merken
PLUS

Kommt die Wesenitz, hilft nur noch die Sperrscheibe

Die Talsperrenverwaltung will den Hochwasserschutz ausbauen. Doch auch die Anwohner sollten besser vorsorgen.

Von Anja Weber

Für ein aller 100 Jahre wiederkehrendes Hochwasser reicht der Schutz entlang der Wesenitz nicht aus. Zu dem Schluss kommt die Landestalsperrenverwaltung, die für den Fluss zuständig ist. Doch allein die letzten drei Jahre haben gezeigt, dass die Anwohner der Wesenitz nicht 100 Jahre warten müssen, bis ihre Wiesen und Keller erneut überflutet werden.

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

Bevor die Wesenitz in Pirna in die Elbe mündet, durchfließt sie weite Teile des Gemeindegebietes von Stolpen. Die bei den Hochwasser 2010 und 2013 entstandenen Schäden sind hoch. Auf etwa 600 000 Euro werden die nach dem Hochwasser 2010 beziffert. Im Frühjahr 2013 sind noch einmal 450 000 Euro dazu gekommen. Bislang ist es der Landestalsperrenverwaltung gelungen, einen Teil der Schäden von 2010 zu beseitigen. Das hat an die 540 000 Euro gekostet. So wurden unter anderem Uferschäden im Bereich des Sägewerkes in Helmsdorf beseitigt wie auch an der Maschinenfabrik in Stolpen und unterhalb der Firma Unitec in Helmsdorf. Außerdem musste die abgebrochene Böschung an der Elbersdorfer Mühle, im Bereich des Viaduktes in Dürrröhrsdorf-Dittersbach und unterhalb der Brücke an der Porschdorfer Straße neu aufgebaut werden.

Doch mit dem Frühjahrshochwasser sind bereits wieder neue Schäden dazu gekommen. Vor allem die Anwohner der Stolpener Ortsteile Helmsdorf und Rennersdorf-Neudörfel sind in Sorge, sobald das Wasser in der Wesenitz vor ihrem Haus steigt. Auslaufflächen gibt es zwar, doch die reichen bei Weitem nicht aus. Die Landestalsperrenverwaltung hat nun in ihrem Hochwasserschutzkonzept für die Wesenitz auch spezielle Maßnahmen geplant, um die Anwohner vor der Wesenitz wenigstens etwas zu schützen. Im nächsten Jahr soll mit der Umsetzung begonnen werden, sagt Katrin Schöne, Pressesprecherin der Landestalsperrenverwaltung.

Bauarbeiten beginnen 2014

Geplant ist, unterhalb des Fischaufstiegs die Sohle der Wesenitz zu sichern. Dazu müssen die Pfeiler abgebrochen werden. Außerdem wollen Fachleute noch die Böschung in diesem Bereich sichern und die Einfahrtsrampe erneuern. Ein weiterer Schwerpunkt beim Hochwasserschutz ist der Ortsteil Rennersdorf-Neudörfel. Hier müssen im Bereich der Wesenitztalstraße 31 die Ufer wieder gesichert werden. Bei den letzten Hochwassern sind die zum Teil eingebrochen und können die anliegenden Grundstücke nicht mehr sichern. Um den Hochwasserschutz zu verstärken, sind auch die Anwohner der Wesenitz gefragt Immer wieder gab es bei den letzten Überschwemmungen Kritik, dass Holz direkt am Fluss abgelagert und bei Hochwasser mit weggeschwemmt wird. Außerdem wurden Schuppen und andere Unterstände an der Wesenitz aufgebaut. Auch die können bei Hochwasser mitgerissen werden. An Brücken oder auch an Wehren versperren die dann den Durchfluss. Deshalb können die Grundstückseigentümer selbst zum Hochwasserschutz beitragen, wenn sie den Gewässerstreifen freihalten. „Zudem ist jeder Bürger zur Eigenvorsorgesorge aufgefordert“, sagt die Pressesprecherin. Sie empfiehlt zum Beispiel, die gesamte Elektrik und die Heizungsanlage in Wohnhäusern hochwassersicher zu installieren. Außerdem sollten in Wohnhäusern überschwemmungsgefährdete Etagen so genutzt werden, dass sie zum Beispiel nicht als Wohnzimmer eingerichtet werden und im Falle eines Hochwasser auch ausgeräumt werden können. Dazu kommt, dass diese Zimmer auch so ausgestattet werden, dass sich die Schäden im Falle eines Hochwassers gering halten.