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Lommatzsch übernimmtKitas

Der Kinderverein Lommatzsch hat die Verträge zum Betreiben der Kindereinrichtungen Am Markt 6, Raubaer Straße und des Schulhortes zum 30. Juni gekündigt. Wegen der Fristen tritt diese Kündigung zum Jahresende in Kraft.

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Der Kinderverein Lommatzsch hat die Verträge zum Betreiben der Kindereinrichtungen Am Markt 6, Raubaer Straße und des Schulhortes zum 30. Juni gekündigt. Wegen der Fristen tritt diese Kündigung zum Jahresende in Kraft. Ab 1. Januar 2011 wird die Stadt ihre drei Einrichtungen wieder in eigene Regie nehmen, die Mitarbeiter werden wieder Angestellte der Stadt. Dies teilt die Stadtverwaltung mit. Ein neuer freier Träger soll nicht gesucht werden, so wie 2007.

Für die Lommatzscher Kindertagesstätten gab es damals vier Bewerber. Neben dem Kinderverein Lommatzsch waren das die JuCo Soziale Arbeit Coswig gGmbH, der DRK-Kreisverband Dresden-Land und die Arbeiterwohlfahrt. Der Trägerwechsel war ursprünglich vorgesehen, um günstigere Fördermöglichkeiten für die Sanierung des Hauses Raubaer Straße zu erreichen. Durch einen neuen Träger versprach sich die Stadt auch eine professionellere Führung der Einrichtungen und eine Entlastung der Stadtverwaltung, die für den Kinderverein Aufgaben übernimmt. Der Trägerwechsel kam aber nicht zu Stande, scheiterte am Protest der Eltern und am Votum des Stadtrates.

Gut ein Jahr später kam der Kinderverein dann mit der Forderung, er wolle einen hauptamtlichen Geschäftsführer. Dieser sollte 25 Wochenstunden arbeiten und dafür 33000 Euro im Jahr erhalten. Bezahlen sollte das die Stadt. Der Stadtrat lehnte dies ab.

Ob diese Ablehnung der Grund ist für die jetzige Kündigung, ist unklar. „Uns wurde nur mitgeteilt, dass der Beschluss zur Kündigung in der Mitgliederversammlung gefasst wurde“, sagt Hauptamtsleiterin Ilka Heimann. Dass kein neuer Träger gesucht werden soll, stattdessen die Stadt die Einrichtungen wieder selbst betreiben will, begründet die Bürgermeisterin mit geänderten Bedingungen. „Wir wollten einen finanzstarken Träger, der die Sanierung der Raubaer Straße im Komplex hinkriegt. Mittlerweile ist diese Sanierung weitestgehend auf die Reihe gebracht“, sagt sie. Ein weiterer Grund seien mögliche Kosteneinsparungen gewesen. Doch diese seien kaum noch möglich. Jürgen Müller