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Katharinenhof soll bis 2015 fertig werden

Ein Pflegedienst aus Elsterwerda wird die Anlage mit Vollzeit- Pflege und Wohngemeinschaften betreiben. Auch eine Gaststätte ist geplant.

© hübschmann

Von Kristin Koschnick

Der Termin steht. Weihnachten 2014 will Pflegedienstleiterin Andrea Perschneck mit den Bewohnern ihrer Tagespflege im Meißner Katharinenhof feiern. Hier wird zurzeit eine Muster-Wohnanlage für pflegebedürftige Menschen gebaut. Nach über elf Jahren Leerstand erhält das ruinöse Herrenhaus auf dem Plossen damit wieder eine sichere Perspektive.

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Das Ziel ist ehrgeizig. Im Moment haben die Bauarbeiter auf dem Gelände das Sagen. Die Entkernung ist abgeschlossen, der Denkmalschutz hat alles abgesegnet. „Im Erdgeschoss soll eine Wohngruppe für neun Schwerst- und Intensivpflegebedürftige entstehen. Das erste Geschoss ist der Tagespflege für rund zwölf bis 14 Patienten vorbehalten“, sagt Alexander Leonhardt, einer der beiden Geschäftsführer des Häuslichen Pflegedienstes „Elsterland“.

Verschiedene Pflegeformen möglich

Der Pflegedienst hat die Räume vom Betreiber des Hauses, dem gemeinnützigen Verein Cultus Cura e.V. gemietet, der sich der Beratung von Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen verschrieben hat. Cultus Cura e.V. kümmert sich auch um die Vermietung des zweiten Obergeschosses und des Dachgeschosses. Hier sollen zwei Wohngemeinschaften mit je bis zu neun eigenständigen Mietern Platz finden. Dabei bestehen die WGs aus Gemeinschaftsräumen, Bädern und Küchen – jeder Bewohner hat außerdem sein privates Zimmer. Es gibt bereits eine Liste für potenzielle Mieter, Anfang 2015 soll die Vermietung abgeschlossen sein und der Betrieb komplett laufen.

Damit sind die Bauarbeiten aber nicht beendet. Perspektivisch sollen in den kommenden Jahren auf dem Gelände weitere 25 bis 30 Wohnungen für betreutes Wohnen gebaut werden. Die zukünftigen Bewohner können bei Bedarf auf die Angebote des hauseigenen Pflegedienstes zurückgreifen oder andere Dienste nutzen. Ziel der Betreiber ist es, durch die verschiedenen Wohnformen der Anlage ein selbstbestimmtes und altersgerechtes Wohnen von selbst organisierter Eigenständigkeit bis hin zur Vollbetreuung in der Schwerstpflegewohngemeinschaft zu ermöglichen. Damit könne eine Unterbringung im Heim vermieden werden.

„Wir sind im Moment voll in der Vorbereitung“, sagt Andrea Perschneck. Dies bedeute, Konzepte entwickeln, Listen erstellen, Pflegepläne ausarbeiten, Pflegestandards festlegen. Alles, was der Medizinische Dienst und die Heimaufsicht in Chemnitz für eine externe Qualitätsprüfung fordern. Qualifizierte Pflege verlange gut ausgebildetes Personal. Pro Schicht sind in der Schwerstpflege vier Fachkräfte notwendig, in der Tagespflege eine Fachkraft und mehrere Betreuungskräfte. Die Suche nach Bewerbern läuft. „Wir setzen vor allem auf die Aktion 50+“, so Geschäftsführer Leonhardt, selbst ausgebildeter Gesundheits- und Krankenpfleger. Gerade in der Tagespflege könnten ältere Mitarbeiter schneller Kontakt zu den Patienten aufbauen.

Die zukünftigen Fachkräfte werden in den kommenden Monaten in Elsterwerda eingearbeitet. Alexander Leonhardt und der Pflegedienst können dabei auf fachliche Unterstützung setzen. Familie Leonhardt betreibt seit Jahren in Brandenburg den Häuslichen Pflegedienst „Elsterland“.

Meißner sollen einkehren können

Pflegedienstleiterin Andrea Perschneck freut sich vor allem, dass das Haus wieder eine Perspektive erhält. Als Meißnerin liegen ihr das denkmalgeschützte Gebäude und der schöne Park am Herzen. Nicht nur bei Pflegebedürftigen, sondern auch für jüngere Meißner soll der Katharinenhof an Attraktivität gewinnen: Im Kellergewölbe des Nebengebäudes ist eine Gaststätte geplant. Sie soll nicht nur die Essensversorgung der Bewohner übernehmen, sondern auch öffentlich zugänglich sein.

Weitere Informationen über Häuslicher Pflegedienst Elsterland:  03533 488848.