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Kohouts präsentieren in Essen ihre neueste Züchtung

Die Prietitzer stellen auf der weltweit größten Pflanzenmesse eine besondere Seidenkiefer vor. Sie schützt auch Insekten.

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© Jörg Kohout

Von Manuela Paul

Prietitz. Die Prietitzer Baumschule Kohout gehört zu den rund 1 600 Ausstellern aus der ganzen Welt, welche ab diesem Dienstag ihre Innovationen einem hochkarätigen Fachpublikum präsentieren. Dort will die Firma mit ihrer neuesten Züchtung – einer Zwergseidenkiefer – punkten. Das Miniaturgewächs, welches sich in sattem Grün präsentiert, macht nicht nur optisch etwas her. Es ist auch ein Glücksfall für Kleinstlebewesen. Vergleichbar mit den Wogen eines Wasserfalls schmiegen sich die weichen, zarten Nadeln und Zweige der Zwergseidenkiefer an Steine oder hängen an Mauern herab. Daher auch die Fachbezeichnung – Pinus strobus ‚Niagara Falls‘.

Eigentlich stamme die Seidenkiefer aus Amerika, verrät Gärtnermeister Jörg Kohout. Irgendwann habe man daraus eine Hängeform selektiert. „Diese bildete eine Mutation aus – einen sogenannten Hexenbesen.“ Einen solchen bekam Jörg Kohout schließlich aus England, um ihn weiter zu züchten. Der Baumschul-Chef gehört nämlich zu einer weltweit kleinen Gruppe, die Hexenbesen sammelt. Diese Miniatur-Nadelgehölze haben es ihm angetan. Entstanden ist besagte hängende Seidenkiefer, die eine Art natürliches Regendach für Insekten bildet, die dieses gern als Unterschlupf oder als Schutz für den Winter nutzen. „Dabei verströmen ihre Nadeln einen leicht aromatischen Duft.“ Gleichzeitig schützt die Mini-Seidenkiefer an Hängen gefährdete Stellen vor Bodenerosion und Bewuchs mit Wildkräutern. Zudem verkraftet sie auch extreme, warme und sonnige Bedingungen und ist sehr robust. Mit einem Zuwachs von etwa 15 bis 20 Zentimetern pro Jahr ist sie ein idealer Bodendecker für Steingärten und Tröge. Außerdem eignet sie sich auch hervorragend zum Begrünen von Mauern. Weil die Zwergseidenkiefer schon frühzeitig Zapfen ausbildet, dient sie Vögeln als wichtige Nahrungsquelle. Die Aromaessenz der Zapfen wird – so wie bei vielen anderen Kiefern auch – gern als Zusatz für die Herstellung köstlicher Liköre verwendet.

Die Baumschule Kohout präsentiert sich seit mehr als zehn Jahren auf der Internationalen Pflanzenmesse. Vor acht Jahren holten sie dort mit ihrer Weltneuheit „Kohout’s Icebreaker“ sogar eine Goldmedaille. Nur zwei Firmen aus dem Kreis Bautzen sind bei dieser Fachmesse vertreten. Neben den Prietitzern präsentieren die Bautzener Baumschulen Sämann Neuheiten.