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Judoka finden Niedergurig klasse

Der Polizeisportclub Bautzen hat eine neue Trainingsstätte. Die wird fast jeden Tag genutzt. Und es gibt noch mehr Ideen.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Sophia Schütze und Tina Gabriel gehen auf die Matte. Die beiden Mädchen sind Mitglied des Polizeisportclubs Bautzen, deren Judoka seit Januar in der Sporthalle in Niedergurig ihr neues Trainingsdomizil hat. Obwohl derzeit Winterferien sind, kommen an diesem Tag viele Judoka nach Niedergurig. Trainer Martin Schmidt freut sich über die Resonanz. „Das meiste hat sich seit unserem Weggang aus Bautzen eingepegelt“, sagt Schmidt. Fahrgemeinschaften wurden gebildet, wodurch der Transport aus Bautzen oder anderen Orten gesichert ist. Und er lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Malschwitz. An diesem Tag jedoch freut er sich noch über etwas anderes. Denn Helmut Hille ist zu Gast.

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Hille arbeitet bei der Firma TTM, die seit viereinhalb Jahren auch eine Filiale in Bautzen betreibt. Hier gibt es unter anderem Bodenbeläge, Tapeten oder Farben. Dass Helmut Hille beim Polizeisportclub vorbeischaut, hat einen besonderen Grund. Denn die Firma sponsert die Bodenbeläge für die Umkleideräume, das Büro und einen Teil des Flurs für die Sportler. „Ich habe mir in dem Fachmarkt ein Angebot für unsere Räume machen lassen. Immerhin kostet das 3 900 Euro“, sagt Martin Schmidt. Und er wusste dann, das kann der Verein nicht bezahlen. Also hat Schmidt Kontakt zum Geschäftsführer von TTM aufgenommen. Der war von Anfang an nicht abgeneigt, hat sich alles angesehen, sich über den Verein informiert und entschieden, dass er als Sponsor auftreten wird.

Zum Training schaut sich Helmut Hille die Räume noch einmal an. Er weiß, dass der PSC nicht der einzige Verein ist, der Unterstützung durch seine Firma erhält. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hier sehr sozial gedacht wird“, sagt Hille. Er erzählt, dass er kurz nach seiner Bewerbung krank geworden ist. Doch der damalige Chef wollte nicht auf seine Erfahrungen verzichten. Hille war damals 57 Jahre und seit 1978 Parkettleger. Für ihn war die Filiale eine Chance, wieder in die Heimat zu kommen. Denn neun Jahre arbeitete er in München, weil er hier keine Arbeit fand.

Nun können also die Umkleideräume, getrennt für Mädchen und Jungen, das Büro und ein Teil des Flurs einen ordentlichen Belag bekommen. Während im größeren Raum für die Jungen der Fliesenfußboden nur gereinigt sowie eine Spezialgrundierung und Spachtelmasse aufgetragen wird, bevor ein neuer Belag reinkommt, muss bei den Mädchen der alte Belag grundlegend raus, damit der neue dann auch hält. Helmut Hille freut sich auf die Arbeiten, die wegen der Ferien jetzt erledigt werden. Für Martin Schmidt und die anderen Mitglieder des Polizeisportclubs ist die neue Halle in Niedergurig ein Gewinn. Vor allem, dass die Judomatten auf einer Fläche von 192 Quadratmetern liegen bleiben können, findet Schmidt gut. Veränderungen gibt es nur, wenn zum Beispiel der Rassegeflügelzuchtverein hier ausstellt.

Sich den Trainingszeiten angepasst haben auch die Frauen der Seniorengruppe des SV Niedergurig. „Sie trainieren jetzt gemeinsam mit den Frauen unseres Vereins“, sagt Martin Schmidt. Vielleicht gehen ja beide Gruppen einmal einen gemeinsamen Weg, hofft er. Und auch aus Großdubrau ist eine Frauengruppe jetzt in Niedergurig. Sie wollen beim Selbstverteidigungskurs mitmachen. Gefreut hat sich der Verein, dass es auch Anfragen aus den Asylbewerberheimen in Burk und Niedergurig gab. Aus Burk kommen derzeit sechs bis acht Jungs zwischen 14 und 16 Jahren. „Das funktioniert problemlos“, sagt Martin Schmidt. Insgesamt trainieren nun in Niedergurig rund 200 Judoka zwischen drei und 65 Jahren. Täglich ist hier ab etwa 16 Uhr Trainingsbetrieb. Die Judoka des PSC Bautzen wollen auch die eine oder andere Veranstaltung auf den Sportplatz nach Niedergurig holen. „Die Ideen sind vielseitig: Neben einem Sportfest, bei dem man das Deutsche Sportabzeichen ablegen kann, bis hin zu einem Judokampftag der Regionalliga Mitteldeutschland, scheint derzeit alles möglich. Sicher ist nur, dass es mit Sport zu tun haben wird“, sagt Schmidt.