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Multitalent für Appetitliches und Ferien 

Wir stellen Macher vor. Heute: die Hoyerswerdaer Kräuter- und Teeexpertin, Stadtführerin, Ferienlagerbetreuerin und Chor-Sängerin Beate Möller.

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Beate Möller ist Tee- und Kräuterexpertin. Im Hoyerswerdaer Tee- und Kräuterladen der 54-Jährigen ist auch der selbst kreierte Früchtetee „Sorbischer Beerengarten“ erhältlich.
Beate Möller ist Tee- und Kräuterexpertin. Im Hoyerswerdaer Tee- und Kräuterladen der 54-Jährigen ist auch der selbst kreierte Früchtetee „Sorbischer Beerengarten“ erhältlich. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Es duftet nach frischen Kräutern und Pflanzen. Am Fuße der historischen Postmeilensäule auf dem Hoyerswerdaer Marktplatz steht ein großer Weidenkorb, gefüllt mit frisch gesammeltem Löwenzahn, Schöllkraut, Holunder, Vogelmiere, Taubnessel, Gundermann-Kraut ... Beate Möller ist für diese Ernte sehr früh aufgestanden. Denn Gewächse wie diese sammeln Kräuterexperten am liebsten taufrisch, weil sie sich so am besten verarbeiten lassen und alle wichtigen Wirkstoffe weitestgehend erhalten bleiben.

Dafür war die 54-Jährige am alten Elsterarm unweit des Gondelteichs unterwegs, der von Naturliebhabern auch gern als „Neustädter Dschungel“ bezeichnet wird, ob seines urwüchsigen und idyllisch angehauchten Flairs, das Ortsunkundige inmitten der Stadt zwischen Lausitzbad und Zentrum kaum vermuten würden.

Die gelernte Chemiefacharbeiterin hat bereits vor mehreren Jahren das Geschäft ihres Vaters in der Mittelstraße 5 übernommen und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Kräuter- und Teekunde.

Seit einiger Zeit ist Beate Möller auch Dozentin an der Volkshochschule, hat sich zur Stadtführerin qualifiziert, ist auf Anfrage Projektleiterin in Schulen und anderen Einrichtungen, gibt kulinarische Kurse über die Zubereitung und Verarbeitung von Tee und Kräutern und bietet auf Wunsch Kräuterwanderungen in der Region an. Bei all dem Engagement lernte Beate Möller nicht nur viel über sich selbst, sondern auch über ihre Heimatstadt.

Bei einem Unternehmerstammtisch traf die 54-Jährige auf die Geschäftsführerin der Lausitzer Ölmühle, Regine Jorga. Die beiden engagierten Frauen kamen anlässlich des diesjährigen 95. Mühlengeburtstages ins Gespräch. Kurze Zeit später war das erste Gemeinschaftsprodukt auf dem Markt: eine Backmischung für Lausitzer Leinknäckebrot. Das hat eine nussige Note, verfeinert mit einer (geheimen) Kräutersalzmischung von Beate Möller, und komme bei der Kundschaft sehr gut an.

Ihrer Meinung nach müsste es viel mehr dieser Netzwerke geben. Werde doch damit die regionale Wirtschaft weiter angekurbelt und damit positiv beeinflusst. „Einheimische Produkte schmecken nicht nur lecker, sondern sind immer eine gute Wahl. Nicht nur die hiesigen Unternehmer und die Wirtschaftskraft werden damit gestärkt. Regionale Produkte schaffen Heimatverbundenheit, Sicherheit und sinnvolle Nachhaltigkeit, auf die sich weiter aufbauen lässt, um die Entwicklung von Hoyerswerda voranzutreiben“, ist sich Beate Möller sicher, die so ganz nebenbei auch noch Mitglied im Kammerchor ist. Denn freiwilliges Engagement in Vereinen und Institutionen sei, so Beate Möller, genauso wichtig und ein Teil vom großen Ganzen, damit sich Menschen hier wohl fühlen und vor allen Dingen auch gern in der Heimat bleiben. Würden doch Aktivitäten wie diese das Stadtbild lebendig(er) machen und ihren Einwohnern, neben einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung vor allem auch Senioren das gute Gefühl des Gebrauchtwerdens geben. Deshalb unterstützt Beate Möller auch gern den Verein IG Kinderferien. Seit mehreren Jahren betreut sie mit anderen engagierten Mitgliedern Kindergruppen, die ihre Ferienzeit gemeinsam im Urlaub verbringen möchten. „Ich brauche keinen Urlaub, bei dem ich nur am Strand liege. Ich bin lieber selbst aktiv und helfe auch gern in meiner Freizeit. Das ist ein sehr schönes Gefühl, das für mich sehr viel mehr wert ist.“