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Kia-Projekt bringt ersten Doktor hervor

Eigentlich zielt das Zittauer Studienmodell „Kia“ auf Verschmelzung von Fachhochschulstudium und praxisnaher Berufsausbildung ab. Es ist der erste Karriereschritt zum Ingenieur oder Naturwissenschaftler.

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Von Dietmar Rößler

Eigentlich zielt das Zittauer Studienmodell „Kia“ auf Verschmelzung von Fachhochschulstudium und praxisnaher Berufsausbildung ab. Es ist der erste Karriereschritt zum Ingenieur oder Naturwissenschaftler. Aber es geht noch besser: 13 Jahre nach Einführung des Modells gibt es jetzt den ersten Doktortitel in den Reihen der Kia-Absolventen. Patricia Stange verteidigte am 13. Juli beim Internationalen Hochschulinstitut (IHI) in Zittau ihre Dissertation mit dem Thema „Methodik für das Engineering von Steuerungen und Regelungen an Verbund-Gebäudeheizungsanlagen mit verschiedenen Wärmequellen zur Optimierung des Energieverbrauchs“.

Als Patricia Stange 2001 ihr Elektrotechnik-Studium in Zittau und parallel dazu eine Ausbildung im Vattenfall-Kraftwerk Boxberg begann, war eigentlich eine schnelle Ausbildung ihr Ziel. Den in das Studium integrierten IHK-Berufsabschluss sah sie damals ein bisschen als „Versicherung“, falls das Studium sie eventuell überfordern würde. Die Gefahr bestand wohl nicht, hatte sie doch bereits als Schülerin des Schlieben-Gymnasiums erfolgreich an der Zittauer Olympiade „Neiße Elektro“ teilgenommen.

2004 schloss sie ihre Lehre 2004 und 2006 ihr Studium planmäßig ab und begann eine Berufskarriere in der Forschungsgruppe von Professor Christian Rähder an der Hochschule Zittau/Görlitz. Dieser ermunterte sie zur Promotion. Prof. Thorsten Claus vom IHI war bereit, ihre Arbeit zu betreuen. Neben ihm fungierten Prof. Rähder und Prof. Felsmann (TU Dresden) als Gutachter und Betreuer.

Mit Elan ging die heute 27-Jährige 2009 die entscheidende Phase dieser Aufgabe an. Damals schon Mutti und in Erwartung ihres zweiten Kindes, das inzwischen drei Monate alt ist. Ohne gute Koordination, vor allem aber Fleiß und große Unterstützung durch die Familie wäre das nicht möglich gewesen, weiß Patricia Stange und bedankt sich für die Hilfe, vor allem bei ihrem Mann Roman.

Jetzt nimmt Patricia Stange erst einmal Elternzeit. Danach hofft sie auf eine interessante forschungsnahe Arbeit. Wahrscheinlich im Umfeld der hiesigen Hochschule. Dort arbeitet sie sicher auch mit aktuellen Kia-Studierenden zusammen.