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Junge Segelflieger lernen im Sommercamp

Das Sommerlager des Fliegerclubs Kamenz hatte am Montag gerade erst begonnen, und schon landete der zwanzigjährige Max Heilmann mit seinem Streckensegelflug über 700 Kilometer einen persönlichen Rekordflug, der deutschlandweit eine große Beachtung findet.

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Das Sommerlager des Fliegerclubs Kamenz hatte am Montag gerade erst begonnen, und schon landete der zwanzigjährige Max Heilmann mit seinem Streckensegelflug über 700 Kilometer einen persönlichen Rekordflug, der deutschlandweit eine große Beachtung findet. Damit schaffte er auch gleichzeitig einen schönen Auftakt und sportlichen Höhepunkt des dreiwöchigen Sommerlagers. „Das Wetter war gut, also war ich 700 Kilometer Segeln: Magdeburg, Polen und zurück, mein persönlicher Rekord“, berichtet der 20-jährige Maschinenbaustudent. „Die Flugschüler hier haben mir geholfen, mein Flugzeug startklar zu machen. Segeln ist eben ein Teamsport“. Sein zeitaufwendiges Hobby teilt Max seit 2004 in Kamenz mit insgesamt 20 Mitgliedern der Jugendgruppe, eine der erfolgreichsten in Deutschland.

Der Fliegerclub Kamenz e.V. betreibt seit 2005 einen öffentlichen Verkehrslandeplatz, eine ungewöhnliche Leistung für einen Flugsportverein, die sehr viel Mühe und Kraft in Anspruch nimmt. „Wir sind ein Spitzenverein, wären wir eine Fußballmannschaft, wäre Kamenz in der Bundesliga“, so Hans Jank, Vorstandsmitglied. Die Mitgliedschaft ist ein ewiges Geben und Nehmen, und so ist es kein Wunder, dass auch bei den Temperaturen der letzten Wochen fleißig geflogen und trainiert wurde. Die Gemeinschaft wird aber auch außerhalb des Fliegens gepflegt, für Max Heilmann sind schon dicke Freundschaften entstanden und fast die ganze Freizeit wird dem Sport gewidmet. „Vor meinem Mathe-Abitur bin ich erst mal 500 Kilometer geflogen“, erzählt er.

Neue Mitstreiter willkommen

Für Flugleiter und Piloten Ralph Wettig ist sein Tätigkeit auf dem Flugplatz Kamenz nicht nur Beruf und Hobby, sondern Lebenswerk. Für Hans Jank ist er die „Die Seele des Vereins“- für Jung und Alt im Team immer eine Hilfe. Der Verein hat derzeit 131 Mitglieder, ist aber ständig auf der Suche nach neuen Höhenbegeisterten, denn das Segelfliegen ist nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine mögliche berufliche Zukunftsperspektive. „Segelfliegen ist die perfekte Grundlage für eine Pilotenausbildung“, meint Max Heilmann. „Wir machen alles selbst, so lernt man technische Grundlagen, aber auch einfach was fürs Leben“. Hans Jank ist selbst schon seit vielen Jahren dabei. Das Fliegen ist für ihn nicht nur eine sportliche Betätigung, sondern in der Fliegerstadt Kamenz auch ein Stück Kultur. Deshalb sucht er, gemeinsam mit Arnold Bock, dem Geschäftsführer der Flugplatz Kamenz GmbH, immer weiter nach neuer Resonanz, denn Fliegen ist kein wirklich publikumswirksamer Sport. „Man arbeitet viel, aber die Vereinsleistung zu würdigen ist schwer“, so Arnold Bock. Max Heilmann bezeichnet es scherzhaft als „Egoismus der Fliegerei“, dass die eigentliche Leistung sich zwischen den Wolken abspielt und Anerkennung nur aus den eigenen Reihen kommt.

Aber nicht nur auf die, die im Hintergrund wirken ist Verlass, sondern auch in der Stadt Kamenz findet der Verein Unterstützung. „Besonders dankbar sind wir natürlich der Stadtverwaltung, dem Oberbürgermeister und dem Landkreis, ohne die wir gar nicht existieren könnten“. Durch ihre Hilfe existiert der Verein schon seit 20 Jahren und wird so schnell die Freude am Fliegen nicht verlieren.