merken

„Mit Dresden ist es am günstigsten“

Der Abwasserverband „Wilde Sau“ stellt sich neu auf. Bereits im Dezember 2014 wurden dafür die Weichen gestellt. Die SZ sprach mit dem neuen Verbands-Chef Andreas Clausnitzer über die Pläne. Herr Clausnitzer,...

Der Abwasserverband „Wilde Sau“ stellt sich neu auf. Bereits im Dezember 2014 wurden dafür die Weichen gestellt. Die SZ sprach mit dem neuen Verbands-Chef Andreas Clausnitzer über die Pläne.

Anzeige
Das etwas andere Selfie von der Familie  

Auf in die kunterbunte Welt der Illusionen

Herr Clausnitzer, wenn man die Betriebsführung überträgt und ab 2018 die Kläranlage außer Betrieb nimmt – macht man sich da nicht zu sehr von Dritten abhängig?

Wir schaffen damit vergleichbare Bedingungen, womit z. B. Tharandt, Freital und Heidenau schon lange ihr Erfahrungen haben. Sie leiten ihr Abwasser auch nach Dresden. In Dresden wiederum ist die Abwasserentsorgung wegen der hohen Siedlungsdichte insgesamt nicht so teuer wie bei uns. Was aber nicht heißt, dass die Wilsdruffer zukünftig die Dresdner Preise zahlen müssen. Für unser Verbandsgebiet wird es nach wie vor eine separate Kalkulation geben.

Aber wo ist konkret der Vorteil einer Überleitung nach Dresden?

Durch die Überleitung der Abwässer werden zukünftig die Gebührenbelastungen für die Haushalte 50 Cent pro Kubikmeter niedriger sein, als wenn wir die eigene Kläranlage nochmals erweitern und modernisieren. Das hat ein Variantenvergleich ergeben. Dabei haben wir insgesamt vier Varianten untersucht. Den Bau einer Überleitung in Eigenregie und vergleichsweise unter Regie der Stadtentwässerung Dresden sowie die Erweiterung der Kläranlage auf 30 000 sowie auf 35 000 Einwohnergleichwerte. Der Bau einer Überleitung ist am günstigsten. Hinzu kommt, dass wir damit rechnen können, dass höhere Umweltauflagen noch mehr Kosten verursachen werden, die letztlich der Gebührenzahler mittragen muss.

Wie meinen Sie das?

Das gereinigte Abwasser leiten wir in die Wilde Sau ein, die ab der Gemarkung Klipphausen ein Gewässer erster Ordnung ist. Das hat unweigerlich zur Folge, dass dafür in Zukunft noch strengere Grenzwerte für bestimmte Stoffe gelten und damit die Kosten für den Reinigungsaufwand weiter steigen werden. Dann müsste man nachrüsten, was wir heute aber noch nicht einkalkulieren können. Leiten wir das Abwasser nach Dresden, sind wir diese Sorge los.

Welchen Zeitplan hat jetzt der AZV?

Erste Vorplanungen wurden Mitte Dezember bei der Unteren Wasserbehörde eingereicht. Für dieses Jahr ist die Ausschreibung und Vergabe der Genehmigungsplanung geplant, 2016 soll Baubeginn sein. Wir rechnen mit zwei Jahren Bauzeit. (hey)

Sachsen wählt: Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Sie wissen noch nicht, wen Sie wählen? Der Wahl-O-Mat für Sachsen hilft Ihnen bei der Entscheidung! Alle Berichte, Hintergründe und aktuellen News zur Landtagswahl finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen.