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Führungswechsel in Kleinwachau

Im Epilepsiezentrum übernimmt Sandra Stöhr. Das ist nur eine Veränderung von mehreren in der Einrichtung.

Auf Martin Wallmann folgt Sandra Stöhr. Sie ist die neue Geschäftsführerin des Epilepsiezentrums in Kleinwachau. Die Einrichtung ist jetzt am neuen Logo erkennbar: farbenfroh und lebendig.
Auf Martin Wallmann folgt Sandra Stöhr. Sie ist die neue Geschäftsführerin des Epilepsiezentrums in Kleinwachau. Die Einrichtung ist jetzt am neuen Logo erkennbar: farbenfroh und lebendig. © Marion Doering

Kleinwachau. Dem aufmerksamen Besucher ist es gleich aufgefallen: Am Eingang des Epilepsiezentrums Kleinwachau fehlt die große Hinweistafel, das Firmenschild gewissermaßen. Eine neue, etwas größere und auch modernere wird bald wieder aufgestellt, versichert Martin Wallmann, Geschäftsführer der Einrichtung. Das ist noch die geringste Veränderung, die in Kleinwachau ins Haus steht. Die SZ nennt die Neuerungen:

Neue Chefin ab 1. Oktober

Mehr als zwölf Jahre leitete Martin Wallmann das Epilepsiezentrum. Ohne ihn wäre die Einrichtung nicht zu der geworden, die sie heute ist: mit einer Fachklinik für Neurologie, Förderschule, Kita, Wohnheimen und Werkstätten. Ende September hört Wallmann auf. „Ich bin vor einiger Zeit 65 Jahre geworden, jetzt übergebe ich den Staffelstab“, sagt er.

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Die neue Chefin ist Sandra Stöhr. Sie kennt sich im Epilepsiezentrum bestens aus. Seit 2008 arbeitet sie hier als Kaufmännische Leiterin. „Wir haben uns die Auswahl nicht einfach gemacht und bundesweit nach einem Nachfolger gesucht. Fast 70 Bewerbungen sind eingegangen. Nach einem strengen Auswahlverfahren stellten wir fest, die Beste sitzt bei uns im Haus“, sagt der Noch-Geschäftsführer. 

Sandra Stöhr hat an der TU Dresden Betriebswirtschaft studiert, dann bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet, schließlich in Kleinwachau angefangen. „Es war für mich ein logischer Schritt, mich für die Stelle zu bewerben. Ich kenne das Unternehmen sehr gut, mich freut es sehr, dass ich ausgewählt wurde.“ Am 1. Oktober tritt sie ihre neue Stelle an. Damit trägt sie Verantwortung für 500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 25 Millionen Euro.

Epilepsiezentrum packt neue Projekte an

Das Tannenhaus im Epilepsiezentrum Kleinwachau soll im Oktober fertig werden. Für November ist der Einzug geplant.
Das Tannenhaus im Epilepsiezentrum Kleinwachau soll im Oktober fertig werden. Für November ist der Einzug geplant. © Marion Doering

Ausbau der Wohnheime, die Werkstatt, ein neues Krankenhaus. In der Amtszeit von Martin Wallmann gab es kaum Stillstand. Auch in den kommenden Monaten geht die Entwicklung weiter. „Wir werden den Autoverkehr weitgehend vom Gelände verbannen“, sagt er. Dazu wird auf einem Feld in Richtung Wachau ein zentraler Parkplatz entstehen. In der ersten Ausbaustufe soll er rund 150 Stellflächen haben. Ziel ist es, die Parkplätze auf dem Gelände des Epilepsiezentrums nach und nach abzuschaffen. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren.

Ehrgeizig ist der Zeitplan bei einem weiteren Projekt. In unmittelbarer Nähe des Epilepsie-Krankenhauses entsteht ein dreistöckiges Gebäude mit Flachdach. Fast sechs Millionen Euro wird der Bau kosten. In dem modernen Haus werden 20 Appartements für Menschen mit Epilepsie und schweren Behinderungen eingerichtet. Die andere Hälfte bietet Platz für eine Pflegeeinrichtung mit ebenfalls 20 Plätzen. Im neuen Tannenhaus werden Menschen mit Behinderungen dauerhaft wohnen können. Außerdem werden fünf Zimmer geschaffen, in denen behinderte Menschen für eine kurze Zeit betreut werden, etwa wenn Eltern eines behinderten Kindes Urlaub machen möchten. Im November sollen die Bewohner einziehen.

Geplant ist weiterhin die Errichtung eines Schulcampus. Unmittelbar neben der Förderschule sollen eine neue Grundschule sowie eine Turnhalle entstehen. Die Stadt Radeberg hat 9,5 Millionen Euro vorgesehen. Fast vier Millionen Euro an Fördermitteln wird voraussichtlich der Freistaat für das Projekt überweisen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit beider Schulen auszubauen.

Neue Farben und neue Homepage

Neue Farben – das ist auch der Grund, weshalb am Eingang die große Hinweistafel fehlt. Sie wird mit dem neuen Logo ausgestattet, einem Mix aus farbigen Strichen oder Balken, die an das Mikado-Spiel erinnern. „Wir haben lange überlegt, was der Einrichtung entspricht. Dann sind wir drauf gekommen, dass das Asymmetrische bei uns normal ist. Deshalb ist das Logo farbenfroh und etwas ungeordnet“, sagt Alexander Nuck, Leiter Unternehmenskommunikation. Zusätzlich ist eine neue Homepage entstanden, bei der großer Wert auf Barrierefreiheit gelegt wurde, wie er sagt: Inhalte in leichter Sprache, Gebärdensprachvideos und eine automatische Vorlesefunktion.

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