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Möbelmarkt in Kleinpraga schließt

Inhaber Roman Jelden gibt sein Geschäft zum Jahresende auf. Auch in seiner Heimatstadt am Rhein gehen die Lichter aus.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Die Ausstellungsräume sind gut gefüllt: Polstermöbel, Schlafzimmer, Küchen – alles, was zum Einrichten gehört, ist auf 2 300 Quadratmetern zu finden. Doch die Entscheidung steht fest: Zum Jahresende schließt Westfalia Möbel Jelden in Kleinpraga. Der kleine Ort bei Göda gleich neben der Landstraße zwischen Bautzen und Bischofswerda ist vor allem durch das Einrichtungshaus, das sich neben dem mexikanischen Restaurant „El Dorado“ in dem sanierten Vierseitenhof befindet, bekannt. Gelbe Werbeschilder machen die Vorbeifahrenden auf das Geschäft aufmerksam, nun weisen sie auf den Räumungsverkauf hin. Es werde aber nicht nur das verkauft, was in den Ausstellungsräumen steht. „Die Kunden können noch ganz normal bestellen“, sagt Inhaber Roman Jelden. Aus gesundheitlichen Gründen habe er sich schweren Herzens zur Schließung entschlossen, sagt der 51-Jährige.

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Damit geht quasi eine Ära zu Ende. Denn Möbel Jelden gehörte 1990 zu den ersten neuen Geschäften, die sich nach der Wende in Bautzen ansiedelten. Roman Jeldens Vater Ludwig eröffnete damals sein Einrichtungshaus an der Dresdener Straße in einer ehemaligen Werkstatt, da wo heute das Outlet Maried & Manson Markenmode verkauft. Jelden führte damals bereits seit Längerem ein Möbelhaus in Worms.

Volles SDortiment auf kleinem Raum

Da sich nach der Wende eine Städtepartnerschaft zwischen Worms und Bautzen anbahnte, weitete er seine Geschäftstätigkeit vom Rhein an die Spree aus. „Wir hatten das volle Sortiment auf sehr kleinem Raum“, blickt Roman Jelden, der 1994 ins väterliche Geschäft einstieg, auf die Anfänge in Bautzen zurück. Neben dem Einrichtungshaus an der Dresdener Straße gab es seit 1993 auch ein kleines Küchenstudio in der Tuchmacherstraße. 1994 fand Jelden dann in dem sanierten Vierseitenhof in Kleinpraga bessere Bedingungen. Das Küchenstudio wurde zunächst an der Dresdener Straße weiter betrieben und 2004 schließlich in Kleinpraga integriert. Weitere Standorte kamen nicht dazu, „es sollte immer eine familiäre Größe bleiben“, sagt Roman Jelden. Dies nun aufzugeben, sei ihm wirklich nicht leichtgefallen, sagt er. „Da hängt ja viel Herzblut dran.“ Aber er müsse an seine Gesundheit denken, sein Vater sei ihm da ein mahnendes Beispiel. Ein Schlaganfall hatte ihn vor zehn Jahren von heute auf morgen aus der Bahn geworfen. Er konnte sich davon nie mehr richtig erholen und starb vor fünf Jahren.

Geschichte des Familienunternehmens endet

Roman Jelden gibt nun nicht nur seinen Standort in Kleinpraga auf, er trennt sich auch von seinem Möbelhaus in Worms. Damit endet die Geschichte des Familienunternehmens. „Meine Kinder sind mit 17 und 19 noch zu jung, um es weiterzuführen“, sagt Jelden. In Worms sucht er selbst nach einem neuen Nutzer für die Immobilie. Die Räume in Kleinpraga hat er nur gemietet. „Wir bedauern es natürlich sehr, dass ein großer und zuverlässiger Mieter kündigt“, sagt Kathrin Cuomo-Sachsse. Ihre Eltern hatten den Hof in Kleinpraga Anfang der 1990er-Jahre saniert. Die Mutter ihres Vaters stammte von dort. Auch im Kubschützer Ortsteil Canitz-Christina vermietet die heute in der Schweiz lebende Familie auf einem sanierten Vierseithof Wohnungen und Gewerbeflächen.

Für Kleinpraga hofft Kathrin Cuomo-Sachsse einen guten Nachmieter zu finden, am liebsten wäre ihr wieder ein Einrichtungshaus. Die drei miteinander verbundenen Gebäude seien ja dafür hergerichtet. So lassen die verglasten früheren Stalltore viel Licht herein, um Möbel gut präsentieren zu können. Auch Sonja Hiecke, die seit Anfang an das Westfalia-Einrichtungshaus mit jetzt noch zehn Mitarbeitern leitet, würde sich über eine Fortführung als Möbelgeschäft freuen. Vorstellbar sei aber auch, sagt Kathrin Cuomo-Sachsse, dass sich mehrere Mieter, die zueinander passen, die Fläche teilen. Über den Verkaufsräumen gibt es auch eine Wohnung.