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Kunstgenuss im Rathaus

Handschriften aller Art in Arbeiten auf Papier von 108 Künstlern locken beim 35. Radebeuler Grafikmarkt am Wochenende.

Von Lilli Vostry

Dicht an dicht hängen Bilder an den holzgetäfelten Wänden im Rathaussaal, liegt die Kunst griffbereit auf Tischen ausgebreitet. Da bewegt auf einem Blatt ein „Tanzender Clown“ marionettenhaft seine Glieder, kreisen Figuren in „Anziehung“ umeinander oder schwingen sich auf zum „Absprung“. Zehn ihrer neuesten Radierungen, die in zarten und kraftvollen Linien ausdrucksvoll Emotionen einfangen, zeigt die Malerin und Grafikerin Mechthild Mansel aus Dresden beim 35. Radebeuler Grafikmarkt an diesem Wochenende.

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„Mir gefällt die offene und lebendige Atmosphäre, dass sich hier Künstler und Betrachter persönlich begegnen. Hier treffen sich Kunstliebhaber, die nach Gesehenem und Gefallen auswählen und kaufen und nicht nur nach Namen“, sagt Mechthild Mansel. Sie hat Landschaftsarchitektur sowie Malerei und Grafik in Leipzig studiert und arbeitet seit 1997 als freischaffende Künstlerin. Bereits seit 1995 ist sie mit ihren Arbeiten beim Radebeuler Grafikmarkt dabei, hilft beim Aufbau und steht am Sonntag selbst mit beratend an den Bilderständen.

Seit dem Start des ältesten Kunstmarktes in Ostdeutschland im Jahr 1979 mit 24 Künstlern lockt dieser mit Druckkunst in aller Vielfalt mit Arbeiten von 108 Künstlerinnen und Künstlerinnen, die auch von weither aus Halle, Berlin und Nürnberg kommen. Alles, was das Kunstgenießer- und Sammlerherz begehrt, ist auf rund 1 000 Quadratmetern von der Stadt mietfrei überlassener Ausstellungsfläche im Rathaus und dem Gymnasium gegenüber zu sehen und zu erwerben: Grafiken, Collagen, Zeichnungen, Aquarelle, Fotografien, Scherenschnitte, Kalender und Künstlerbücher. Das diesjährige Grafikmarkt-Plakat gestaltete die Künstlerin Ulla Andersson. Zum Verweilen nach dem Bilderbummel lädt wieder ein Künstlercafé ein, diesmal fantasievoll verwandelt von der Radebeuler Malerin Irene Wieland. Beim Grafikdruck zuschauen kann man dem Künstler André Uhlig. Zum zweiten Mal gibt es am Sonnabend einen Kinder-Grafik-Markt. „Der Radebeuler Grafikmarkt ist sehr familienorientiert und die Besucher kommen seit mehreren Generationen hierher“, sagt dessen Organisatorin Karin Gerhardt. Zusammen mit rund 60 Helfern bereitet sie die Schau vor. Der ideelle Gewinn überwiegt: „Wir hatten in den letzten Jahren aber keine Umsatzeinbrüche, sondern eine leichte Steigerung“, so Karin Gerhardt. Viele Besucher schauen und informieren sich zunächst nur über neue Kunstangebote. Daraus ergäben sich später auch Atelierbesuche und Käufe. Der Vorteil beim Grafikmarkt ist die große Auswahl an künstlerischen Handschriften und Techniken, welche die Künstler sehr günstig zum Produzentenpreis anbieten. Eine gute Gelegenheit also, neben dem Kunsterlebnis auch originelle Geschenke zu finden.