merken
PLUS

Malteser bieten Lösungen für ihre Patienten

Aus dem Ärztezentrum im City-Center machen vier Ärzte weiter. Aber an anderen Orten.

Von Steffen Schreiber

Das Aus des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) der Malteser im Görlitzer City-Center hat in den vergangenen Wochen hohe Wellen geschlagen. Diese scheinen nun geglättet, folgt man der Sicht der Malteser. Denn in einer Pressemitteilung am Freitag hieß es: „Im Hinblick auf die bevorstehende Schließung des MVZ zum Jahresende ist es den Maltesern gelungen, sämtliche damit zusammenhängende Probleme zu lösen.“ Weiterhin führt Alex Blaicher, Geschäftsführer der Malteser MVZ Görlitz gGmbH, aus: „Wie geplant, haben wir für die weitere Rundumversorgung der Patienten sowie die berufliche Existenz der Mitarbeiter des MVZ zufriedenstellende Lösungen gefunden.“

Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Ein großes Versprechen, das im Detail bisher jedoch nur teilweise erfüllt wird. So werden zwar Patienten mit den neu entstehenden Praxen von Dr. Cordula Adams auf der Bismarckstraße und Dr. Heidrun Breden-Crocoll auf der Augustastraße ab Januar 2014 zentrumsnah allgemeinmedizinisch versorgt. Patienten, die weiterhin vom MVZ-Arzt Ronald Rack betreut werden wollen, müssen dagegen nach Rauschwalde ausweichen. Dort zieht Rack ab Januar in die Praxis von Dr. Dietmar Otto. Alle drei Ärzte sichern jedoch zu, alle MVZ-Patienten im Bereich Allgemeinmedizin aufzunehmen.

Was mit den Patienten der Inneren Medizin passiert, die bisher von Cordula Adams betreut wurden, bleibt in der Pressemitteilung dagegen offen. Genauso die Frage, ob die verbleibenden zwei Allgemeinärzte Evelyn Thoß und Dr. Hartmut Kircher bereits untergekommen sind. Dazu die Malteser-Pressesprecherin Stephanie Bröge: „Für Frau Thoß und Herrn Kircher gibt es leider noch keine Lösung.“ Zumindest können fast alle der neun Schwestern aufatmen. „Bis auf eine haben wir alle unterbringen können“, so Bröge.

Noch etwas bangen müssen dagegen die MVZ-Patienten, die bisher beim Chirurgen Dr. Bernhard Römelt betreut wurden. Dieser geht zwar nicht wie bisher angenommen in den Ruhestand, sondern bleibt als Arzt am Carolus-Krankenhaus den Maltesern erhalten. „Aber nur als D-Arzt, was heißt, er ist allein für chirurgische Notfallbehandlungen zuständig, die etwa aus Unfällen resultieren. Eine Sprechstunde gibt es dagegen nicht“, erklärt Bröge.

Aktuell befinden sich die Malteser jedoch in Verhandlungen mit einem neuen Chirurgen, wie Blaicher erklärt. „Für den chirurgischen Arztsitz haben wir bereits einen Nachfolger. Anfang Dezember erwarten wir noch die formelle Zustimmung der zuständigen Gremien.“ Den Patienten, die in der Zeit zwischen der Stilllegung des MVZ und der Überleitung in die neuen Praxen im Januar 2014 ärztliche Hilfe benötigen, empfehlen die Malteser im Bedarfsfall den kassenärztlichen Notdienst zu nutzen.

Ebenfalls noch ungeklärt ist, was mit den medizinischen Geräten des MVZ passiert. Beim Umzug des Versorgungszentrums vor vier Jahren von der Luisenstraße ins City-Center hatten die Malteser etwa 150 000 Euro investiert. Unter anderem in eine neue Röntgenanlage. Wie damit verfahren wird, müsse noch geklärt werden, erklärte Bröge auf Nachfrage der SZ.

Abschließend entschuldigt sich Blaicher noch einmal bei den Patienten. „Leider kam es bei dem Übergang zunächst zu Unklarheiten. Das bedauere ich sehr. Umso mehr freue ich mich, dass wir jetzt klare und sichere Lösungen im Interesse der Patienten und im Sinne der Mitarbeiter gefunden haben.“ Ob sich der euphorische Grundton der Pressemitteilung in den kommenden Wochen bewahrheitet, bleibt für zwei Ärzte, eine Krankenschwester und die Chirurgiepatienten des MVZ noch abzuwarten. Zumindest eines ist aber sicher: „Es wird kein neues MVZ der Malteser geben“, sagte Stephanie Bröge am Freitag.