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Kühe bekommen einen Wohlfühl-Stall

Das neue Quartier fürs Milchvieh in Gränze nimmt langsam Gestalt an. Ostern sollen die Rinder einziehen.

Von Manuela Reuß

Die äußere Hülle des neuen Kuhstalles in Gränze steht schon. Baustart war im September. Seitdem hat die mit dem Neubau beauftragte Sorabia Bau GmbH rangeklotzt. Jeder Tag zählt. Schließlich weiß keiner, wie lange der Winter diesmal die Bauarbeiter am Weiterarbeiten hindert. Spätestens zur Osterzeit will die £užica Milch und Rindfleisch GmbH ihr Milchvieh in den neuen Stall umquartieren, erklärt Matej Korjeñk, der seit 2009 Geschäftsführer des Unternehmens ist.

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Der Garten ruft
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Rund 3,3 Millionen Euro investiert der Landwirtschaftsbetrieb in die neue Tier-Unterkunft, nebst neuem Melkzentrum. Rund 40 Prozent der Summe werden gefördert, den Rest muss das Unternehmen selber stemmen. Gebaut werden musste in jedem Fall. Die alte Milchviehanlage ist abgewirtschaftet. Kein Wunder. Schließlich hat sie 40 Jahre auf dem Buckel. Anfang der 90er-Jahre rüsteten die Rosenthaler die Halle zwar von einem Anbindestall, der es bis dato war, zu einem Laufstall um. Doch Gebäudehülle und Dach blieben reparaturbedürftig. Letztlich habe man sich vor einiger Zeit dann zwei wichtige Fragen gestellt. Erstens: Soll es mit der Milchproduktion weitergehen? Zweitens: Wenn ja, was wird mit dem Stall? Sanieren oder neu bauen? Das Unternehmen entschied sich für den Neubau. Ein Umbau wäre keinesfalls billiger gewesen. Zudem hätte man in jedem Fall Kompromisse eingehen müssen. Nun bekommen die Kühe einen Wohlfühl-Stall. Der bietet mehr Licht und mehr frische Luft. Außerdem werden die Tiere auf weichem Stroh gebettet, in sogenannten Tiefliegeboxen. „Damit steigern wir den sogenannten Kuh-Komfort.“ Das ist nicht nur gut für die Rinder, sondern auch für die Landwirte. Fühlen sich Tiere wohl, geben sie nämlich mehr Milch. Die Rosenthaler wollen bei der Milchwirtschaft bleiben. Nachdem der Milchpreis schon mal auf äußerst niedriges Niveau gesunken war, sei er mit mittlerweile 42 Cent auf einem akzeptablen Stand. „Damit kann man leben“, schätzt Matej Korjeñk ein. „Es gab auch schon mal knapp über 20 Cent.“

Im neuen Stall ist Platz für 396 Milchkühe. Die trocken stehenden und abkalbenden Tiere bleiben im alten Stall. Der, so Matej Korjeñk, soll perspektivisch gesehen auch saniert werden. Doch das ist momentan noch Zukunftsmusik. Im alten Stallgebäude will man zudem einen Bereich schaffen, in welchem die Rosenthaler künftig wieder ihr eigenes Jungvieh aufziehen. Vor mehr als zehn Jahren lagerte die £užica Milch und Rindfleisch GmbH aus Kapazitätsgründen die Jungrinderaufzucht aus. Ein Lohnunternehmen im Brandenburgischen kümmert sich seither um die Aufzucht.

Der neue Stall ist übrigens nicht die einzige Investition. Für rund 1,6 Millionen Euro baute das Landwirtschaftsunternehmen eine 290-Kilowatt-Biogasanlage. Außerdem entstand ein neues Silo. Denn der alte Speicher musste zugunsten der Biogasanlage weichen. Sie ist übrigens seit Ende Oktober am Netz, allerdings derzeit noch in der Anlaufphase.

Die Biogasanlage werde nur mit dem bestückt, was auf dem Hof anfalle. Das sei zu 85 Prozent die anfallende Gülle aus der Milchviehanlage. Außerdem wird Mist sowie ein kleiner Teil an Mais-Silage vergoren. Man habe sich ganz bewusst für die relativ kleine Anlage entschieden, betont der Geschäftsführer. „Wir wollen nur das veredeln, was in unserem Betrieb auch da ist. Das ist unsere Philosophie.“