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Modellboote rasen über die Neiße

Einen kleinen Vorgeschmack auf die WM im August soll es am 1. Mai im Uferpark geben. Sogar Indianer werden erwartet.

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© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Daniela Pfeiffer

Das laute Geschnatter der Enten wird am 1. Mai wohl keine Chance haben. Wo sie derzeit in vollen Zügen den Frühling genießen, werden in fünf Wochen Modellboote die Neiße lang fahren – manche gemütlich und still, andere rasant und lautstark.

Helge Hanfeld, der für den Weltverband für Schiffsmodellbau und Schiffmodellsport Naviga die Modellboot-WM in Hagenwerder organisiert, will am 1. Mai schon mal neugierig machen. Mit einem Schaufahren, das den Görlitzern zeigen soll, wie schön Modellboote aussehen und was sie alles leisten können. So sollen in einer ersten Runde, ab 10 Uhr, die Rennboote zu Wasser gelassen werden und die Zuschauer ordentlich beeindrucken. „Das sind die Boote, die in den ersten beiden Augustwochen bei uns auch um die WM kämpfen“, sagt Helge Hanfeld. In dieser Klasse kommen schon am 1. Mai mit Weltmeister Ronny Riedel aus Grimma und Vizeweltmeister Sören Krätzschmar aus Dresden zwei namhafte Vertreter dieses Sports an die Neiße.

Zusammen mit zwei, drei weiteren Kapitänen werden sie den Zuschauern an den Ufern ordentlich Action bieten, verspricht Helge Hanfeld. Dass tatsächlich von beiden Seiten des Flusses aus zugeschaut wird, hofft er sehr. Offiziell begrüße die polnische Seite das Vorhaben – auch kann die Neiße in voller Breite genutzt werden. Doch ob das Interesse bei der Zgorzelecer Bevölkerung da ist, werde sich noch zeigen müssen. Hanfeld jedenfalls verspricht für den Mittag des 1. Mai dann wahre Augenweiden im Wasser. Dann nämlich stechen die originalgetreuen Nachbauten von Kriegsschiffen, Feuerlöschbooten oder Seerettungsschiffen in See und werden auch ein Manöver nachstellen – alles ferngesteuert durch ihre Besitzer vom Ufer aus.

Damit übrigens kein Boot verloren geht – obwohl die Gefahr wegen geringer Strömung niedrig ist – wird auch jemand im Ruderboot die Sache überwachen und gegebenenfalls abgetriebene Boote zurückholen. Zusätzlich soll in Höhe Altstadtbrücke noch ein Seil als Sperrung dienen.

Spektakulär soll der Tag übrigens auch enden: Mit falschen Indianern in echten Indianerbooten. Die hat Helge Hanfeld im Emsland ausfindig gemacht und hofft, dass ihr Auftritt klappt. Wer Lust hat, kann am 1. Mai mit seinem eigenen Modellboot kommen und mitmischen. Und schon einen Tag nach dem Spektakel haben die Enten dann auch den Fluss wieder für sich.