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Kontrapunkt zu eingefahrenen Hörgewohnheiten

Als Ersatz für den Abschluss der verschobenen Burgfestspiele gab es jetzt im Dom ein ganz besonderes Konzert.

Der Meißner Domkantor Thorsten Göbel und eine kleinere Gruppe des Domchores luden am 27. Juni zu einem Sonderkonzert unter dem Motto "Bach und Franck" ein.
Der Meißner Domkantor Thorsten Göbel und eine kleinere Gruppe des Domchores luden am 27. Juni zu einem Sonderkonzert unter dem Motto "Bach und Franck" ein. © Kathrin König

Von Kathrin König

Meißen. Ohne Coronavirus hätte Meißen am zurückliegenden Wochenende groß den Abschluss der Neuen Burgfestspiele gefeiert. Die fielen bekanntermaßen aus, ebenso wie viele andere Konzerte im Dom. Interessierten wurde dennoch ein Musikerlebnis geboten. Domkantor Thorsten Göbel und eine kleinere Gruppe des Domchores hatten zu einem Sonderkonzert unter dem Motto „Bach und Franck“ eingeladen.

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Zu hören waren sechs Bach-Choräle und der Schlusschor aus der h-Moll Messe „Dona nobis pacem“. Domherr Professor Peter Zimmerling nannte die Choräle in seinem geistlichen Wort zur Abendmusik „einen musikalischen Grundkurs des Glaubens“. Viele Zuhörer werden die teils gut vertrauten Bachchoräle (u.a. „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“) und wunderbar interpretierten Choralvorspiele an der Orgel, die aus dem Hohen Chor herüber ins Kirchenschiff klangen, einfach nur genossen haben - nach der langen Zeit der coronabedingten Konzert-Abstinenz.

Weitere Konzerte folgen

Und während am frühen Sonnabendabend über dem Burgberg ein Gewitter unentschlossen vor sich hin grummelte, begann im Dom umso entschlossener der zweite Teil des Sonderkonzerts mit César Francks „Grande piéce symphonique“. Das mehr als 20-minütige Orgelwerk von 1862 gilt als erste Orgelsinfonie überhaupt, ein Glanzstück der französischen Orgelschule des 19. Jahrhunderts. Bach und deutsche Klassiker hallen in Francks Werk noch nach, das aber so viele ganz eigene, erfrischende und geheimnisvolle neue Hörwelten aufschließt. Ein wunderbarer Kontrapunkt aus Paris im Vergleich zu den drückenden Temperaturen am Wochenende und manch eingefahrenen Hörgewohnheiten hierzulande. Göbel interpretierte Francks dreiteiliges Meisterwerk kraftvoll, beherzt, nahm sich aber auch Zeit für die zarteren Töne, um im Schlussteil auch die einzigartige Akustik des Domes wirken zu lassen.

  • Nach einer Stunde Musik voll geistlicher und romantischer Impulse am vergangenen Sonnabend können sich Musikfreunde auf die nächste Abendmusik freuen: Am Sonnabend, 4. Juli, beginnt um 17 Uhr ein Konzert für Sopran (Alena-Maria Stolle), Violine (Beate Oehlwein) und Orgel (Dietrich Modersohn) unter dem Motto „Summertime“.

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