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Laubegaster wollen Anlegestelle zurück

Mehr als 130Jahre lang hatte der Dresdner Stadtteil einen Landungsplatz für Dampfer. Die Anwohner möchten diesennun wieder haben.

Die Laubegaster wollen ihre Dampferanlegestelle am Elbufer zurück. Sie kämpfen darum, dass die Sächsische Dampfschifffahrt auf dem Weg nach Pirna dort wieder anhält und Passagiere ein- und aussteigen lässt.

„Mehr als 130Jahre lang hatte Laubegast einen eigenen Anleger“, sagt Ortsbeirat Eberhard Kunte (CDU). „Erst im Jahr 1993 hat man den Landungsplatz für die Dampfschiffe ersatzlos gestrichen.“ Mit dieser Ansicht steht Kunte nicht allein da.

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„Die Dampferanlegestelle gehört zu Laubegast, wie sie auch zu Blasewitz gehört“, bekräftigt Zimmervermieter Hans-Jürgen Mrosk aus Alttolkewitz. „Nach der Wende hieß es plötzlich, die Verwirbelung der Elbe sei am Laubegaster Ufer zu stark.“ Das sei nur eine Ausrede.

„Wir kämpfen schon lange darum, weil wir Laubegast damit auch attraktiver für Besucher machen können“, sagt Falk Altmann vom Inselfestverein. „Gibt es die Möglichkeit, dann steigen hier sicher auch viele ein und aus und schlendern am malerischen Elbufer entlang.“ Bei der Sächsischen Dampfschiffahrt verfangen derlei Wünsche bislang nicht. „Derzeit haben wir keinerlei Pläne, diese Anlegestelle wieder neu zu errichten“, sagt Unternehmenschef Ludwig Sebastian Meyer-Stork.

Die Baukosten lägen bei rund 250000Euro für Landungsbrücke und Ponton. Damit sich das rechne, müssten viele Leute zusätzlich mit den Schiffen fahren. „Ansonsten kommt es nur zu Verdrängungseffekten an anderen Anlegestellen, die dann weniger Fahrgäste hätten“, erklärt Meyer-Stork. Eine deutliche Steigerung der Passagierzahlen sei unrealistisch. „Aber wir werden im nächsten Jahr wieder versuchen, eine Sonderfahrt zum Inselfest hinzubekommen“, versichert der Dampfschiffchef.

Bis zur Schließung sei der Anleger gut ausgelastet gewesen, sagen viele Laubegaster. „Wenn man vom Terrassenufer Richtung Pirna fuhr, dann wurde es ab Laubegast immer richtig eng“, sagt Ortsbeirat Kunte. „Auch die Kurzstreckenfahrten waren damals sehr beliebt“, ergänzt der 61-jährige Mrosk. „Als ich noch Kind war, sind wir regelmäßig mit dem Dampfer von hier bis nach Blasewitz oder Pillnitz zum Eisessen gefahren.“

Möglicherweise könne der Fähranleger auch für den Dampfer genutzt werden, vermutet Kunte. „Das Hauptproblem ist aber, dass zurzeit niemand das finanzielle Risiko für einen Anleger tragen will“, sagt er. „Vielleicht braucht es hier auch eine private Finanzierungsgenossenschaft, einen Zusammenschluss von Gleichgesinnten.“ Das überzeuge dann vielleicht auch die Dampfschiffahrt.Tobias Wolf