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Hoyerswerda

Mit dem Aufzug bis unters Dach

In der Petersstraße 2-8 beginnt bald der große Umbau. Ähnliche Vorhaben sind auch an anderen Häusern denkbar.

Geplant wird die Umgestaltung des Mehrfamilienhauses in der Petersstraße 2-8 vom Hoyerswerdaer Büro Bauhoys. Gut zu erkennen sind die Aufzüge und die Lage der Verteilergänge.
Geplant wird die Umgestaltung des Mehrfamilienhauses in der Petersstraße 2-8 vom Hoyerswerdaer Büro Bauhoys. Gut zu erkennen sind die Aufzüge und die Lage der Verteilergänge. © Foto: Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda

Hoyerswerda. Hoyerswerdas Wohnungsgesellschaft (WH) konzentriert sich mit ihren Großprojekten derzeit auf die Neustadt. Und hierbei hat man besonders die Wohnkomplexe I bis III im Blick – die „Wurzeln der Neustadt“, wie WH-Geschäftsführer Steffen Markgraf sagt. 

Und da man in den vergangenen Monaten immer wieder hörte: „Macht doch mal was mit Aufzügen“, macht man jetzt mal was mit Aufzügen. Und zwar an der Petersstraße 2-8. Es ist nicht das erste Mal, dass an ein Wohngebäude in Hoyerswerda ein außenliegender Aufzug angebaut wird und es ist auch nicht das erste Mal, dass in einem Wohnblock nachträglich Verteilergänge geschaffen und die Grundrisse geändert werden. Aber in dieser Kombination an einem Viergeschosser aus den 1950er-Jahren ist es für das kommunale Wohnungsunternehmen eine Premiere. Rund 3,8 Millionen Euro wird der Umbau kosten. Es ist das größte Vorhaben der WH in diesem Jahr und finanziell auf zwei Geschäftsjahre verteilt. Bei der Projekterarbeitung war der finanzielle Rahmen grob gesteckt und vor allem war als Zielstellung klar, dass die Kaltmiete nach Fertigstellung die 7-Euro-Marke je Quadratmeter nicht erreichen darf. Angepeilt sind 6,50-6,80 Euro. Letztlich wird man es erst wissen, wenn man nach der entsprechenden Ausschreibung die Angebote bekommt und nach Fertigstellung des Vorhabens alle abgerechneten Kosten kennt.

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In dem Gebäude gab es vor über einem Jahr rund 50 Prozent Leerstand, als die Mieter über das Projekt informiert wurden. Da ein solches Vorhaben in dieser Komplexität nur durchzuführen ist, wenn niemand mehr im Haus wohnt, wurde es bis zum Herbst 2018 komplett freigezogen. Die meisten Bewohner blieben laut Steffen Markgraf dem Unternehmen treu.

Ab August sollen die ersten Baufirmen nach erfolgter Ausschreibung und Auftragsvergabe anrücken. Wenn ungefähr ein Jahr später alles fertig ist, sollen die vierzig Zwei-Raum und acht Drei-Raum-Wohnungen zur Hälfte barrierefrei und zur anderen Hälfte barrierearm sein. Entsprechend hat die Wohnungsgesellschaft Fördermittel beantragt. Einen Bescheid hat man noch nicht. Doch das Projekt ist dem Unternehmen so wichtig, dass so oder gebaut wird.

Eigentlich wird alles erneuert, vom Dach mal abgesehen. Dieser Aufwand ist schon allein wegen der Grundrissänderungen erforderlich. Die Aufzüge, gefertigt aus Stahlbeton-Fertigteilen, platziert man vor der Eingangsfassade direkt neben den Treppenhäusern der Hausnummern 4 und 6. Haltestellen werden im Keller und den vier Etagen eingerichtet. Die Wohnungen sind dann jeweils über neu zu schaffende, innenliegende Verteilergänge zu erreichen, die breit genug sind, dass beispielsweise zwei Rollstuhlfahrer aneinander vorbei passen. In den Wohnungen selbst wird ein Teil der Bäder vergrößert. Die Heizungen werden ebenso komplett erneuert wie alle Bodenbeläge, Türen und Fenster sowie die Badausstattungen. Wo die Elektroleitungen noch aus der Erbauerzeit stammen, wird es neue geben. Man setzt in den Bädern bei der Ausstattung auf bodengleiche Duschen und Handtuchheizkörper. Im Erdgeschoss sowie auf der Süd- und der Westseite werden die Fenster mit Rollläden ausgestattet, bei den bodentiefen großen Fenstern sogar mit elektrischem Antrieb. Und jede Wohnung wird einen Balkon erhalten. Neue Farbe für die Treppenhäuser versteht sich bei dieser Baumaßnahme von selbst. Und auch die Außenfassade wird neu gestaltet. Mit einer entsprechenden Farbgebung will man den neuen Aufzügen zudem optisch ihre Strenge nehmen.

Man kann sich vormerken lassen

Der Umbau zielt ganz klar auf Mieter, die seniorengerecht wohnen wollen. Deshalb sind von vornherein Rollatorenboxen im Keller geplant, der ja per Aufzug bequem erreichbar ist. Und dann ist man ein bisschen gespannt auf die Vermarktung. Es gibt zwar schon etliche Interessenten, aber wie das so ist bei solchen Listen: Da springt der eine oder andere ab, überlegt es sich anders. Wer sich das Leben in der Petersstraße 2-8 nach dem Umbau vorstellen kann, kann sich bei der Wohnungsgesellschaft für eine Wohnung vormerken lassen. Gut möglich, dass das Projekt zur Blaupause für weitere Umbauten in diesem Stil wird. Denn die WH hat derzeit nach Angaben von Steffen Markgraf rund 8 000 Wohnungen, von denen in etwa 7 000 bewohnt sind.