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Mühlenbauer schafft ein Riesen-Rad

Mühlenbauer Gottfried Schumann arbeitet an seinem bisher größten Projekt. Es hat einen Durchmesser von fast zehn Metern.

Von Heike Hubricht

Der Muldaer Mühlenbauer Gottfried Schumann und die Superlative: Sein bisher kleinstes (Modell-Wasserrad misst gerade mal 80 Zentimeter Durchmesser - und befindet sich im Depot des Chemnitzer Schlossbergmuseums. Sein vorerst größtes Wasserrad wird einmal über zwölfmal so groß sein - und liegt schon teilweise unter der Überdachung im Firmengelände an der Saydaer Straße.

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Der Mega-Rotor soll sich künftig in der Saline im Bad Nauheimer Ortsteil Schwalheim an der Wetter bei Frankfurt am Main drehen.

Der erste der beiden Reifenkränze ist schon fertig, der zweite fast. Damit die Räder nicht nass werden, hat Schumann extra das Dach verlängert. Zusätzlich schützt er die glatt gehobelten Teile mit einer Folie. Seit anderthalb Monaten arbeitet der Mühlenbauer an dem Riesen-Rad. Vier Paletten mit Eichen- und Lärchenholz wird er insgesamt verarbeiten: 88 Schaufeln, 88 Riegel und 96 Kranzteile gehören zum Wasserrad, das mit Welle einmal 20 Tonnen schwer sein wird.

Das vorherige Wasserrad der Saline in Bad Nauheim war laut Klaus Schmidt vom Magistrat der Stadt altersschwach und ist bereits 2012 demontiert worden. „Bundesweit gibt es nur noch eine Handvoll Mühlenbauer. Aufgrund von Empfehlungen entschieden wir uns für Gottfried Schumann“, sagt Schmidt. Der Muldaer hatte zuvor bereits ein ähnliches Rad im Bad Kreuznacher Salinental nachgebaut.

Ende April/Anfang Mai soll das neue Wasserrad im hessischen Bad Nauheim eingesetzt werden. Zuvor wird Mühlenbauer Schumann sein Werk in maximal drei bis vier Meter große Teile zerlegen. Ein Schwerlasttransporter hievt die Teile dann mit dem aufgesetzten Kran auf seine Ladefläche und kutschiert die Puzzleteile ins 430 Kilometer entfernte Bad Nauheim. Für das Riesen-Rad verlangt er einen Betrag im oberen fünfstelligen Bereich, sagt Schumann.

Übrigens rotiert das zweitgrößte Rad des Muldaer Mühlenbauers im Bergbaumuseum Straßberg im Harz - Durchmesser 9,52 Meter. Mehr als 50 Anlagen hat das seit 1878 bestehende Familienunternehmen, das derzeit fünf Mitarbeiter zählt, in den vergangenen 20 Jahren gebaut. 2013 investierte Schumann in neue Maschinen, beispielsweise eine elektrische Zimmerei-Kettensäge. (FP)