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Lausitzhallen-Betrieb auf Sparflamme

Die Zeit der kompletten Schließung ist beendet - allerdings bleibt das Angebot vorerst schmal.

Erstmals seit Mitte März saß Michaela Köckritz gestern wieder an der Lausitzhallen-Kasse, allerdings nicht wie üblich im Forum, sondern im Foyer.
Erstmals seit Mitte März saß Michaela Köckritz gestern wieder an der Lausitzhallen-Kasse, allerdings nicht wie üblich im Forum, sondern im Foyer. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Wie wichtig ihnen die Lausitzhalle ist und welche Ideen sie für ihren Erhalt als zentralen Veranstaltungsort haben, haben Hoyerswerdas Oberbürgermeister-Kandidaten schon ausgeführt. Am Sonnabend sind ihre Gedanken dazu im TAGEBLATT nachzulesen gewesen. Gestern waren Dorit Baumeister, Claudia Florian, Marco Gbureck, Dirk Nasdala und Torsten Ruban-Zeh einer Einladung von Geschäftsführer Dirk Rolka gefolgt, der über den Stand der Dinge informieren wollte.

„Mensch, die sind aber still und in der Halle ist es dunkel“, fasste Rolka selbst den verbreiteten Eindruck zusammen, der auch nicht ganz falsch ist. Seit Mitte März war geschlossen. Es fanden lediglich Zeugnis-Übergaben beziehungsweise Abiturfeiern statt. Der Grund: „Wir sind durch den Gesellschafter vorgegeben ein wirtschaftliches Unternehmen“, sagt Prokurist Steffen Schur. Platt gesagt: Was sich nicht rechnet, findet nicht statt. Einerseits sagen die Veranstalter, die sich einbuchen, reihenweise ab, wenn sie hören, dass wegen der Hygienevorschriften im Großen Saal mit 800 Sitzen maximal 340 Zuschauer Platz finden. Betriebswirtschaftlich keine Chance! Andererseits ist die Betreiber-GmbH der Halle für Ersatz-Kultur andernorts, etwa Kleinkunst, wegen ihrer Finanzierungsstruktur nicht unbedingt gestrickt. Dass man sich überlegen muss, wie man unter anderem daran etwas ändert, dazu schien gestern durchaus Einigkeit zu bestehen.

Late Night Shopping Dresden
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Late Night Shopping Dresden

Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein. Vom Neumarkt an der Frauenkiche bis zur Prager Straße beteiligen sich zahlreiche Händler und die großen Einkaufsgalerien an der Aktion.

Immerhin: Auf Sparflamme geht es nun wieder los. Die Kasse ist an zwei Tagen der Woche geöffnet. Allerdings: Um Begegnungen mit der Klientel der ZooKultur oder der Kundschaft der seit gestern wieder geöffneten Saxonia-Kantine zu vermeiden, wird nicht die Box im Forum-Teil genutzt, sondern die Abendkasse im Foyer. Im Wesentlichen ging es gestern um Fragen der Karten-Rückgabe oder des Umtauschs in Gutscheine. Die erste Veranstaltung, die wieder stattfindet, ist kommenden Montag ein Konzert der beliebten Reihe „Musik am Nachmittag“ – der Abstandsregeln wegen dieses Mal nicht im Forum-, sondern im Großen Saal. 200 Karten sind verkauft. Das Publikum ist also hier den Erfordernissen entsprechend unterzubringen.

Gleiches gilt für die Konzerte der Neuen Lausitzer Philharmonie, zu denen im Schnitt ohnehin lediglich 200 Musikfreunde im Saal sitzen. Es wird also am 17. September und am 22. Oktober gespielt. Über andere Veranstaltungen wird diskutiert. Da ist zum Beispiel die Idee, das traditionelle Silvesterkonzert des Sinfonischen Orchesters zweimal zu spielen und dafür die Länge der beiden Konzerte auf je eine Stunde einzudampfen. Ähnliche Lösungen könnte es für das Advents-Schauturnen der Sportakrobaten des SC oder für das Weihnachtsmärchen geben. Überlegungen laufen auch zur Frage, wie der von der Lausitzhalle verantwortete Weihnachtsmarkt unter den gültigen Bedingungen auf die Beine zu stellen wäre. Das Stadtfest, für das ebenfalls die Lausitzhalle zuständig ist, wurde bereits im Mai abgesagt. Aber: Unabhängig davon will der Schaustellerverband am übernächsten Wochenende auf der Fläche zwischen Lausitz-Center und Zentral-Park einen Rummel veranstalten.

Die Frage, wie man die Wirtschaftlichkeit innerhalb der SWH-Gruppe und das Bedürfnis nach Kultur auch unabhängig von Covid-19 langfristig unter einen Hut bringen kann, scheint den gestrigen Äußerungen zufolge indessen diskussionsreif. Es tauchten unter anderem die Begriffe Mischkalkulation und Kongresszentrum auf. Betriebswirtschaftlich könnte das Jahr 2020 paradoxerweise blendend ausfallen. Ohne die hohen Personalkosten tragen zu müssen und bei reduzierten Betriebskosten wird laut Dirk Rolka der Verlustausgleich durch die SWH niedriger sein müssen als in der Finanzplanung vorgesehen.

Die Lausitzhallen-Kasse hat dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

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