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Medingen bekommt einen Einkaufsmarkt

Die Gemeinde stellt einen Bebauungsplan auf. Bis in dem Ort eingekauft werden kann, wird es aber noch dauern.

Auf dieser Freifläche in Medingen soll der neue Einkaufsmarkt entstehen. Bis hier eingekauft werden kann, werden aber wohl noch anderthalb Jahre vergehen.
Auf dieser Freifläche in Medingen soll der neue Einkaufsmarkt entstehen. Bis hier eingekauft werden kann, werden aber wohl noch anderthalb Jahre vergehen. © Steffen Unger

Medingen. Wer in Medingen nicht mobil ist und etwas einkaufen will, hat bislang ein Problem. Denn im Ort selbst gibt es seit Jahren keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Es bleibt nur der Weg nach Ottendorf-Okrilla, Weixdorf oder Radeburg. Doch das soll sich nun ändern. Nach jahrelanger intensiver Suche ist ein Investor gefunden, der in dem Ottendorfer Ortsteil einen Markt bauen will. In dieser Woche hat der Gemeinderat dafür den ersten Schritt gemacht.

Dort wurde die Aufstellung eines Bebauungsplan beschlossen, der die Errichtung eines „Lebensmittelmarktes mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern zur Sicherung der verbrauchernahen Versorgung mit Gütern des kurzfristigen Bedarfs für den Ortsteil Medingen“ vorsieht. Entstehen soll dieser auf einer derzeit noch freien Fläche zwischen der Hauptstraße/S 177 und der Weixdorfer Straße, südlich der Feuerwehr.

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Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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„Ich bin froh, dass wir die Eigentümer gewinnen konnten“, sagt Medingens Ortsvorsteher und Gemeinderat René Edelmann. Die Grundstücke, auf denen der Markt entstehen soll, sind nämlich nicht in Gemeinde- sondern in Privatbesitz. Mit den Eigentümern seien bereits Vorverträge für den Verkauf geschlossen worden. Die Kaufverträge werden allerdings erst dann unterzeichnet, wenn der Bebauungsplan beschlossen ist. Und das kann dauern. Nachdem der Gemeinderat am Montag den Aufstellungsbeschluss gefasst hat, muss dieser erst einmal erarbeitet und die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, zu denen Behörden und die Nachbargemeinden gehören, abgewartet werden. Deshalb werde es schätzungsweise noch anderthalb Jahre dauern, bis die ersten Einkaufswagen durch den neuen Markt rollen, sagt Edelmann.

Gut für den Wohnstandort

Trotzdem ist die Freude schon jetzt groß. „Für Medingen hat das eine riesige Bedeutung“, sagt Edelmann. Denn in der Vergangenheit seien die Versuche, einen Einkaufsmarkt anzusiedeln, an den zu geringen Einwohnerzahlen gescheitert, sagt er. Mittlerweile werde aber wieder mehr auf den ländlichen Raum geschaut. Diese Entwicklung sieht auch der Bürgermeister von Ottendorf-Okrilla Michael Langwald mit Wohlwollen. Was die Versorgung betrifft, werde sich nicht mehr nur auf eine Stelle konzentriert, sondern wieder in die Breite gegangen, sagt er. Der neue Einkaufsmarkt werde auch den Wohnstandort Medingen anheben.

Gebaut werden soll der Markt von einem Dresdner Investor. Die Kosten für die Planung und Erschließung des Areals werden durch diesen getragen und mittels städtebaulichem Vertrag mit der Gemeinde geregelt. Der Investor habe jahrelange Erfahrungen auf dem Gebiet und bereits weit über 70 Märkte realisiert, teilt Edelmann mit. Von der Fläche sei er begeistert und sehe das Potenzial.

Das beinhaltet nicht nur den Bau des Einkaufsmarktes, sondern auch die Erschließung von mehreren Wohngrundstücken. Diese seien aber eher ein Nebenprodukt und dem Zuschnitt der Fläche geschuldet, erklärt der Ortsvorsteher. Es werden auch nur zwei bis vier Grundstücke werden, sagt er. Dass sei abhängig von den weiteren Planungen des Geländes.

Eigenheim-Grundstücke gefragt

Dass sich für die Grundstücke trotz der Nachbarschaft zu dem neuen Einkaufsmarkt Käufer finden, wird wohl kein Problem. Zuletzt konnte die Nachfrage nach Grundstücken in der Gemeinde gar nicht schnell genug befriedigt werden. Die Grundstücke im neuen Wohngebiet „Wachberg Süd“ in Ottendorf-Okrilla hat die Gemeinde im Februar bei einem Dresdner Notar sogar per Los vergeben. Als danach trotzdem noch welche ohne Interessent geblieben sind, wurden diese noch einmal gesondert angeboten und fanden auf diesem Weg binnen kürzester Zeit einen Käufer.

Welcher Lebensmittelmarkt sich in Medingen ansiedeln wird, ist derzeit noch offen. Der Investor sei diesbezüglich breit aufgestellt und mit mehreren Ketten in Kontakt, sagt Edelmann.

Wie der Ortsvorsteher mitteilt, könnten demnächst auch in unmittelbarer Nachbarschaft die Bagger anrollen. Die Idee eines Sozialen Bereichs vor den Mehrfamilienhäusern „Am Eichelberg“ habe man in die entscheidende Phase bringen können. „Nachdem die Grundstückseigentümer sich klar zum Projekt bekannten, liegt nun auch seit einigen Wochen eine positive Bauvoranfrage vor“, sagt er. Dies bedeute, dass für den Hausarzt Vladislav Philippi ein Grundstück bereit stehe, auf dem er seinen Wunsch, eine barrierefreie Praxis zu errichten, umsetzen könne. Zudem bestehe die Möglichkeit, auf der restlichen Fläche Betreutes Wohnen, Tagespflege oder Ähnliches zu etablieren. „Auch hier gibt es bereits vertiefende Gespräche mit Betreibern“, sagt Edelmann.

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