SZ +
Merken

Musiker freuen sich auf Görlitz

Bachwoche. Rund um den Oktoberanfang kommt in Görlitz und Umgebung mehr als nur Bach zu Gehör.

Teilen
Folgen

Von Ines Eifler

In der Peterskirche wird georgelt, mal mit Pauken und Trompeten, mal im Duett mit schönstem Soprangesang. In der Krypta gedenkt man Jakob Böhme und seinem Gönner Martin Moller, mit einem Vortrag, mit der szenischen Lesung des „Grünen Jacob“ von Dieter Liebig, dazu spielt kirchlicher Jazz oder Flötenmusik der Renaissance. Die Kreuzkirche in der Südstadt ist der dritte Görlitzer Ort der Bachwoche. Hier findet sie ihren großartigen Abschluss mit dem Bachchor, vier Gesangssolisten und der Niederschlesischen Philharmonie Jelenia Góra.

Gespielt wird in vier Orten

Weil aber nicht nur die Görlitzer Hochschule für Kirchenmusik, sondern auch die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz Veranstalter ist, reisen die Musiker durch die Region. Einmal nach Schleife, einmal nach Rietschen, einmal zum Schloss Krobnitz. „Es ist uns sehr wichtig, dass wir uns bis an den Rand des Görlitzer Kirchensprengels bewegen“, sagt Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger. Außerdem ist es das erste Mal, dass ein polnisches Orchester beteiligt ist, und auch eine polnische Kirche – die Basilika von Krzeszów im Hirschberger Tal – ist als Konzertort der Bachwoche ein Novum. Gleich für den Auftakt am Abend des 29. September verspricht Seeliger ein großartiges Konzert. „Acht Trompeter aus der ganzen Welt sind da, die mich schon lange vorher gefragt haben, wann sie denn endlich wieder mal in der Peterskirche spielen können“, erzählt der Rektor der Kirchenmusikhochschule.

Mit der ganzen Welt meint er Frankreich, England, Ungarn, die Niederlande, Japan und natürlich auch Deutschland. Der Zwickauer Kirchenmusikdirektor Matthias Eisenberg spielt die Orgel zu dieser „Musik an Königshöfen“.

Matthias Grünert, der Kantor der Dresdner Frauenkirche, ist am Tag darauf Gastorganist an der Sonnenorgel, die ihre erste Bachwoche in komplett saniertem Zustand erlebt.

Ein Schweizer Ensemble mit Andreas Marti am Cembalo wird in Krobnitz Kammermusik spielen. - „Einer der Höhepunkte der fünf musikalischen Tage“, nennt Seeliger dieses Konzert.

Auch wenn die Bachwoche ihrem Titel treu bleibt, es ist nicht nur Musik von Johann Sebastian Bach zu hören. Beim Festgottesdienst am Sonntagmorgen in Schleife singt der Projektchor der Hochschule für Kirchenmusik eine von Bachs Kantaten. Und aus der Reihe der Werke von Mendelssohn und Rheinberger, Langlais, Fauré und Händel ist Bach keinesfalls wegzudenken.

Weil wir uns aber noch im Jahr des 250. Geburtstages von Mozart befinden, hat der Bachchor für das Konzert in Krzeszów und den Abschluss am 3. Oktober in der Kreuzkirche die Messe in c-Moll des großen Salzburgers einstudiert. Eigentlich hatte sie Mozart nicht vollendet, doch seine Frau hob sie auf und Robert D. Levin komponierte sie fertig. Erst ein halbes Jahrhundert nach Mozarts Tod wurde sie uraufgeführt. Seeliger sagt, eine „echte Herausforderung“ sei diese Messe für den Bachchor, in dem Laien und Halbprofessionelle aus Görlitz und der Lausitz sowie natürlich alle Studenten der Hochschule für Kirchenmusik mitsingen.

Eröffnung: Freitag, 29. September, 19.30 Uhr, Peterskirche; genaues Programm: www.kkvsol.net/aktuell/nachrichten/Bachwoche2006.pdf

Kartenvorverkauf: Görlitz-Info, i-vent, Hochschule für KiMu, Schloss Krobnitz