SZ +
Merken

Kinder bitten Traktoristen: Fuß etwas vom Gas

Mit einem Gedicht wendet sich der Kindergarten an die Fahrer der großen Maschinen – mit Erfolg.

Teilen
Folgen

Die Traktoristen, die regelmäßig an der „Villa Kunterbunt“ in Friedersdorf vorbei fahren, haben die Bitte der Kinder wohl schon erhört. Sie donnern mit ihren großen Maschinen nicht mehr ganz so schnell wie bisher am Kindergarten vorbei. Das macht die schmale Ortsstraße sicherer. Und die Mädchen und Jungen können den Traktoren etwas länger beim Vorbeifahren zusehen, was sie mit großer Vorliebe tun.

Dabei haben die Kinder und Erzieherinnen auf ein eher etwas ungewöhnliches Mittel zurück gegriffen. Sie wollten den Traktoristen ihre Sorgen auf liebevolle Art und Weise schildern und schrieben ein Gedicht. „Uns war das Problem ja genauso aufgefallen wie den Eltern“, erzählt Kita-Leiterin Kerstin Besser. Aber es sollte sich auch etwas ändern. „Dann hilft es nichts, nur zu schimpfen, man muss die Beteiligten ansprechen. Das wollten wir aber nicht mit erhobenem Zeigefinger.“

Bei den Traktoristen, die das Gedicht gelesen haben, sind die lustigen Zeilen bestimmt nicht negativ angekommen. Denn wie bisher hupen sie, schauen oder winken den Kindern zu. Immerhin sind seit den Bauarbeiten auf der gesperrten Kreisstraße nach Schönau-Berzdorf auch einige Traktoren mehr als sonst auf der Ortsstraße am Kindergarten vorbei unterwegs. Die Mädchen und Jungen kennen die meisten Fahrer mit Namen. Die spannende Erntezeit könnte für sie wohl nie zu Ende gehen. Deshalb spielen sie das auch gern nach.

„Eure Maschinen, die sind groß und stark, um auch so zu werden, versuchen wir es mit Quark“, heißt es in dem Gedicht. Und an anderer Stelle: „Ihr seid groß und wir sind klein, stellt Euch bitte auf uns ein. Habt Ihr die Zeilen hier gelesen, hupt mal ganz sacht, denn dann wissen wir, Ihr gebt auf uns acht. Wir wünschen allen eine ertragreiche Erntezeit und stehen für Euch am Zaun bereit.“ (SZ)