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„Keine Anhaltspunkte für eine Schließung“

Jüngste Veröffentlichungen sorgten für Irritationen zur Zukunft auch des Seenland-Klinikums in Hoyerswerda.

© Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Es kamen Fragen auf – nach diesem Artikel vor ein paar Wochen in der Ärztezeitung. Erster Satz: „Äußerungen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) haben eine Debatte über eine mögliche Schließung von Krankenhäusern im Freistaat ausgelöst.“ Weiter unten war der Geschäftsführer des Landesverbandes der sächsischen Krankenhäuser zitiert. Dr. Stephan Helm von der Krankenhausgesellschaft habe mögliche Klinikschließungen angesprochen: „Er verwies auf Standorte in Weißwasser, Hoyerswerda und rund um Görlitz sowie im Vogtland, im Erzgebirge und in Mittelsachsen. Dabei nannte er einen Zeitraum bis 2030.“

Das Ganze bezog sich wohl auf einen Artikel in der Leipziger Volkszeitung ein paar Tage zuvor. Dessen Überschrift lautete zwar „Jedes zehnte Krankenhaus auf der Kippe“. Allerdings lesen sich Helms Äußerungen da ganz anders. Er sehe Regionen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen; darunter Hoyerswerda und Weißwasser.

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Aus dem Seenland-Klinikum heißt es, außer den Informationen in den genannten Artikeln lägen dort weder Pläne des Ministerpräsidenten bezüglich der Krankenhausplanung noch Informationen über Beweggründe für Helms Äußerungen vor.

Fakt ist: Die jüngste Landeskrankenhausplanung ist keine zwei Jahre alt. Hoyerswerda ist dort mit 440 Planbetten als Schwerpunktversorger eingestuft. Freilich steht da auch, nichts sei dauerhaft – Anpassungen an den tatsächlichen Bedarf und vorgeschriebene Qualitätsanforderungen seien stets möglich. Das zuständige Sozialministerium sagt jedoch, solche Veränderungen gingen immer von den Krankenhausträgern aus: „Die Sächsische Staatsregierung wird [...] entgegen dem Willen eines Krankenhausträgers keine Entscheidungen treffen, einen Krankenhausstandort zu schließen oder in eine andere nichtstationäre Einrichtung umzuwandeln.“ Dem Land lägen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass in Hoyerswerda oder Weißwasser eine Schließung oder Umwandlung auch nur in Betracht gezogen wird.

Dr. Stephan Helm selbst sagt dem TAGEBLATT auf Nachfrage, er bedauere, dass seine Ausführungen Anlass für Irritationen geboten haben: „Die in der Ärztezeitung enthaltenen Formulierungen verknüpfen unzulässigerweise meine Äußerungen zu unterschiedlichen Sachverhalten.“ Bezüglich der genannten Standorte sei es ihm um besonders herausfordernde und anspruchsvolle Rahmenbedingungen gegangen. Dies betreffe neben der rasanten demografischen Entwicklung und der fortschreitenden Digitalisierung insbesondere den Strukturwandel in der Lausitz.

Eine herausragende Rolle

Hieraus ergäben sich eher wachsende Anforderungen, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten für eine stabile Einbindung der Krankenhäuser in die medizinische Versorgung sowie in regionale Infrastruktur. Das Seenland-Klinikum als Schwerpunktversorger spiele da eine herausragende Rolle, von der die Krankenhausgesellschaft auch weiter ausgehe. „Dieser mittel- und langfristige Weiterentwicklungsprozess bedarf allerdings einer starken Unterstützung durch den Freistaat Sachsen selbst und durch die Gesetzliche Krankenversicherung“, so Dr. Stephan Helm.

Dem Seenland-Klinikum ist das alles allerdings durchaus bewusst. Im letzten veröffentlichten Jahresabschluss steht, wegen der Entwicklungen in der Region sei das medizinische Konzept für die nächsten Jahre zunehmend auf die demografischen Veränderungen ausgerichtet. Relativ neue Angebote wie Geriatrie, Neurologie oder Palliativbetreuung seien darauf zugeschnitten. Die Planungen für die kommenden Wirtschaftsjahre zeigten eine positive Entwicklungsprognose.

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