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Milchtankstellen immer beliebter

In Bautzen, Wilthen und Techritz können Kunden das Lebensmittel selbst zapfen. Aber wie kommt die Milch eigentlich in die Automaten?

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

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Wilthen/Bautzen/Techritz. Frische Milch selbst zu zapfen – diese Chance nutzen auch in Wilthen immer mehr Kunden. Der Milchautomat, den die Agrargenossenschaft Gnaschwitz vor zwei Monaten im Eingangsbereich des Edeka-Marktes aufgestellt hat, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. „Wir sind sehr zufrieden damit, wie es dort läuft. Der Automat wird genau so gut angenommen, wie der in Bautzen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Markus Gallasch. Im Durchschnitt werden an den drei Standorten – außer in Bautzen und Wilthen gibt es noch eine Milchtankstelle am Kuhstall in Techritz – pro Tag 80 Liter gezapft.

Aber wie und woher kommt die Milch eigentlich in die Automaten? Und wie wird garantiert, dass sie immer frisch und einwandfrei ist? Die weiße Flüssigkeit stammt von den Kühen im Techritzer Stall. Dort werden derzeit rund 450 Tiere gemolken. Wann – das bestimmen sie selbst. Die Kühe können sich im großen Gebäude frei bewegen. Wenn sie das Bedürfnis haben, gemolken zu werden, gehen sie zu einem der Melkroboter, die dort an verschiedenen Stellen stationiert sind. Die gewonnene Milch gelang über Leitungen zu einem Tank, in dem sie gekühlt wird. Anschließend erfolgt das Pasteurisieren. Das heißt: Die Flüssigkeit wird für ein paar Sekunden auf 72 Grad Celsius erhitzt. Gleich danach schließt sich ein erneutes Kühlen in einem Lagertank an. Aus ihm füllen Mitarbeiter der Genossenschaft – in der Regel erledigt Nicol Herkner diese Aufgabe – große Edelstahlbehälter, die sofort in ein Kühlfahrzeug verladen werden. Und ab geht es zu den Milchtankstellen; und das mehrmals pro Woche. Im Eingangsbereich der Edeka-Märkte in Wilthen und im Bautzener Einkaufszentrum Husarenhof öffnet Nicol Herkner dann einfach nur die Milchautomaten und tauscht den „alten“ Behälter gegen den „neuen“ aus. „An diesen Transporttanks ist alles dran, was gebraucht wird, damit die Kunden Milch daraus abfüllen können; einschließlich des Ausgabehahns“, erklärt Markus Gallasch. Nach jedem Tausch werden die entleerten Behälter einschließlich des Zubehörs gereinigt. „So haben wir immer die Gewähr, dass alles komplett sauber ist“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Die Automaten selbst sind so konstruiert, dass höchstmögliche Sicherheit und Qualität gewährleistet sind. Nachdem ein Kunde Milch gezapft hat, fährt der Ausgabehahn automatisch ins Innere des Gerätes zurück und wird wie der Vorratstank gekühlt.

Suche nach weiteren Standorten

„Diese Automaten sind das Beste, was es derzeit auf dem Markt gibt“, ist Markus Gallasch stolz. Die Agrargenossenschaft hat viel Geld investiert, um sie anzuschaffen – und ist gerade dabei, sich nach weiteren möglichen Standorten umzusehen. „Wir haben schon mit einigen Einkaufsmärkten Kontakt aufgenommen“, berichtet der Chef, will aber erst konkret werden, wenn Entscheidungen gefallen sind. „Wir bemühen uns darum, eine regionale Vermarktung aufzubauen, damit die Leute die Möglichkeit haben, beim Bauern vor Ort, den sie kennen, einzukaufen“, sagt Markus Gallasch. Und er betont, dass die Milch, die man am Automaten bekommt, nur kurz erhitzt, ansonsten aber naturbelassen ist. Der Fettgehalt beträgt vier Prozent. Weil die Käufer die Behältnisse für die Milch selbst mitbringen – zum Beispiel wiederverwendbare Glasflaschen, die es in den Märkten gibt – wird Abfall vermieden.

Über die Automaten wird aber nur ein kleiner Teil der Milch abgesetzt, die die Agargenossenschaft produziert. Die Kühe im Techritzer Stall geben pro Tag rund 14 000 Liter. Das Gros davon verkaufen die Gnaschwitzer an das Unternehmen Müllermilch in Leppersdorf. Dabei müssen sie mit den starken Schwankungen des Milchpreises, der am Weltmarkt bestimmt wird, klarkommen. An ihren Abgabeautomaten setzt die Genossenschaft auf einen stabilen Preis. Der Vorstandsvorsitzende bezeichnet ihn als Mittelwert, mit dem sowohl der Erzeuger als auch die Kunden zufrieden sein können. Der halbe Liter kostet 60 Cent, der ganze Liter 1,10 Euro. Wo die Milch herkommt, können sich Interessenten demnächst mit eigenen Augen ansehen. „Wir wollen wieder Führungen im Kuhstall anbieten“, kündigt Markus Gallasch an. Über die Termine soll mit Aushängen an den Milchautomaten informiert werden.

Außer der Milchproduktion betreibt die Agrargenossenschaft Gnaschwitz, die derzeit rund 40 Beschäftigte hat, auch Ackerbau. Auf Feldern rund um den Ort wachsen bald wieder das Futter für die Kühe, und unter anderem auch Getreide und Raps.

Standorte der Milchautomaten: im Edeka-Markt im Einkaufszentrum Husarenhof in Bautzen, im Edeka-Markt im Handelszentrum Oberland in Wilthen, am Stall in Techritz

Hinweise und Anregungen zu den Milchautomaten nimmt die Agrargenossenschaft gern per E-Mail entgegen: [email protected]