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Nachwuchs im gestrandeten Zirkus

Der Circus Magic braucht noch immer Hilfe. Aber es gibt auch Grund zur Freude.

Mutter Fatima war anfangs noch etwas unsicher im Umgang mit dem Fohlen. Unterdessen lässt sie es trinken und beide sind wieder auf einer Wiese im Oberdorf.
Mutter Fatima war anfangs noch etwas unsicher im Umgang mit dem Fohlen. Unterdessen lässt sie es trinken und beide sind wieder auf einer Wiese im Oberdorf. © Arvid Müller

Weinböhla. Fünf Kamele hat Antje Herrmann im März aufgenommen, ein Stück ihrer Wiese, die sonst die Pferde für sich allein haben, für die Zirkustiere hergegeben. Und plötzlich waren es sechs. Ende März ist das kleine Kamelfohlen auf ihrem Grundstück geboren. Das war auch für die Zirkusleute, die jeden Tag mehrmals nach den Tieren schauen, eine Überraschung.

Mitte März ist der Circus Magic in Weinböhla gestrandet. Auf dem Festplatz hinter der Nassauhalle stehen die Wohnwagen der Familie und Zelte für die Tiere. Aufführungen gibt es natürlich keine. Und deshalb auch keine Einnahmen. Reserven hat die Familie nach eigenen Angaben keine, weil die ersten Monate nach der kurzen Winterpause die Hauptsaison mit den meisten Zuschauern sind. Aber schon seit Februar sind laut Zirkusdirektor Samuel Endres weniger Besucher gekommen. Immerhin darf die Familie kostenfrei auf dem Festplatz bleiben. Die Gemeinde übernimmt außerdem die Strom- und Wasserkosten. Neben den Kamelen stehen auch die Ponys auf Wiesen in Weinböhla. Die 25 Tiere - darunter Ziegen, Rinder und Hunde - sind bisher ganz gut versorgt. Aber das Heu, das da ist, reicht noch maximal für zwei bis drei Wochen. Familie Endres befürchtet aber, dass ihre Zwangspause noch mehrere Monate andauert.

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Weinböhlaerin wird Patin von Kamelfohlen

Deshalb seien sie auch weiterhin auf Spenden angewiesen. Versicherungen und Reparaturen von Fahrzeugen müssen zum Beispiel bezahlt werden. Wer der Familie helfen will, kann sie gern auf dem Platz hinter dem Zentralgasthof besuchen. Alle Unterstützer und ihre Familien - das hat sich Familie Endres vorgenommen - sollen, sobald es wieder möglich ist, zur ersten Vorstellung nach der Corona-Krise eingeladen werden.

Nach der Geburt war das Kamelfohlen für ein paar Tage zurück zum Zirkus ins Zelt gezogen. Antje Herrmann hat es besucht.
Nach der Geburt war das Kamelfohlen für ein paar Tage zurück zum Zirkus ins Zelt gezogen. Antje Herrmann hat es besucht. © privat

Nach einem ersten Artikel auf sächsische.de sind viele Sach- und Geldspenden vorbeigebracht worden. Dafür bedankt sich Samuel Endres. Die Spendenbereitschaft habe nun aber leider nachgelassen. 

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