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Lehrer über Umwege

Gordon Alisch ist der neue Leiter der Olbersdorfer Grundschule. Und der 43-Jährige sieht schon Handlungsbedarf.

Gordon Alisch leitet seit diesem Schuljahr die Grundschule in Olbersdorf.
Gordon Alisch leitet seit diesem Schuljahr die Grundschule in Olbersdorf. © Jan Lange

Seine eigenen Lehrer werden sich wundern, dass Gordon Alisch heute selbst Schüler unterrichtet. Denn er sei kein Musterschüler gewesen, gibt der 43-Jährige zu, der seit diesem Schuljahr die Olbersdorfer Grundschule leitet. Der Weg zurück in die Schule verlief nicht geradlinig. Gordon Alisch war zuerst Rettungsassistent, später Fahrlehrer, bevor er sich entschied, doch noch auf Lehramt zu studieren.

Mit 60 wollte er nicht mehr auf einem Rettungswagen sitzen, begründet er den ersten beruflichen Neustart. Er fand eine Anstellung in einer Fahrschule, die er dann sogar hätte übernehmen können. Doch auch dagegen entschied er sich und drückte mit seinen damals 28 Jahren lieber noch mal die Schulbank. In Kassel. Der Zufall hatte ihn in die nordhessische Stadt geführt. Er habe sich ziemlich spät für das Lehramtsstudium entschieden, erzählt Gordon Alisch, zu einem Zeitpunkt, als an den meisten Hochschulen die Einschreibefrist bereits abgelaufen war. "Ich wollte erst eine Schule für Erzieher besuchen, bin dann aber doch kurzfristig aufs Lehramt umgeschwenkt", sagt der 43-Jährige. In Kassel war der Termin für die Einschreibung später und so wurde die Stadt für vier Jahre zur Heimat.

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Dass er sich für den Beruf des Lehrers entschied, ist seiner vorherigen Arbeit mit Kindern geschuldet. In seiner Freizeit hatte er über einen Verein in Dresden viel für den Nachwuchs gemacht, hatte beispielsweise Ferienfreizeiten in Polen und Frankreich organisiert. Irgendwann wollte er das Hobby zum Beruf machen und jeden Tag mit Kindern arbeiten. Die Tätigkeit als Lehrer bietet ihm dazu die Möglichkeit.

An das Studium schloss sich ein Referendariat in Gießen an. Ein Jahr arbeitete er anschließend noch in Hessen als Lehrer. Hier hätte er auch weiter bleiben können, er wäre sogar verbeamtet worden. Doch Gordon Alisch und seine Familie zog es zurück nach Sachsen, in die Zittauer Region, in der er als Sohn des leider zu früh verstorbenen Pfarrers Lothar Alisch aufgewachsen ist. Hier leben Familie und Verwandschaft.

Sie gingen auf die Suche nach einem großen Haus und fanden einen Bauernhof in Mittelherwigsdorf. "Er liegt in der Nähe von Zittau, die direkte Umgebung hat aber trotzdem etwas Dörfliches", meint Gordon Alisch, der inzwischen Vater von fünf Kindern im Alter von 14 bis zwei Jahren ist. Beruflich wurde die Großschönauer Grundschule zu seiner ersten Wirkungsstätte nach der Rückkehr. Und das für immerhin sechs Jahre. Im vorigen Schuljahr übernahm er in Großschönau auch die Aufgabe des stellvertretenden Schulleiters. Nun wurde er nach Olbersdorf geschickt, um die dortige Grundschule zu leiten. Mit der Aufgabe ist er beauftragt - so wie schon sein Vorgänger Andreas Gärtner, der jetzt an die Zittauer Lessingschule gewechselt ist. Die Stelle soll aber ausgeschrieben werden, weiß Gordon Alisch. Und er kündigt bereits seine Bewerbung an.

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Zu tun gibt es als Schulleiter eine Menge. So muss die Olbersdorfer Einrichtung für die digitale Zukunft fit gemacht werden, findet der neue Schulleiter. Die bisherige Ausstattung sei in die Jahre gekommen, meint Gordon Alisch. Auch das große Spielgerät auf dem Schulgelände, dass im Sommer gesperrt wurde, soll erneuert werden, damit die Kinder wieder darauf herumtoben können. Die Schüler haben bereits eine Menge Ideen entwickelt, wie das neue Spielgerät aussehen könnte.

Seinen Kindern würde er empfehlen, auch Lehrer zu werden. An derselben Schule, die sein Nachwuchs besucht, tätig zu sein, dass hätte er aber abgelehnt.

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