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Munterer Seniorentreff

Im Verein „Jahresringe“ wandern ältere Menschen, bilden sich weiter oder genießen einfach die Gesellschaft der anderen.

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Von Benjamin Grau

Über Nacht verlor Gerth Wirthgen seinen Arbeitsplatz und musste in den Vorruhestand gehen. „Ich habe Depressionen bekommen, weil ich nicht mehr gebraucht wurde“, erzählt der heute 76-Jährige. Vielen Angestellten erging es nach der Wiedervereinigung so.

Deshalb gründeten die jungen Alten im Dezember 1991 die Jahresringe, den Verband für Vorruhestand und aktives Alter. „Wir wollen uns körperlich und geistig betätigen“, sagt der Vorsitzende Hubert Watzke. Bald unterstützte die Stadt den Verein und stellte Räume in der Ehrlichstraße 3 zur Verfügung. Alles organisieren die 290 Mitglieder ehrenamtlich. Fast alle Ausflüge werden von den jährlich 23 Euro Mitgliedsbeitrag finanziert.

Die „Jahresringe“ haben ganz verschiedene Interessen. Insgesamt gibt es 14 unterschiedliche Gruppen. Beispiele sind die Wanderfreunde oder die Alleinstehenden. Bis zu drei Wanderungen organisieren sie wöchentlich. Die Touren dauern zwischen zweieinhalb bis sechs Stunden, damit jeder teilnehmen kann, egal wie sportlich er ist.

Bei der Gruppe der Alleinstehenden hingegen stehen die sozialen Kontakte im Vordergrund. „Wir helfen uns, gehen gemeinsam zur Kur oder fahren in den Urlaub“, sagt die 76-jährige Marianne Piasek. Über 20 Alleinstehende treffen sich regelmäßig in der Ehrlichstraße 3, um nicht zu vereinsamen.

Doch auch geistig wollen viele etwas leisten. „Die Akademiker können es nicht lassen“, sagt Waltraud Böhme. Regelmäßig treffen sie sich deshalb zum Philosophier-Café und diskutieren aktuelle Themen wie Atomkraft oder Demokratie, aber auch klassische philosophische Theorien von Immanuel Kant.

Treff: Jeden Freitag 9–11.30 Uhr bei KISS (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen ) in der Ehrlichstraße 3.