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Künstlerwechsel im Roten Haus

Im Kunstsommer zeigt der Dresdner Matthias Haase jetzt figurative Malerei. Sein Vorgänger verabschiedet sich nicht ganz.

Das ist ein ganz besonderes Schwarz. Sebastian Bieler (r.) betrachtet eines der Bilder seines Nachfolgers Matthias Haase (l.) beim Ausstellungswechsel am Donnerstag im Roten Haus in Friedewald.
Das ist ein ganz besonderes Schwarz. Sebastian Bieler (r.) betrachtet eines der Bilder seines Nachfolgers Matthias Haase (l.) beim Ausstellungswechsel am Donnerstag im Roten Haus in Friedewald. © Norbert Millauer

Friedewald. Während Sebastian Bieler seine Bilder schon abgehängt hat und in sein Auto räumt, überlegt Matthias Haase, wie er seine überwiegend kleinformatigen Werke am eindrucksvollsten in der neuen Kunstsommer-Ausstellung im Roten Haus präsentiert.

 Der Dresdner arbeitet ganz anders als sein Großenhainer Künstlerkollege Bieler, dessen Druckgrafiken und Malereien seit 15. Juni beim Moritzburger Kunstsommer am Dippelsdorfer Teich zu sehen waren. 

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Bei Sebastian Bieler sorgen wilde Linien und aufregende Farben für Spannung, machen Punkte und Kreise auf sich aufmerksam, regt Abstraktes zum Sinnieren und Auslegen an.

Der Dresdner Matthias Haase wiederum kommt mit figurativer Malerei nach Friedewald. „Ufer zur Brücke“ hat er seine Schau überschrieben. Am liebsten möchte man sie anfassen, die Ölbilder mit ihren unebenen Oberflächen. Die Farbe nicht zart mit spitzem Pinsel, sondern oft mit Finger oder Handrücken aufgetragen.

Einen Titel haben die meisten der etwa 30 seit 2017 entstandenen Bilder noch nicht, zeigen aber unverkennbar menschliche Figuren, so einen weiblichen Akt auf einer Wiese. Und ja, für eine andere Arbeit gibt es schon eine Bildunterschrift: Dirigent und Elektra. 

In der Semperoper hat Haase das von Christian Thielemann dirigierte Opernwerk gesehen – „ein kraftvolles Stück“ –, benennt seine Arbeit im Nachhinein danach. Konkrete Personen malt er nicht. Erst beim Malen und danach entstehen Assoziationen, daraus ergeben sich Deutungsmöglichkeiten. Das Werk spricht zu Schöpfer und Betrachter.

Darüber tauschen sich die beiden Künstler oft aus. Schließlich sind sie befreundet, auch der Dritte im Bunde gehört dazu – ab 3. August ist Bildhauer Tillmann Richter im Roten Haus zu Gast. So heißt denn das Motto des diesjährigen Moritzburger Kunstsommers am idyllischen Dippelsdorfer Teich, veranstaltet von der Kulturlandschaft Moritzburg GmbH: „3 Künstler – 3 Stile – gemeinsam“.

Auch mit Matthias Haase wird es in der Ausstellungszeit bis 31. Juli zwei Workshops geben. Unter dem Motto „Remix Brücke – expressive Collage“ kann jeder Teilnehmer seine Version von einem Bild der Brücke-Künstler gestalten, sagt der Dresdner. Kunstsommer-Starter Bieler freut sich immer noch über den Zuspruch zu seinen Workshops. 

Insgesamt 28 Teilnehmer konnte er in die Graffititechnik einweihen, zwischen sechs und 70 Jahre alt, mehr Frauen als Männer. Er sei vor allem begeistert, wie sich Ältere auf das Sprühen einlassen, Spaß daran entwickeln und erkennen, dass Graffiti was Sinnvolles ist.

Außerdem veranstaltet Sebastian Bieler regelmäßig Schülerworkshops, in diesem Sommer mit Schülerinnen und Schülern der Freinet-Schule Friedewald und der Kurfürst-Moritz-Schule Boxdorf.

Ein weiterer Graffiti-Workshop mit der Grundschule Moritzburg ist für Ende August am Roten Haus geplant. Nicht nur dafür ist der Großenhainer wieder vor Ort. Soll doch das Futterhäuschen am Teich bis zum 31. August fertig gestaltet sein, mit Motiven der Brücke-Maler.

Während sich Matthias Haase und Sebastian Bieler noch über mit dem Künstlerwechsel verbundene organisatorische Details verständigen, schauen einige sportlich gekleidete Damen und Herren herein, die eben noch am Teichufer saßen. Offene Türen am Roten Haus, das zieht an. Die beiden Maler antworten gern auf die Fragen nach dem, was hier gerade passiert.

Was vielleicht die eine und den anderen anregt, die Eröffnung der Haase-Schau am heutigen Sonnabend, 18 Uhr, mitzuerleben. Oder auch eine der Führungen am 13. und 27. Juli.

www.kunstsommer-moritzburg.de

Im zweiten Teil des Kunstsommers, im September, nutzen Künstlerinnen der Dresdner Sezession 89 das Rote Haus als Sommeratelier.

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