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Martin Luther und seine Frau plaudern in der Kirche

Das Stück „Mein lieber Herr Käte...“ wird Ende August aufgeführt. Norbert Hein verkörpert darin den Reformator Luther.

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Von Juliane Richter

Der große deutsche Reformator Martin Luther mag geistig seiner Zeit voraus gewesen sein. In Bezug auf die normalen Dinge des Alltags war er jedoch unselbständig. So stellt ihn zumindest Schauspieler Norbert Hein in dem Stück „Mein lieber Herr Käte...“ dar.

Gemeinsam mit seiner Kollegin Irina Schädlich, welche Luthers Ehefrau Katharina von Bora verkörpert, führt er das Stück am 29. August in der Kirche Großweitzschen auf. „Luther war im Haushalt total unbedarft. Ohne seine Frau wäre er da ziemlich aufgeschmissen gewesen“, sagt Hein. Seinen Recherchen zufolge hat Katharina von Bora im heimischen Kloster zu Wittenberg die Fäden in der Hand gehabt. Sie habe den Ausbau des Klosters organisiert, nebenbei die Bauarbeiter versorgt und auch frauentypische Aufgaben wie das Anlegen eines Kräutergartens übernommen.

Aus der Zweckehe wurde Liebe

„Im Zentrum des Stücks stehen aber auch die Gefühle der beiden. Denn anfangs war das nur eine Zweckehe“, so Hein. Luther hatte die entflohene Nonne zunächst nur geheiratet, um sie zu beschützen. Über die Jahre hatten sie dann aber doch Liebe füreinander entwickelt.

Norbert Hein will sein Publikum jedoch nicht nur mit dieser romantischen Erzählung fesseln. „Wir reißen manche Dinge in unserem Stück nur an, damit wir die Leute neugierig machen und sie selber noch einmal nachlesen.“ Zudem werde das Stück regelmäßig überarbeitet. Als Grundlage dienen den Schauspielern die Ergebnisse von Heins Recherchen in Chroniken und Biografien. Wenn zum Beispiel ein neuer Lutherbrief gefunden werde, fände er durchaus Verwendung für das Stück – immer auch auf humorvolle Weise. „Wir wollen die Leute natürlich unterhalten, ihnen aber auch eine Möglichkeit bieten, aus der Gegenwart zu entfliehen“, sagt Hein. Der 65-Jährige Freiberger hat es nach eigenen Angaben bisher immer geschafft, sein Publikum zum Lachen zu bringen. In Zukunft möchte er das gern noch häufiger in der Region schaffen. Er plant seinen Umzug nach Döbeln und will dann auch an einem Krimi-Dinner arbeiten. „Allerdings soll es nicht so ein modernes Krimi-Dinner werden, wie man das kennt. Sondern ich will mich dabei mit Freiberg zur Zeit des 30-jährigen Krieges beschäftigen“, sagt er.

Musikalische Unterstützung

Zunächst laufen jedoch die Vorbereitungen für das Stück in Großweitzschen. Unterstützt wird das Programm musikalisch von der Kantorei. Norbert Hein hofft, dass das Publikum nach dem Stück vor Ort bleibt, um sich auszutauschen. „Aber bisher hat es den Leuten eigentlich immer gefallen“, sagt er.

Das Stück beginnt am 27.08. um 17Uhr. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Gabe für die Kollekte gebeten.