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Kammweg ist jetzt attraktiver

Zwischen dem Iser-, Lausitzer und Zittauer Gebirge gibt es jetzt neue Rastplätze, eine durchgehende Beschilderung und vieles mehr.

Von Holger Gutte

Entlang des Kammweges zwischen dem Iser-, Lausitzer und Zittauer Gebirge gibt es jetzt jede Menge Neues zu sehen. 1,2 Millionen sind hier in ein tschechisch-deutsches Projekt investiert worden, um die touristische Infrastruktur wesentlich zu verbessern. „Wir haben keinen neuen Weg gebaut, aber den vorhandenen attraktiver gemacht“, sagt Martin Dusek. Gemeinsam mit dem Naturparkbeauftragten des Landkreises Görlitz, Jochen Eitner, hatte der tschechische Geschäftsführer für Regionalentwicklung gestern in Oybin das Ergebnis einer dreijährigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit präsentiert. Fünf touristische Rastplätze mit Spielelementen für Kinder sind am Kammweg angelegt worden. An 51 großen Informationstafeln können sich die Wanderer über mögliche Routen in die Umgebung orientieren. Neun Überdachungen, sowie Bänke und Fahrradständer haben den Kammweg attraktiver gemacht.

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Der Kreiswegewart des Landkreises Görlitz, Bernd-Joachim Schmidt befestigte im Oktober in Hartau eine neue Hinweistafel zum sächsisch-böhmischen Kammweg im Naturpark Zittauer Gebirge. Jetzt ist er durchgehend beschildert. Foto: Thomas Knorr
Der Kreiswegewart des Landkreises Görlitz, Bernd-Joachim Schmidt befestigte im Oktober in Hartau eine neue Hinweistafel zum sächsisch-böhmischen Kammweg im Naturpark Zittauer Gebirge. Jetzt ist er durchgehend beschildert. Foto: Thomas Knorr

Innerhalb des Naturparkes Zittauer Gebirge gibt es im Ergebnis des Projektes „Kammweg“ nun Panoramatafeln. Jeweils 28 Kilometer Wander- und Radweg sowie 20 Kilometer Skiweg sind hier allein auf deutscher Seite beschildert worden. An den schönsten Aussichten im Zittauer Gebirge, dem Plateau der Hochwaldbaude und dem Scharfenstein, begleiten nun zwölf gravierte Tafeln den Blick über eine faszinierende landschaftliche Kulisse. Mehr als 60 Berge bilden das Panorama vom böhmischen Mittelgebirge bis hin zum Jeschkenkamm. In Waltersdorf ist es an der Wache durch Umbauarbeiten möglich geworden, den Skiwanderweg vom Lauschekamm in Richtung Jonsdorf zu verbessern.

Und erstmals ist der seit 1904 bestehende Weg nun durchgehend markiert. „Aus finanziellen Gründen haben wir leider etwas von unseren ursprünglichen Plänen weglassen müssen. Unser Projekt kann sich aber dennoch sehen lassen“, sagt Martin Dusek. Und für den Geschäftsführer ist noch lange nicht Schluss damit. Er sieht noch viele Möglichkeiten für grenzüberschreitende Projekte beim Ausbau der touristischen Infrastruktur.

Auf tschechischer Seite des Gebirgskammes gibt es beispielsweise beim Radwegenetz noch viel nachzuholen. Ganz oben auf der Wunschliste tschechischer und deutscher Radfahrer steht ein Radweg vom Jeschken nach Liberec. Und der Naturparkbeauftragte des Zittauer Gebirges wünscht sich möglichst schnell ein Weiterführen des Oder-Neiße-Radweges ins Isergebirge und nach Liberec. Zittau ist Anlauf oder Endpunkt von drei großen deutschlandweiten Radrouten. „Wenn diese auf der tschechischen Seite des Gebirges fortgeführt werden, wäre das eine schöne Sache“, sagt er. Und Jochen Eitner hofft, dass es nicht erst in zehn Jahren soweit ist.

Mit Folgeprojekten sieht Martin Dusek noch viele Möglichkeiten den Tourismus zwischen dem Iser-, Lausitzer und Zittauer Gebirge zu stärken. „Wenn wir einerseits mehr Menschen in unsere Tourismusgebiete anlocken wollen, müssen wir andererseits auch die Infrastruktur dafür bereithalten“, schildert er. In Tschechien wird das Thema heiß diskutiert. Der Kammweg verläuft hier durch unterschiedlich klassifizierte Naturschutzgebiete. Im Isergebirge ist der Bau von Pensionen praktisch unmöglich. Jetzt wird angestrebt, wenigstens den Bau von kleinen, in die Landschaft passenden Holzhäusern, zuzulassen.

Martin Dusek würde sich über weitere von der EU geförderte grenzüberschreitende Projekte freuen. Und falls es aus Brüssel hierfür kein Geld mehr gibt, müsse man eben jeder für sich auf nationaler Ebene nach Fördermöglichkeiten suchen. Vielleicht werden dann auch die ursprünglich im Projekt geplanten Holzstege, mit denen für Wanderer Moore erschlossen werden könnten, möglich.

Teil des Projektes ist übrigens auch eine zweisprachige tschechisch-deutsche Broschüre mit 20 Ausflugstipps zu interessanten Orten des Kammweges, die jetzt unter anderem in Touristinformationen erhältlich ist. Etwa zum Jahreswechsel werden in beiden Ländern auch noch Internetseiten fertiggestellt, die über die Strecken der Wander-, Rad- und Skiwege informieren.

www.kammweg.naturpark-zittauer-gebirge.de