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Kultfelsen Hochstein

Drei Ohorner und zwei Bischofswerdaer sind auf gutem Wege, beim diesjährigen Wettkampf um die meisten Besteigungen des Hochsteins die Titel abzusahnen. Zur Halbzeitbilanz stand Falk Petzold aus Ohorn, bereits im Jahr 2011 Hochsteinkönig, mit 295 Eintragungen im Gipfelbuch.

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Von Rainer Schulze

Drei Ohorner und zwei Bischofswerdaer sind auf gutem Wege, beim diesjährigen Wettkampf um die meisten Besteigungen des Hochsteins die Titel abzusahnen. Zur Halbzeitbilanz stand Falk Petzold aus Ohorn, bereits im Jahr 2011 Hochsteinkönig, mit 295 Eintragungen im Gipfelbuch. Inzwischen dürfte er die 300er-Marke gut und gern überschritten haben. Gisela Scheumann aus Bischofswerda führte mit 266 Besteigungen in der Frauen-Wertung. Auch bei den Teams sind beide in der Spitzengruppe: Falk Petzold mit Lebensgefährtin Ulla Hohlefeld und Tochter Sandra führt in der Mannschaftswertung vor Gisela und Holger Scheumann. Rund 40 Sportler sind es, die sich seit mehreren Jahren an diesem Fernwettkampf beteiligen. Aber auch wer nur gelegentlich wandert, für den sind der Hochstein und seine malerische Umgebung zwischen Ohorn und Rammenau lohnenswerte Ziele. Auf dem geheimnisumwobenen Hochsteingipfel, auch Sibyllenstein genannt, wurde kürzlich von einem der Mitbegründer des Ausdauerwettbewerbes sogar ein bisher unbekanntes Sonnensymbol wiederentdeckt. Es befindet sich wenige Stufen unterhalb des Hauptgipfels, wo der Weg zum Nebengipfel „Tanzplatz“ abzweigt. Dort sind die von Menschenhand geschaffenen Konturen eines Sonnenrades zu entdecken. Das Zentrum des Symboles wird von einer weiteren Mulde gebildet, wie sie auf dem Sibyllenstein noch an anderen Stellen sichtbar sind und die Fantasie beflügeln. Vielleicht war der Gipfel ja Ort eines heidnischen Sonnenkultes. Hier ein Wandertipp.

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Wir starten am Forsthaus Luchsenburg bei Ohorn. Wir gehen zurück zur Straße und über die Autobahn. Drüben, hinter dem ersten Haus in Röderbrunn, finden wir eine Tafel, die erklärt, warum dies Stückchen Land hier Amerika heißt. Auf unserer Wanderung werden wir noch viele solcher Tafeln finden. Wir wandern weiter auf der wenig befahrenen Straße, bis uns im Wald ein Schild nach links zur Röderquelle weist. Der Weg dorthin ist derzeit durch ein paar umgefallene Bäume schwierig, aber nicht unpassierbar. Wir erfahren, dass die Große Röder bis zum Zusammenfluss mit der Schwarzen Röder in Radeberg auch Weiße Röder genannt wird.

Heimatkunde vom Feinsten

Wir gehen zurück zur Straße und rechts gegenüber den Weg hinauf. Er schwingt nach links zu einer Schneise, auf der es schnurgerade bergauf geht. Nach einer Schonung mit Drahtzaun biegen wir links auf einen grasigen Weg ab und gehen am Hang des Kesselberges entlang, an einer Gabelung links, immer auf etwa gleicher Höhe bleibend. Gelingt uns das, kommen wir zum Waldrand mit zwei Bänken und einer herrlichen Aussicht. Nicht zu übersehen sind die prachtvolle Frankenthaler Pfarrlinde und der Valtenberg. Weiter führt uns der Weg nach links zur Schutzhütte am „Oberlausitzblick“. An der Margareteneiche erreichen wir wieder die Straße und gehen nach rechts. Am Rammenauer Waldscheibenteich können wir versuchen, an Holzstämmen Baumarten zu bestimmen. In der idyllischen Willy-Schrade-Anlage erfahren wir wieder Wissenswertes. Der Teich wird gespeist von der Gruna. Der „Hausbach“ von Rammenau kommt vom Hochstein. Wir gehen über den Damm und drüben nach rechts mit grünem Strich zum Schloss. Die bedeutende Anlage des sächsischen Landbarocks entstand zwischen 1721 und 1737.

Nun spazieren wir auf der Johann-Gottlieb-Fichte-Straße durch den Ort, vorbei am Ober- oder Brettmühlenteich mit Gondelmöglichkeit und Häusern mit bemerkenswerter Schieferverkleidung. Wir statten der kleinen Ausstellung im Alten Gefängnis einen Besuch ab, sehen die Dorfkirche und stoßen kurz vor der Kreuzung auf ein Fichtedenkmal. Hier wurde der Erzieher und Philosoph, ein wichtiger Vertreter des deutschen Idealismus, am 19. Mai 1762 geboren. An der Kreuzung beachten wir noch die Alte Schmiede mit einer kleinen Ausstellung, bevor wir uns nach links und auf dem Burkauer Weg Richtung Burkau/Elstra begeben. Zunächst kommen wir zur großen Straße Richtung Autobahn und Elstra, müssen sie knapp 100 Meter benutzen und biegen gleich links ab. Nach Eintritt in den Wald halten wir uns geradeaus und stoßen bald auf einen roten Punkt. Der ist nun unser Begleiter bis zum Hochstein.

Weiter geht es zur Runden Buche. Zehn Stämme hatte dieses Naturdenkmal einst, zwei sind übrig geblieben. Aber Heimatfreunde haben bereits zehn kleine Buchen daneben gepflanzt, vielleicht wachsen sie ja wieder zu einem zehnstämmigen Wunder heran. Bis kurz vor den Waldscheibenteich kommen wir, schließen aber den Kreis nicht, sondern biegen mit dem roten Punkt rechts ab, laufen unter der Autobahn hindurch, scharf nach rechts hinauf und steigen über mehrere Ecken zum Nördlichen Kammweg auf. Wer Lust hat, kann hier einen Abstecher von etwa 1,5 Kilometern nach rechts zur Quelle der Schwarzen Elster machen. Wer nicht mag, biegt links ab und steht bald vor den Gipfelklippen des Hochsteins, mit 449 Metern höchster Berg der Westlausitz. Wir wollen unseren Aufstieg der Nachwelt dokumentieren und tragen uns in ein Gipfelbuch ein. Von dort an begleitet uns ein roter Querstrich. Nach etwa 150 Metern sollten wir links vom „Elbtalblick“ aus noch das großartige Panorama genießen, dann geht es zurück zur Ohorner Luchsenburg.