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Riesa

Amt nimmt Unfall-Kreuzung ins Visier

Nach dem Unglück auf der S 88 sehen Anwohner aus Gohlis Handlungsbedarf. Doch vorher muss die Behörde noch eine Sache abklären.

Die verbogene Leitplanke zeugt noch von dem Unfall an der Staatsstraße..
Die verbogene Leitplanke zeugt noch von dem Unfall an der Staatsstraße.. ©  Sebastian Schultz

Gohlis. Nicht nur für Autofahrer ist die Staatsstraße 88 am Abzweig Gohlis unübersichtlich. Auch für das Kreisordnungsamt scheint die Kreuzung am Sportplatz, wo es am Sonnabend einen Unfall mit sechs Schwerverletzten gab, kein leichtes Terrain zu sein. Das geht aus einer Anfrage der SZ an das Landratsamt Meißen hervor.

Wie Alexander Strelec, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt Meißen mitteilt, werde gegenwärtig an dieser Stelle die Durchführbarkeit von Geschwindigkeitskontrollen überprüft. Die Staatsstraße befindet sich auf einem Damm mit steilen Böschungen. Das Landratsamt muss klären, wo an der Unfallkreuzung ein mobiler Blitzer aufgestellt werden kann, zumal zwischen Fahrbahn und Leitplanken nicht viel Platz ist. Auch ein geeigneter Stellplatz für den Transporter des Kreisordnungsamtes wird gesucht.

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Strelec bestätigt zudem, dass die Gemeinde Zeithain bereits am 11. Oktober per E-Mail angefragt hat, ob durch das Landratsamt eine mobile Geschwindigkeitskontrolle auf der S 88 an beiden Abfahrten zur Ortschaft Gohlis durchgeführt werden kann. 

© SZ-Bildstelle

Denn auch am Abzweig zur Kirchstraße, der alten Ortverbindungsstraße zwischen Zeithain und Gohlis, sind 70 km/h als Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben. Beide gefährliche Stellen sollen nun in die Planung mobiler Kontrollen integriert werden.

Dagegen steht die Kreuzung, auf der sich der schlimme Zusammenstoß ereignete, bei einer anderen Behörde des Landratsamtes momentan nicht auf der Agenda. „Dieser Unfall ist aktuell kein Thema in der Unfallkommission, da es sich beim betroffenen Knotenpunkt der S 88 um keine Unfallhäufungsstelle im Sinne des Merkblattes zur örtlichen Unfalluntersuchung in Unfallkommissionen handelt“, heißt es aus dem Kreisverkehrsamt.

Unfallhäufungsstellen würden dann vorliegen, wenn eine bestimmte Anzahl von Unfällen in einem bestimmten Zeitraum aufgetreten sind. Auf Landstraßen müssen sich z. B. innerhalb von drei Jahren drei Unfälle mit schwerem Personenschaden oder fünf Unfälle mit leichtem Personenschaden ereignen. „Erst danach liegt eine entsprechende Unfallhäufungsstelle vor“, so das Kreisverkehrsamt.

Zum Vergleich: Die Unfallkommission des Landkreises Meißen beschäftigt sich derzeit mit insgesamt 28 Unfallhäufungsstellen, die die genannten Grenzwerte erreichen oder überschreiten. Gohlis gehört nicht dazu.

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Dabei klagen Einwohner von Gohlis, Zschepa und Lorenzkirch schon seit Jahren, dass die S 88 als Rennstrecke missbraucht wird. Ob am Sonnabend Raserei oder Unachtsamkeit Ursache des Unfalls war, muss noch geklärt werden.

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