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Der "Container" ist einzigartig

Mit 30.000 Euro Preisgeld wird das Vereinsgebäude des Oberseifersdorfer Jugendclubs saniert. Aber das Bauwerk ist mehr als nur ein Unikat.

Bürgermeister Markus Hallmann mit Jonas Volke und Florian Härtel (von links) am Jugendclub-Container in Oberseifersdorf.
Bürgermeister Markus Hallmann mit Jonas Volke und Florian Härtel (von links) am Jugendclub-Container in Oberseifersdorf. © Matthias Weber/photoweber.de

30.000 Euro für einen "Container", der viel mehr ist, als sein Name vermuten lässt. So viel Geld fließt jetzt in ein Bauwerk in Mittelherwigsdorfs Ortsteil Oberseifersdorf, dass eigentlich aus mehreren Container-Segmenten zusammengesetzt ist und schon 1995 ein Novum war. Wahrscheinlich wäre so ein Bau-Projekt heute gar nicht mehr möglich. "Die Container waren damals schon gebraucht und heute sind sie noch gebrauchter", sagt  Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein). 

Damals wie heute ist der "Container"aber unverzichtbar. Denn hier trifft sich seither  nicht nur die Jugend von Oberseifersdorf. Der Container ist quasi ein Ersatz vom 1990 abgebrannten Kretscham-Saal und Vereinshaus vom Jugend- & Kulturverein. Aber wie es dazu kam, ist schon einmalig.

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Die Anlieferung der Container-Segmente 1995.
Die Anlieferung der Container-Segmente 1995. © privat
Mit einem großen Kran wurden sie verladen.
Mit einem großen Kran wurden sie verladen. © privat
So sahen sie einzeln aus.
So sahen sie einzeln aus. © privat
Und so schon aneinander gereiht.
Und so schon aneinander gereiht. © privat
Das wohl letzte Segment.
Das wohl letzte Segment. © privat
So sieht der Jugendklub-Container in Oberseifersdorf heute aus.  
So sieht der Jugendklub-Container in Oberseifersdorf heute aus.   © Matthias Weber/photoweber.de
Auch hier muss dringend saniert werden.
Auch hier muss dringend saniert werden. © Matthias Weber/photoweber.de
Baujahr 1982 steht auf dem Herstellerschild des Containers.
Baujahr 1982 steht auf dem Herstellerschild des Containers. © Matthias Weber/photoweber.de

Weil der Jugendclub nur noch einen Bauwagen als Treffpunkt hatte, kaufte 1995 der damalige Bürgermeister Bernd Rößner für ein paar symbolische D-Mark in Mittelherwigsdorf zehn Container-Segmente, die ausrangiert worden waren. Mit Geschick und in mühevoller Arbeit sind diese zusammengebaut worden. Bis heute hat der "Container" wie das Bauwerk genannt wird, zig Veranstaltungen, Feten und Faschings-Saisons überstanden. In den etwa 180 Quadratmeter großen Bauwerk gibt es zwei Aufenthaltsräume, Tanzfläche, Barbereich, Küche und Sanitäreinrichtungen. 

Aber inzwischen ist alles noch mehr in die Jahre gekommen. Die Container-Segmente wurden schließlich mal in den 1980er Jahren gebaut. Und das sieht man ihnen an. Die acht Fenster, die Türen, der Fußboden und vieles mehr müssten unbedingt erneuert werden. Ein Neubau kommt aber nicht in Frage. "Die Kosten dafür würden im sechsstelligen Bereich liegen", berichtet der Bürgermeister. 

Erfolgreiche Projekt-Idee

Um dennoch eine Lösung zu finden, klügelte die Gemeinde Mittelherwigsdorf in Abstimmung mit dem Jugend- & Kulturverein Oberseifersdorf ein Projekt aus, mit dem sie beim Ideenwettbewerb des Sächsischen Mitmach-Fonds einen der Hauptpreise erhielten. 30.000 Euro gibt es hiervon für das Projekt "Sanierung des kulturellen Dorfmittelpunktes". 

Das Geld fließt zu 100 Prozent in den "Container". Dem haben kürzlich auch die Gemeinderäte zugestimmt. Das Projekt läuft unter der Regie der Gemeinde. Aber: "Wir wollen den Jugendverein nicht aus der Verantwortung ziehen. Es wird sehr viel Eigenleistung von den Jugendlichen nötig sein", sagt Markus Hallmann. 

Und die Jugendlichen um Vereinsvorsitzenden Jonas Volke und Florian Härtel rühren bereits kräftig die Werbetrommel bei potenziellen Sponsoren. Denn das Geld wird nicht für alles reichen, was gemacht werden soll. Deshalb haben sich die 43 Vereinsmitglieder auch schon einige Aktionen ausgedacht. 

Jugendliche wollen mit Aktionen Geld sammeln

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Weil das traditionelle Adlerschießen, dass der Verein immer im Ort ausrichtet, in diesem Jahr wegen Corona ausfallen muss, planen sie eine Mini-Ersatzlösung. Am 6. September soll es einen Frühschoppen auf dem Sportplatz geben. Dann wenigstens mit einem kleinen Kinder-Adlerschießen, schildert Florian Härtel. Etwas Geld wollen sie auch im September bei einer Kuchen-Fuhre durch den Ort einspielen. Und kräftig Anpacken, das Versprechen sie, werden sie mit Sicherheit.

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