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Laster landet neben der Autobahn

Auf der A 4 und vielen anderen Straßen im Kreis machte der Winter Lkw-Fahrern zu schaffen. Auch das Salz wird knapp.

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Der Winterdienst ist seit Wochenbeginn rund um die Uhr im Einsatz. Ständiger Schneefall und Frost setzen den Mitarbeitern wie auch allen anderen Kraftfahrern zu. Besonders Lasterfahrer bekommen dies zu spüren, wenn sie sich mit ihren Mehrtonnern einen Berg hinaufquälen. Ein mit 25 Tonnen Plastik-Granulat beladener Sattelschlepper kam am Dienstag gegen 19 Uhr auf der A 4 am Burkauer Berg ins Rutschen, durchbrach die Leitplanke, rutschte eine Böschung hinab und kippte um. Zwei Fahrspuren mussten zur Bergung gesperrt werden, noch mal eine, um den Anhänger gestern zu bergen. – Gestern kam es von Mitternacht an bis gegen 14 Uhr im Bereich des Polizeirevieres Bautzen zu sieben Unfällen. Verletzt wurde dabei niemand. „Das sind ein paar Unfälle mehr, als an anderen Tagen“, schätzt Susanne Heise von der Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz ein. Schwerpunkt der glättebedingten Behinderungen bildete das Oberland. Zwischen Sohland und Steinigtwolmsdorf stellten sich in den gestrigen frühen Morgenstunden mehrere Lkw quer. Gleiches passierte am Wurbiser Berg zwischen Oppach und Weigsdorf-Köblitz. Den anderen Autofahrern blieb nur, eine weite Umleitung in Kauf zu nehmen oder zu warten, bis Winterdienstfahrzeuge den Lastern die Weiterfahrt ermöglichten. Am Dienstagabend kam ein 64-Jähriger zwischen Milkel und Luttowitz in einer scharfen Linkskurve mit seinem Skoda von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Der Mann wurde leicht verletzt. Zwischen Wurschen und Neupurschwitz landete späten Nachmittag eine 23-Jährige mit einem Citroen unfreiwillig im Straßengraben. Zum Glück blieb sie unverletzt. Am Mittwochvormittag rutschte ein ungarischer Sattelzug auf der nur etwa drei Meter breiten Straße zwischen Binnewitz und Mehlteuer in den Graben. Der Laster musste aufwändig geborgen werden, sodass die Straße für mehrere Stunden gesperrt war. Die Polizei äußerte die Vermutung, dass der Fahrer dem Navi gefolgt sei, was ihn offenbar in die Irre führte.

Schaut man in die Lager für Streusalz im Kreis, sollte der Winter schnell zu Ende sein. „Der Salzvorrat reicht noch eine Woche, wenn es bei den derzeitigen winterlichen Witterungsverhältnissen bleibt“, war gestern von Gernot Schweitzer, Pressesprecher des Landratsamtes zu erfahren. Es bestehe aber die Möglichkeit, innerhalb von zwei Tagen Nachlieferungen zu erhalten. Schon jetzt steht fest, dass in diesem Winter viel mehr Salz verbraucht wurde, als die Jahre zuvor – im Vergleich zu 2011/12 mehr als das Dreifache. (SZ/Hga, RP)