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Krippenanbau in Ottendorf wird Millionenprojekt

30 zusätzliche Krippenplätze sollen am Waldkindergarten entstehen. Doch die Kosten sprengen den Rahmen.

Von Marleen Hollenbach

Der Anbau an den Waldkindergarten in Ottendorf-Okrilla wird teurer als gedacht. Eigentlich hatte die Gemeinde mit Kosten in Höhe von circa 700 000 Euro gerechnet. Doch schon nach den ersten Planungen geht man jetzt von 1,2 Millionen Euro aus. Darüber informierte Architekt Tobias Jordan die Gemeinderäte am vergangenen Montag. Und die staunten nicht schlecht. Selbst Ottendorfs Kämmerin Manuela Bräunig war überrascht. Zwar hatte sie mit höheren Kosten gerechnet, die sechsstellige Zahl schien aber auch sie zu erschrecken. Dabei wollte die Gemeinde mit dem Anbau an den Waldkindergarten kostengünstig und schnell die dringend benötigten Krippenplätze schaffen. Warum das Projekt so teuer wird, das konnte der Architekt erklären. Er hatte den Grundriss der Kindertagesstätte dabei. Zurzeit besteht der Waldkindergarten aus fünf Bauteilen, die miteinander verbunden sind. Ein komplexes Bauwerk, das gar nicht so einfach erweitert werden kann. Nur an einer Stelle ist der Anbau überhaupt möglich.

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Doch auch hier gibt es Probleme. Die Nähe zum Heizhaus ist eines davon. Dieses soll im Zuge der Baumaßnahme auf Vordermann gebracht werden und gleich einen neuen Eingang erhalten. Außerdem werden Parkplätze wegfallen, die an anderer Stelle wieder geschaffen werden müssen. Und noch etwas hat der Architekt Tobias Jordan entdeckt. „Im Waldkindergarten fehlt ein Personalraum. Der soll im Zuge der Baumaßnahme gleich mit entstehen“, sagt er. Tobias Jordan hofft, dass noch in diesem Jahr der Rohbau steht. Dann könnte der Anbau an den Waldkindergarten bereits im September 2015 eingeweiht werden. „Es ist sportlich, aber ich denke, wir könnten das schaffen“, sagt er. Dass der Zeitdruck entscheidend ist, macht Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) deutlich. „Unsere Einrichtungen sind alle voll. Um die Eltern in unserer Gemeinde nicht vertrösten zu müssen, wäre es mir lieb, den Anbau so schnell wie möglich eröffnen zu können“, erklärt er.

Beim Thema Finanzierung lässt Michael Langwald lieber seine Kämmerin sprechen. Und die hat gleich noch eine schlechte Nachricht im Gepäck. Die höheren Kosten ziehen noch ein Problem nach sich. Unklar ist nämlich, wie es um die Förderung bestellt ist. Für die geplanten 700 000 Euro hat die Gemeinde eine 50-Prozent-Förderung zugesichert bekommen. Doch ob diese Mittel auch erhöht werden, wenn der Anbau teurer wird, ist derzeit noch völlig offen. „Wir werden das im Haushaltsplan 2015 ausgleichen müssen“, sagt Manuela Bräunig. Unterm Strich bedeutet das: Die Gemeinde wird an anderen Projekten sparen müssen, um sich den Kindergartenanbau leisten zu können. Eine ernüchternde Bilanz. Da lässt auch die Kritik nicht lange auf sich warten. „Wir hätten diese Diskussion schon vor einem Jahr führen müssen. Jetzt wird uns das teuer zu stehen kommen“, sagt Gemeinderat Tilo Bräunig (CDU). „Hätte uns die evangelische Kindertagesstätte so viel mehr gekostet“, fragt Heike Gaum (CDU) und spricht damit ein brisantes Thema an. Ein freier Träger wollte selbst einen Kindergarten in Ottendorf errichten. Die Gemeinde hätte sich einmieten können. 1,8 Millionen Euro sollte das kosten. Zu teuer, hieß es damals. Mit derzeit 1,2 Millionen ist man jedoch nicht weit entfernt. Und das ist lediglich die erste Kostenschätzung des Bauprojektes.