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Motorbootclub in Heidelberg trauert um verunglückten Piloten

Der 16-jährige Marco Braun, der am Sonntag mit seinem Katamaran verunglückt ist, war der beste Fahrerin seinem Verein.

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Von Peggy Zill

Der Motorboot Club (MBC) Heidelberg trauert um sein Jugendmitglied Marco Braun. Der 16-Jährige ist am Sonntag beim ADAC-Motorboot-Cup auf der Talsperre Kriebstein mit seinem Katamaran tödlich verunglückt. Am Wendebogen drehte sich das Rennboot entgegen der Fahrtrichtung und kollidierte mit dem Boot eines 43-Jährigen. Ob es sich um einen Fahrfehler handelt oder ein technischer Defekt der Auslöser war, müssen die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei und der Landespolizeidirektion Zentrale Dienste ergeben. Mit einem Ergebnis ist wahrscheinlich frühstens in einigen Wochen zu rechnen. „Zunächst müssen Gutachter die zwei Boote anschauen, ob die Ausrüstung in Ordnung war“, erklärt Joachim Schönfelder, Polizeiführer vom Dienst, der am Sonntag mit vor Ort war. Sobald die Gutachten da sind, kann es die ersten Vernehmungen geben. Warum der Katamaran sich gedreht hat, sei im Moment noch völlig unklar.

Er war ein erfahrener Fahrer

Einen Fahrfehler schließt Beate Kriegisch-Schüle, Jugendleiterin beim MBC, aus. „Er war wirklich unser bester Fahrer.“ Marco fahre seit seinem 8.Lebensjahr Schlauchboot und seit diesem Jahr Katamaran. Im Schlauchboot-Slalom sei er mehrfacher Club-, Landes-, Europa- und sogar Weltmeister gewesen. „Wir sind alle geschockt und können es uns nicht erklären“, sagt die Jugendleiterin. Sie selbst war nicht vor Ort, vermutet aber eine Verknüpfung von tragischen Umständen, die zu dem Unfall führten. Das Rennboot sei neu gewesen, der ADAC habe vor dem Wettbewerb alles überprüft und die beiden Fahrer seien gut auf das Rennen vorbereitet gewesen.

Auf der Internetseite des Vereins schreibt der Schriftführer Manuel Wagner: „Du warst ein Teil unseres Vereinslebens, der uns nun fehlen wird.“ Auch Mitglieder befreundeter Motorboot-Vereine trauern öffentlich im Gästebuch der Internetseite. Sie beschreiben Marco als guten Bootsfahrer. Dieses Hobby sei sein Ein und Alles gewesen. „Er fuhr immer besonnen und umsichtig. Über die vielen Jahre, die er bei mir in der Jugendgruppe war, ist er zu einem jungen Mann gereift, der auch das Vorbild für die jungen Fahrer war“, schreibt Beate Kriegisch-Schüle, deren Sohn selbst Schlauchboot fährt. Ein junger Mann, der den Unfall beobachtet hat, beschreibt: „Es herrschte eine bedrückende Stille unter uns Zuschauern und wir wussten, dass etwas Schreckliches passiert ist. Die Entscheidung, das Rennen abzubrechen ist vollkommen in Ordnung!“

Mehr über Schutz nachdenken

Auch Michael Wadewitz hat das Unglück beobachtet. „Es ist eine absolute Frechheit von den Leuten, die nach Abbruch des Rennens ihr Eintrittsgeld zurückverlangt haben“, so der Waldheimer. Und dann noch eine Schifffahrt auf der Talsperre, wo der junge Mann gestorben ist, zu machen, sei geschmacklos. Stattdessen solle das Geld für die Angehörigen gespendet werden. „Die Mehrheit der Zuschauer ist allerdings nach Hause gegangen, ohne Geld zu verlangen“, so Wadewitz. Er hofft, dass nun mehr über die Sicherheit der Rennfahrer nachgedacht wird. Ausgerüstet sind die Piloten nur mit einem Helm, einem Rennanzug und einem Nackenschutz. Die Boote selbst bestehen aus Bootssperrholz und glasfaserverstärktem Kunststoff.