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Kritisches zur Polizei

Radebeul. Heftige Kritik an der Arbeit der Radebeuler Polizei übte Stadtrat Kurt Frenzel (SPD) in der jüngsten Ratssitzung. Erst eine halbe Stunde, nachdem das Revier über eine Schlägerei an der Wasastraße informiert wurde, sei ein Streifenwagen aufgekreuzt.

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Radebeul. Heftige Kritik an der Arbeit der Radebeuler Polizei übte Stadtrat Kurt Frenzel (SPD) in der jüngsten Ratssitzung. Erst eine halbe Stunde, nachdem das Revier über eine Schlägerei an der Wasastraße informiert wurde, sei ein Streifenwagen aufgekreuzt. Die Besatzung habe nicht einmal angehalten, sondern sei an der Stelle nur langsam vorbei und dann weiter gefahren. "Wenn das die Sicherheit in unserer Stadt ist . . .!", stellte der Stadtrat in den Raum.
Bürgermeister Ingolf Roßberg versprach, sich um die Angelegenheit zu kümmern, würdigte gleichzeitig die Arbeit der hiesigen Polizei als beispielgebend in Sachsen. So sei die Aufklärungsquote in Radebeul wesentlich höher als in anderen Gebieten.
Kurt Frenzel ließ sich von diesen Worten nicht umstimmen. Wenn anderswo die Kriminalität höher sei als in Radebeul, wäre das kein Grund zur Zufriedenheit. Die Polizei gehe zu wenig auf die Menschen zu.
Der Stadtrat führte als Beispiel eine kürzliche Gesprächsrunde im Mohrenhaus an. Die jungen Leute vom Jugendklub des Hauses hätten Stadtverwaltung und Polizei um Hilfe gebeten, weil sie heranrückender gewaltbereiter Gäste nicht Herr werden. Von der Polizei sei an dem Abend nur zu hören gewesen, was sie im Vergleich zu DDR-Zeiten nicht mehr könne, dass sie heute nur in ganz begrenzten Fällen auf einem Grundstück zu Hilfe eilen dürfe. "Mit solchen unmöglichen Antworten ist den jungen Leuten nicht geholfen", empörte sich Stadtrat Frenzel. (SZ/er)

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