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Kodersdorf baut ein neues Ärztehaus

Das bisherige Gebäudefür Ärzte und Therapeuten ist zu klein geworden.Nun plant die Gemeinde einen eigenen Neubau.

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Von Steffen Gerhardt

Neue und vor allem größere Räume, das wünscht sich Physiotherapeutin Jeanette Penkin schon länger. „Seit zehn Jahren habe ich meine Praxis in diesem Gebäude und mein Angebot dabei ständig erweitert, doch nun sind wir an unsere räumlichen Grenzen gestoßen“, erzählt die junge Frau. Auch Kinderärztin Ellen Riedel ist es zu eng geworden in dem ehemaligen Bauarbeiterwohnheim hinter den Wohnblöcken an der Schulstraße. Sie sucht schon seit längerem nach einer größeren Praxis. Sie gab eigentlich auch den Anstoß, dass es Bürgermeister René Schöne ziemlich eilig hat mit einem neuen Ärztehaus für die Gemeinde. „Ich wollte auf keinen Fall, dass Frau Riedel ihre Praxis in Kodersdorf aufgibt, denn eine Kinderärztin brauchen wir“, sagte das Gemeindeoberhaupt der SZ.

Standort steht schon fest

Inzwischen hat ein Nieskyer Planungsbüro schon erste Gedanken zu Papier gebracht, und der Standort steht auch schon fest: das Grundstück Schulstraße 29. „Es gehört der Gemeinde, wir haben das Wohnhaus inzwischen leergezogen und werden es abreißen. An seine Stelle wird das Ärztehaus kommen“, so der Bürgermeister. Im Gemeinderat am Donnerstag, in der die erste Lesung des Haushaltes 2008 erfolgte, sind die Abrisskosten und die für die Planung bereits eingestellt.

Im Alleingang will die Gemeinde dieses Bauvorhaben nicht schultern, dazu wird sie einen Bauträger verpflichten. Am Donnerstag nannte Bürgermeister René Schöne die Zahl Drei, die bisher ihr Interesse an dem Neubau bekundeten. Die Gemeinde geht von einem Kostenaufwand von zwei bis drei Millionen Euro aus, denn schließlich sollen die Mieten erträglich bleiben.

Angetan von dem neuen Ärztehaus ist auch Jeanette Penkin, die durchaus ihre Praxis dorthin verlagern würde. „Dann haben wir hoffentlich auch einen großen Gymnastikraum“ wünscht sie sich. Mit ihr, der Kinderärztin und mit Gudrun Richter, die im jetzigen Ärztehaus ihren Pflegedienst leitet, hätte die Gemeinde schon drei mögliche Mieter.

Betreutes Wohnen als Zweites

Das Haus für die Praxen wäre dabei der erste Schritt, den sich die Gemeinde vorgenommen hat. „Wir haben außerdem auch einen zunehmenden Bedarf am betreuten Wohnen. Ältere Bürger wollen sich räumlich verkleinern und medizinisch umsorgt sein“, ist die Erfahrung von René Schöne. Deshalb soll in einem zweiten Bauabschnitt ein weiteres Haus mit 15 kleinen Wohnungen entstehen, in dem betreutes Wohnen möglich ist.

Der Gemeinde schwebt dabei vor, dass neben medizinischen und therapeutischen Dienstleistungen auch kleine Ladengeschäfte in die Häuser mit integriert werden, um den künftigen Mietern weite Wege zu ersparen.

„Bisher gehen unsere älteren Bürger nach Niesky, Rothenburg oder Görlitz ins betreute Wohnen, mit dem Neubau könnten sie aber im Ort und in ihrer gewohnten Umgebung bleiben“, nennt der Bürgermeister einen Vorteil dieses Vorhabens.

An seiner finanziellen Untersetzung hat die Gemeinde mit dem in Frage kommenden Bauträger aber noch zu arbeiten.