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Markthalle Café Prag öffnet Anfang Dezember

Bevor die Händler einziehen, sind noch letzte Arbeiten nötig. Nicht nur die historische Wandmalerei wird restauriert.

© Steffen Unger

Von Linda Barthel

Auf jeder Etage der Markthalle Café Prag hämmern und sägen derzeit die Bauleute. Staub wirbelt durch die Luft. Ob an Decken, Wänden oder Fußböden – überall sind die Arbeiten mittlerweile in der Endphase. Der Zeitplan ist straff. Denn noch sind sowohl das Gebäude an der Seestraße 10 als auch der benachbarte neue Komplex eine Großbaustelle. Doch bereits am 2. Dezember sollen hier frische Lebensmittel verkauft und zubereitet werden. „Ab 11. November bauen die Mieter an ihren Ständen“, sagt Markthallenmanager Sebastian Stampfl. Insgesamt gibt es später 28 Stück, die jeweils zwischen zwölf und 25 Quadratmeter groß sind.

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Seit rund zwei Jahren lässt der Eigentümer, die Patrizia Immobilien AG aus Augsburg, das Innere des Gebäudes aus den 50er-Jahren sanieren. Der rund 2 000 Quadratmeter große und 16 Meter hohe Turm-Neubau auf der Hofseite ergänzt den Komplex zur Altmarkt-Galerie hin. Hier sind Café und Restaurant vorgesehen. Das Gebäude ist durch einen gläsernen Gang mit den ehemaligen Räumen des 1956 eröffneten Cafés verbunden. Auch der dreistöckige Turm im Hof hat bereits eine markante Glasfassade erhalten. Tische, Stühle und Spülküche nutzen die Händler später gemeinsam. Zu den Mietpreisen sagt Stampfl nichts. Sie variieren von Stand zu Stand.

Ursprünglich sollte die neue Markthalle bereits im Oktober eröffnen. „Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass das nicht zu schaffen ist“, erklärt der Patrizia-Vertreter. So würde es nun einmal einige Zeit dauern, bis zum Beispiel alle Farben und Lampen ausgewählt und mit dem Denkmalamt abgestimmt sind. „Unser Endziel war dann der Dezember, damit die Händler auch das Striezelmarktgeschäft mitnehmen können“, sagt Stampfl.

Große Eröffnung erst im Frühjahr

Bis zur Eröffnung der neuen Markthalle gibt es aber noch einiges zu tun. So haben bislang nicht alle Wände und Decken ihren neuen Farbton. Außerdem muss in den nächsten Tagen die Beleuchtung montiert werden. In die Haupthalle kommen fünf original nachgebaute Leuchter. Auch die Lampen über dem Eingang an der Seestraße erneuern die Arbeiter. Die bereits vorhandenen Unterkonstruktionen bleiben dabei erhalten.

Bis zum 2. Dezember muss zudem noch das Mitte der 50er-Jahre von dem Dresdner Künstler Hans Kinder gemalte Bild im Treppenhaus erneuert werden. Dabei konserviert die Restauratorin das Gemälde, indem sie die gelösten Farbstellen mit speziellen Werkzeugen wieder „anbügelt“. Lange Zeit war die Wandmalerei hinter einem sehr farbenfrohen Bild verborgen, das der italienische Gastronom Guiseppe Balducci 1991 anbringen ließ, als er das Café zum „Luxor-Palast“ umbaute. Der markante grüne Schriftzug „Café Prag“ am Altmarkt musste dagegen weichen. Er wurde gegen eine nahezu identische, jedoch ein wenig modernisierte Schrift ausgetauscht. Der alte Zug kommt ins Stadtmuseum.

Insgesamt investiert die Patrizia Immobilien AG knapp neun Millionen Euro in den Bau der neuen Markthalle. Die Grundstrukturen einschließlich der großen Treppe und des Saals blieben während des Baus erhalten. Auch die historische Fassade auf der Hofseite wurde nicht verändert und ist später vom Neubau aus zu sehen. „Uns war es ganz wichtig, dass so viele originale Bauteile wie möglich bestehen bleiben“, sagt Stampfl. Für die Eröffnung sei kein Fest geplant. „Wir werden erst im Frühjahr 2014 etwas Größeres veranstalten.“