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Hoyerswerda

Mehr Wohnkomfort auch im Alter

Die Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft investiert in ein „Betreuungszentrum Fritz-Kube-Ring“.

Diese beiden Gebäude gehören zum künftigen „Betreuungszentrum Fritz-Kube-Ring in Bernsdorf“.
Diese beiden Gebäude gehören zum künftigen „Betreuungszentrum Fritz-Kube-Ring in Bernsdorf“. © Foto: Gernot Menzel

Bernsdorf. Spätestens Anfang Juli wird im Bernsdorfer Neubauviertel Fritz-Kube-Ring eine umfangreiche Baumaßnahme starten, in deren Ergebnis 75 komfortable, barrierearme Wohnungen bezugsfertig sein werden. Die Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (BWG) nimmt hierfür 6,5 Millionen Euro in die Hand. Am 17. Dezember ging die Finanzierungszusage von der Sächsischen Aufbaubank bei der BWG ein. Und auch der Stadtrat steht hinter dem Vorhaben. Es ist immerhin eine der größten Investitionen in der Geschichte dieses zu 100 Prozent der Stadt gehörenden Unternehmens.

Im Fokus stehen die direkt am Waldrand gelegenen zwei Wohnblöcke Fritz-Kube-Ring 3 bis 7 und 9 bis 13. Wie BWG-Geschäftsführerin Evelyn Hahn sagt, habe man sich 2018 angesichts von Sanierungsstau und Leerstandsquote von rund 50 Prozent die Frage gestellt: „Was können wir tun?“ Der Gedanke, beide Gebäude vom Markt zu nehmen, wurde schnell verworfen. Kaum Förderung für den Abriss auf der einen Seite und die auf den Häusern lastenden Altschulden auf der anderen Seite sprachen dagegen. „Es würde bedeuten, wir reißen ab und zahlen weiter. Das können wir uns nicht leisten“, verweist Evelyn Hahn auf die fehlende Wirtschaftlichkeit dieses Weges. Beim Blick auf die demografische Entwicklung war zudem klar, dass in naher Zukunft Wohnungen für ältere Menschen benötigt werden. Kurzentschlossen habe man sich mit Thomas Haink, den Betreiber des gleichnamigen Pflegedienstes zusammengesetzt und überlegt: „Was können wir gemeinsam machen?“ Herausgekommen sei das Konzept eines „Betreuungszentrums Fritz-Kube-Ring in Bernsdorf“.

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Dieses sieht vor, dass Thomas Haink im Erdgeschoss des Fritz-Kube-Rings 3 bis 7 eine Tagespflege einrichtet. Er habe vor, einen 24-Stunden-Dienst anzubieten. In den vier Obergeschossen werden altersgerechte Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen entstehen. „Auf Wunsch wird es größere Zwei-Raum- sowie Drei-Raum-Wohnungen geben“, erläutert die BWG-Geschäftsführerin. Im Fritz-Kube-Ring 9 bis 13 sind das Erdgeschoss und das halbe erste Obergeschoss für eine Physiotherapie, eine Logopädie, eine Ergotherapie und eine Podologie vorgesehen. „Die Gewerbetreibenden stehen bereits fest“, freut sich Evelyn Hahn. Gemeinsam mit dem Hoyerswerdaer Planer Thomas Gröbe, der schon die Sanierung des Rathauses und der Freien Oberschule in Bernsdorf realisiert hat, wurde von den Beteiligten die Planung erarbeitet.

Ein Begegnungszentrum entsteht

Das schließt auch einen Flachbau ein, der an der Stelle des Durchgangs zwischen beiden Wohnhäusern errichtet werden wird. Er soll als eine Art Begegnungszentrum dienen, das auch für Feiern, Seminare und ähnliche Veranstaltungen geeignet ist und vom Pflegedienst Haink betrieben wird. Ganz wichtig noch, so der Hinweis der BWG-Chefin: Pro Wohnblock soll ein Fahrstuhl eingebaut werden, über den jede Wohnung erreichbar sein wird. Zudem bekommt jede der barrierearmen Wohnungen einen Balkon. Die Anzahl der Wohnungen in beiden Häusern wird – auch mittels Grundrissveränderungen – von derzeit 90 auf 75 reduziert, bei einer Miete von 7,50 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommt bei Bedarf eine Betreuungspauschale, die der Pflegedienst Haink erhebt. Darüber entscheiden die Mieter selbst. Die BWG-Chefin kann sich sehr gut vorstellen, dass dieses Angebot wahrgenommen wird.

Um das Bauvorhaben zu realisieren, müssen jedoch alle verbliebenen 40 Mieter ihre Wohnungen verlassen. Darüber wurden die Betroffenen im Verlauf des Monats Februar schriftlich und bei einer Mieterversammlung informiert. „Die Mieter bekommen den Umzug bezahlt. Auch diejenigen“, so betont Evelyn Hahn, „die nicht im Bestand der BWG eine neue Wohnung finden. Kosten für notwendige Ummeldungen werden ebenfalls von uns übernommen.“

Nach und nach spricht sich in Bernsdorf herum, was die BWG im Fritz-Kube-Ring vorhat. „Innerhalb von zwei Wochen haben wir bereits knapp 20 Anfragen bekommen.“ Teilweise kommen diese von außerhalb, teilweise von älteren Interessenten, die ihr Einfamilienhaus nicht mehr halten können und den Komfort einer Mietwohnung im betreuten Wohnen vorziehen. Wer sich für Letzteres entscheidet, kann voraussichtlich Ende 2021 einziehen.