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Mit Affenzahn durchs Internet

In Hoyerswerda gibt es jetzt die ersten Glasfaseranschlüsse unter dem Dach der Städtischen Wirtschaftsbetriebe.

Von Mirko Kolodziej
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Ramona und Jan Schulze (links) begrüßten Anja Thorhauer im Kundenkreis. Auf dem Kabelmax-Auto prangt das bisherige Logo, auf der Plane das neue.
Ramona und Jan Schulze (links) begrüßten Anja Thorhauer im Kundenkreis. Auf dem Kabelmax-Auto prangt das bisherige Logo, auf der Plane das neue. © HoyFoto

Zahnärztin Anja Thorhauer zieht mit ihrer Praxis aus dem Ärztehaus in Hoyerswerdas WK IX in einen der Neubauten an der Alten Berliner Straße um. Anfang März soll Eröffnung sein. Damit der umfängliche Datenverkehr mit den benötigen Partner-Labors funktioniert, ist schnelles Internet erforderlich. Den Anschluss bekommt sie von einem Anbieter aus Hoyerswerda: Mit Kabelmax gibt es Glasfaser nicht nur bis an das Haus, sondern bis in die Praxis – was quasi Affenzahn-Tempo bedeutet. „Wir bieten Datenraten bis ein Gigabit, Telefonie sowie 150 Fernseh- und um die 70 Radioprogramme“, sagt Jan Schulze. Er ist der Chef der Schulze Breitbandkommunikationsgesellschaft, die Kabelmax 2010 an den Start gebracht hat und gerade dabei ist, zur Breitband Hoyerswerda GmbH (BBH) umfirmiert eine Tochter der Städtischen Wirtschaftsbetriebe zu werden.

Jan Schulze konnte also jetzt verkünden, dass der Anschluss der beiden Neubauten vis-à-vis dem Haus Rosengarten als erste Investition unter dem Dach der SWH-Gruppe vermerkt werden darf. Seine Frau Ramona Schulze ergänzte, man habe inzwischen auch ein neues Kleid an: Zwar bleibt der Markenname Kabelmax erhalten, aber das zugehörige Logo ist angepasst worden: „Es ist frischer und zeitgemäßer.“

Über das Web-Portal, das nach dem entsprechenden Stadtratsbeschluss zum Kauf der Schulze Breitbandkommunikationsgesellschaft im November freigeschaltet worden war, um Interessenten an einem High-Speed-Glasfaser-Anschluss eine Möglichkeit zu geben, sich zu melden, liegen inzwischen 400 Anfragen vor und Jan Schulze verspricht: „Wir werden sie bei der Reihenfolge des Ausbaus berücksichtigen.“ Soweit möglich. Richtig loslegen soll die künftige BBH mit zwei Pilotprojekten in Kooperation mit den beiden Großvermietern. Die städtische Wohnungsgesellschaft lässt das Haus Elsterbogen 45 bis 49 anschließen, die LebensRäume-Genossenschaft den Block Albert-Schweitzer-Straße 1 bis 8. Zwar gibt es in und um Hoyerswerda bereits rund 4 200 Kabelmax-Kunden, jedoch ist ein Neuanschluss technisch etwas anderes als ein sogenannter Überbau. So sollen mit den Installationen in den beiden Blöcken auch Erfahrungen für den Rest der Stadt mit ihren acht Ausbaugebieten gesammelt werden.

„Wir sind guter Dinge, dass es im Anschluss gleich weitergehen kann“, sagt Jan Schulze. Die detaillierte Ausbauplanung sei in Arbeit. Man werde in jedem einzelnen Ausbaugebiet Einwohnerversammlungen anbieten. Helfen soll der Umstand, dass die Versorgungsbetriebe – über die SWH bald eine Schwester der BBH – in den letzten Jahren bei ohnehin erforderlichen Bauarbeiten schon viele Leerrohre im Erdboden verlegt haben. Das erspart nun an vielen Stellen aufwendiges Graben. Der Plan sieht vor, bis zum Ende dieses Jahres etwas mehr als 3 000 Wohnungen angeschlossen zu haben, bis Ende nächsten Jahres etwas mehr als 6 000 und bis Ende 2022 dann mehr oder weniger die gesamte Stadt versorgt zu haben. Trotz der erwähnten VBH-Leerrohre müssen dazu immerhin fast 40 Kilometer Glasfaserkabel in die Erde.

www.glasfaser-hoyerswerda.de