauses. © Daniel Schäfer

1 500 Quadratmeter Wohnfläche, sagt Schlossblick-Geschäftsführer Franceschi, gibt es insgesamt im Haus, später aufgeteilt auf 16 Wohnungen. Es gibt die Quartiere mit zwei, drei und vier Zimmern, die Größen reichen von 58 bis 112 Quadratmeter. Alle Wohnungen sind inzwischen verkauft, etwa die Hälfte der Käufer wird die Domizile später selbst nutzen, sieben oder acht Quartiere werden als Mietwohnungen angeboten. Die ersten Mietinteressenten haben sich laut Franceschi schon vormerken lassen. Die Wohnungen sind mit Parkett und Fußbodenheizung ausgestattet, auf der Rückseite des Hauses bauen die Handwerker Balkone an, die Erdgeschosswohnungen haben jeweils einen kleinen Gartenbereich.

Bevor die Quartiere allerdings entstehen können, muss erst einmal kräftig entkernt werden, zwei Monate sind für diesen Innen-Rückbau eingeplant. Danach geht es mit dem Rohbau weiter, ehe sich die Handwerker in einem letzten Bauabschnitt einer Besonderheit widmen, die sich ein wenig im Schatten des Palazzo versteckt.

Hinter dem großen Gebäude steht das Kutscherhaus, früher einmal Herberge für Pferde und Durchreisende. Anders als sein mächtiger Nachbar stand es bis vor Kurzem nicht unter Denkmalschutz, Franceschi ließ es aber inzwischen auf die Denkmalliste setzen. Auch in der ehemaligen Reittier-Unterkunft wird künftig gewohnt. Die Planer entwarfen für das Kutscherhaus eine Art Doppelhaus, die eine Doppelhaushälfte hat sechs Zimmer, verteilt auf 150 Quadratmeter Wohnfläche, die andere fünf Räume, verteilt auf 130 Quadratmeter Wohnfläche. Die Gärten der beiden Häuschen liegen direkt über der Tiefgarage.

Läuft alles nach Plan, soll das Ensemble Tischerplatz 13 Ende März 2020 fertig saniert sein.

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