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Neu und schön

Das Kinderhaus in der alten Fabrikantenvilla ist drei Jahre saniert worden. 400 000 Euro sind dabei in das Projekt geflossen. Den Kindern gefällt es.

Von Holger Gutte

Alexia und Selina freuen sich. „Bei uns ist es richtig schön im Kindergarten“, sagen sie. Die beiden vierjährigen Mädchen kommen gern ins Johanniter Kinderhaus „Benjamin“ in Großschönau. „Ich freue mich auf meine Freundinnen und die schönen Spiele, die wir hier machen“, sagt Alexia. Zusammen hört sie mit Selina und den anderen Kindern gar nicht auf zu erzählen, was ihnen alles Spaß macht. Gestern haben sie mit ihren Betreuerinnen einen ganz besonderen Grund zum Feiern gehabt.

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Nach reichlich dreijähriger Sanierungszeit besitzt die Einrichtung jetzt eine schöne farbenfreundliche Fassade, neue Fenster und ein neues Dach. Um den daran Beteiligten zu danken, haben die Johanniter-Unfall-Hilfe als Betreiber und die Gemeinde Großschönau als Eigentümer des Hauses zu einer Feierstunde eingeladen. Roswitha Pflug, Sachgebietsleiterin für Kindertagesstätten bei den Johannitern, erinnerte in ihrer Begrüßungsrede an die lange Vorlaufzeit, die nötig gewesen ist, um das Projekt in Angriff nehmen zu können. Sogar für den Hort, dem ehemaligen Sorgenkind der Einrichtung, ist jetzt eine optimale Lösung gefunden worden. Im einstigen Wintergarten der Fabrikantenvilla ist es im Winter immer kalt gewesen. Bei nur 13 Grad Celsius Zimmertemperatur war der Raum in dieser Zeit nicht nutzbar, schildert sie. Jetzt gehört das Zimmer zu den Schmuckstücken der Einrichtung. Die Decke und der Fußboden sind gedämmt worden. Die Stuckdecke wird mit schönen bunten Lampen nun noch mehr hervorgehoben, und die Wände erstrahlen in freundlichen Farben. Mit der separaten Eingangstür zum Hort besitzt die Kindertagesstätte nun auch einen behindertengerechten Zugang.

Roswitha Pflug und Bürgermeister Frank Peuker (SPD) bedanken sich bei den Baufirmen und dem Kinderhaus, dass in den drei Jahren alles so reibungslos abgelaufen ist. „Bei laufenden Betrieb eines Kinderhauses zu bauen, ist sicher nicht einfach“, sagt sie. Zeitweise sind Zimmer nicht nutzbar gewesen. Aber trotzdem habe man sich gut arrangieren können und auch die Schlafzeiten für die Kinder eingehalten. Immerhin werden im „Benjamin“ insgesamt 80 Mädchen und Jungen je nach Alter in Kinderkippe, Kindergarten und Hort betreut.

Etwa 400 000 Euro sind in das Kinderhaus investiert worden. Den Hauptanteil hat die Gemeinde getragen, aber auch Bund, Land, Landkreis und Johanniter haben sich an der Finanzierung des Projektes beteiligt. „Es ist eine Herausforderung gewesen. Schließlich ist das Gebäude als Fabrikantenvilla und nicht als Kinderhaus gebaut worden“, sagt Bürgermeister Frank Peuker. Bedingt durch die vielen Einzelmaßnahmen sind hier in den drei Jahren über 15 Firmen im Einsatz gewesen. „Das macht eine Altbausanierung nicht einfacher. Aber entscheidend ist das Ergebnis“, ergänzt er. Im Gemeinderat steht das Thema Kita und Schulen an erster Stelle. Bewusst seien seit vielen Jahren die Elternbeiträge nicht mehr erhöht worden.

Und die Kinder bedankten sich gestern auf ihre Art sicherlich auch dafür mit einem kleinen Programm. Ihr Lied „Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zu uns Kindern geh’n“ konnte bei ihnen gestern nicht treffender vorgetragen werden.

Das schöne Wetter ausnutzend, haben die Kinder nachher gleich die zum Teil neuen Gartenbereiche gestürmt. Alexia und Selina zieht es dabei auch oft zu den Haustieren des Kinderhauses. „Wir streicheln und füttern sie gern“, erzählen sie. Der Kaninchenstall ist gerade selber ein Kindergarten. Erst zwei Wochen sind die drei jungen Kaninchen alt. Und auch die Meerschweinchen im „Benjamin“ haben schon Nachwuchs gehabt. Für die Tiere gibt es im Garten sogar ein kleines Freilaufgehege.

Abgetrennt in einzelne Bereiche bietet der Garten viele Möglichkeiten für die Kinder. Eine Quelle sorgt im oberen Teil für einen Matschbereich, zeigt Kita-Leiterin Uta Erfurt. Neben den zum Teil neuen Spielgeräten und dem erst im Frühjahr gebauten Insektenhotel weist sie auf die herrliche Sitzecke für die Kinder im Freien hin. Im Schatten einer Rotbuche können sie dort im Sommer ihre Mahlzeiten einnehmen.