SZ + Freital
Merken

Lösung für Parkplatznot in Zauckerode

Am Ärztehaus sind Stellflächen knapp. Ein Stadtrat hat eine Idee und die Wohnungsgesellschaft einen konkreten Plan.

Von Annett Heyse
 3 Min.
Teilen
Folgen
Schön, aber ungenutzt: Stadtrat Lars Tschirner möchte den Festplatz an der Glück-Auf-Straße als Parkplatz freigeben.
Schön, aber ungenutzt: Stadtrat Lars Tschirner möchte den Festplatz an der Glück-Auf-Straße als Parkplatz freigeben. © Foto: Andreas Weihs

Es ist ein Vormittag in der Woche und der Parkplatz neben dem Ambulatorium an der Glück-Auf-Straße in Zauckerode zugeparkt. Wer jetzt zum Arzt, in die Apotheke oder zur Sparkasse möchte, muss sich erst einmal auf die Suche nach einer Abstellmöglichkeit für sein Auto begeben. Manche werden am benachbarten Nahkauf fündig, andere auf den Anwohnerparkplätzen an der Ringstraße. Doch das Problem bleibt: Rund um die Glück-Auf-Straße in Zauckerode herrscht an Wochenenden Parkplatznot.

Lars Tschirner, der für die Bürger für Freital im Stadtrat sitzt, hat deshalb eine Idee: Der alte Festplatz, der direkt gegenüber dem noch immer liebevoll als Ambulatorium bezeichneten Ärztehaus liegt, könnte doch als Parkplatz genutzt werden. „Der Festplatz ist immer leer, Feste gibt es hier aber keine mehr. Die haben sich schon seit zwei Jahren in den Mehrgernerationenpark verlagert“, begründet Tschirner.

Der Festplatz ist eine Betonpflasterfläche, die der Wohnungsgesellschaft Freital (WGF) gehört. Ein Schild warnt vor unberechtigtem Parken und dem Abschleppdienst, sollte dennoch jemand sein Fahrzeug dort abstellen. Just als Tschirner seine Parkplatz-Idee vor Kurzem im Technischen Ausschuss präsentierte, reiften auch bei der WGF konkrete Parkplatz-Pläne. Dort habe sich bereits im Winter eine Ärztin aus dem Ambulatorium gemeldet und ebenfalls über die Zauckeroder Parkplatznot geklagt, berichtet WGF-Geschäftsführer Henryk Eismann. „Die Parkplatzsituation ist tagsüber tatsächlich schwierig geworden“, sagt der WGF-Chef.

Es sind nicht nur die Zauckeroder Ärzte, die von Vielen per Pkw angesteuert werden. Die Kunden vom Nahkauf, wo es auch eine Fleischerei- und eine Bäckerfiliale gibt, brauchen Parkplätze. Ebenso viele Eltern, die ihre Kinder morgens zur Kita Sonnenblume bringen und nachmittags wieder abholen. Und dann wäre da noch das Ambulatorium, in dem es auch eine Apotheke, einen Friseur, eine Sparkassenfiliale und eine Begegnungsstätte gibt. „Die Leute kommen eben nicht alle zu Fuß hierher“, sagt Stadtrat Tschirner.

© Grafik: SZ

Bei der WGF schätzt man das Problem ähnlich ein und hat konkrete Pläne. „Der Festplatz kann Parkplatz werden“, sagt Eismann. Man habe dazu bereits Verbindungen zu Fair Parken aufgenommen. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf soll die Stellfläche bewirtschaften. Vorgesehen ist, dort ein auf zwei Stunden beschränktes Parken mit Parkuhr einzurichten. Fair Parken würde für eine entsprechende Beschilderung sorgen und dann auch kontrollieren, ob sich alle an die Festlegung halten. Wer sein Auto dort länger abstellt, bekommt ein Knöllchen. So läuft es seit einigen Wochen am City Center in Deuben.

In dem Wohn-, Einkaufs- und Dienstleistungszentrum an der Ecke Dresdner Straße/Bahnhofstraße gab es ebenfalls eine Parkplatznot, ausgelöst vor allem durch Dauerparker, die Stellplätze für Kunden und Gewerbetreibende blockierten. Fair Parken kontrolliert nun die Parkzeit – und verteilt Knöllchen an Parksünder. Das sorgte zwar für Verärgerung bei den Betroffenen, nach Aussage von Mietern im City Center hat sich die Lage aber entspannt.

Ob sie sich auch in Zauckerode entspannen wird, wird sich zeigen. WGF-Chef Eismann schätzt, dass das Kurzzeitparken auf dem Festplatz in wenigen Wochen eingerichtet werden kann. Ein entsprechender Vertrag mit Fair Parken werde derzeit vorbereitet. Mehr als 20 Autos passen allerdings nicht auf die Fläche. Stadtrat Tschirner sieht das trotzdem optimistisch: „Das würde schon helfen.“

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.