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Junge Firma hilft bei filigranen Spezialarbeiten

Nach einem Jahr Selbstständigkeit blickt Kay Menzel zufrieden zurück. Ende 2007 machte er sich mit der Firma Schweiß-Technik Neugersdorf (STN) selbstständig. Er bietet präzises Schweißen an. Das wird...

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Von Romy Kühr

Nach einem Jahr Selbstständigkeit blickt Kay Menzel zufrieden zurück. Ende 2007 machte er sich mit der Firma Schweiß-Technik Neugersdorf (STN) selbstständig. Er bietet präzises Schweißen an. Das wird von namhaften Firmen wie MBN, ATN, dem Federnwerk Hesse, Metallwaren Kempe oder Küster Textilmaschinen in Anspruch genommen. „Für diese speziellen Sachen gibt es keine Maschine. Das ist Handarbeit, die nur der Mensch kann“, erzählt Kay Menzel. Viele große Firmen hätten keine Mitarbeiter, die dafür ausgebildet sind. Hinzu kommt die Anschaffung der speziellen Maschinen. So hat Kay Menzel im vergangenen Jahr viele Zuarbeiten für die Automobilindustrie geleistet. Zum Beispiel gibt es in jedem Fahrzeug Sicherungsringe, die aus extrem dünnem Draht hergestellt werden. Dieser muss exakt verschweißt werden, ohne dass die kleinste Erhebung an der Nahtstelle bleibt. Für solche filigranen Arbeiten fertigt Kay Menzel selbst die Werkzeuge an, die er benötigt. Und zwar für jeden Auftrag individuell.

Weil er auch im Werkzeugbau firm ist, erledigt er für Firmen Reparaturen an deren Maschinen. „Geht nicht, gibt‘s nicht“ scheint sein Motto zu sein. „Wir hatten schon die kuriosesten Dinge und haben alles hingekriegt.“ Einem Gastwirt war zum Beispiel ein uraltes Teil im Wasserboiler aus DDR-Zeiten kaputt gegangen. Ein Ersatzteil hatte er, konnte es aber nicht installieren, weil das Teil so fest im Boiler verbaut war. Mit Spezialtechnik löste Kay Menzel das Problem. Auch als in einem Sägewerk eine Welle brach, konnte er kurzfristig helfen. „Ersatzteile sind nicht so schnell zu beschaffen, und eine Reparatur ist meistens billiger“, sagt er. Dank seinem Tüftlergeist heimste Menzel auch seinen allerersten Auftrag ein. Sein ehemaliger Arbeitgeber, die Federnfabrik Hesse, hatte einen Großauftrag, bei dem filigrane Teile geschweißt werden mussten. „Der Chef fragte mich, ob mir nicht was einfallen würde.“ Kay Menzel fiel natürlich etwas ein, und dabei hatte er die Idee, mit eine eigene Firma zu gründen.

Gelernt hat der Neugersdorfer Kfz-Schlosser im Motorenwerk Cunewalde. „Dort wurde ich gleichzeitig zum geprüften Schweißer ausgebildet.“ Seine Werkstatt in einer Halle auf dem Gelände von Wettertrotz in Neugersdorf hat Kay Menzel komplett selbst eingerichtet.

Seine Ersparnisse steckte der junge Mann in das Vorhaben. Er glaubte an seine Idee, der Erfolg gibt ihm recht. „Dafür arbeite ich von Montag bis Sonntag, der letzte Urlaub liegt zwei Jahre zurück.“

Auch für 2009 hat Kay Menzel schon Pläne. Er möchte künftig das Brünieren anbieten. Das ist eine Methode zum Schwärzen von Stahlteilen als Korrosionsschutz. Im Waffen- und Maschinenbau wird sie angewendet. Und wenn es so gut weitergeht wie bisher, wird er wohl bald einen Mitarbeiter einstellen müssen.