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Neue Chance fürs alte Pflegeheim

Bis 2015 wird der verfallene Komplex an der Löbtauer Straße saniert. Später dürfen dort nur ältere Menschen einziehen.

Von Linda Barthel

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Seit Jahrzehnten bietet das ehemalige Pflegeheim an der Löbtauer Straße 33 einen trostlosen Anblick. Mehrere Fensterscheiben des zu den Kulturdenkmälern der Stadt zählenden Hauses sind eingeschlagen, das Areal ist mit einem Bauzaun umschlossen. Dieser Zustand soll sich nun ändern. Denn die im schwäbischen Böblingen ansässige Ventar Immobilien AG saniert das frühere Heim und baut es zum Wohnhaus um. Daneben – in Richtung Kesselsdorfer Straße – wird außerdem ein neues Gebäude errichtet. Im Sommer kommenden Jahres soll der Bau beginnen.

Der Kauf: Investor hat das wachsende Potenzial der Friedrichstadt erkannt

Bereits vor knapp zweieinhalb Jahren kaufte Ventar-Chef Uwe Herrmann, der derzeit sieben Bauprojekte in Dresden hat, das Grundstück neben der Pflegeeinrichtung „Haus Löbtau“. Dieses war damals von der Stadt ausgeschrieben. „In der Vergangenheit wurde die Friedrichstadt etwas stiefmütterlich behandelt“, so Herrmann. Das habe sicher auch an der Jahrhundertflut 2002 gelegen, die den Stadtteil damals hart getroffen hatte. Damals zogen sich die Investoren – auch Herrmann – zurück. „Jetzt blüht die Friedrichstadt aber gerade auf. An allen Ecken und Enden wird gebaut“, so der 50-Jährige. Mit seinem 10,5-Millionen-Projekt steigt er jetzt auf den fahrenden Zug auf.

Der Bau: 54 altersgerechte Wohnungen auf insgesamt 3 500 Quadratmetern

In dem ehemaligen Pflegeheim und dem ergänzenden Neubau entstehen insgesamt 54 Eigentumswohnungen. „Dort, wo wir das neue Gebäude errichten, stand schon einmal etwas“, sagt Herrmann. „Vielleicht ist ein Teil des Hauses im Krieg zerstört worden.“ Die entstehenden Wohnungen seien mit ihren 50 bis 70 Quadratmetern relativ klein. „Es werden alles altengerechte Wohnungen, die wir auch nur an ältere Leute vergeben“, so Herrmann. Denn in der Friedrichstadt sei der Bedarf groß. Das bestätigt auch die im Stadtteilkatalog 2011 veröffentlichte Altersstruktur-Prognose. So soll sich der Anteil der Gruppe ab 65 bis 2025 auf von 15 auf 19 Prozent erhöhen.

Aufzüge, ebenerdige Duschen und breite Türen machen die Wohnungen später auch mit einem Rollstuhl oder Rollator problemlos nutzbar. Ein Zwangsentlüftungs-System erleichtert den alten Menschen außerdem den Alltag. Denn dieses regelt die Frischluftzufuhr automatisch.

Ein paar Abweichungen vom altersgerechten Konzept gibt es im Dachgeschoss. Dort entstehen zwei 5-Zimmer-Wohnungen mit jeweils 130 Quadratmetern. „Diese sind aber nur über eine Treppe erreichbar und würden sich zum Beispiel für eine WG eignen“, sagt Herrmann. Mit dem Verkauf der Wohnungen im alten Pflegeheim werde Anfang kommenden Jahres begonnen. Die Vermittlung der 29 Wohnungen im ergänzenden Neubau beginnt dagegen noch in diesem Monat. Rund 3 000 Euro müssen pro Quadratmeter gezahlt werden.

Im Sommer 2015 soll das Bauprojekt abgeschlossen sein. Noch ist allerdings unklar, in welchen Farben sich der Gebäudekomplex dann präsentieren wird. Denn die geplanten hellen Töne müssen erst noch vom Denkmalamt genehmigt werden. „Wenn das klappt, sieht das Gebäude später dem benachbarten Haus Löbtau ähnlich“, sagt Herrmann. Das Außengelände würde kaum verändert. Zur Löbtauer Straße hin wird das Areal bepflanzt. Hinter dem Komplex sind rund 13 Autostellplätze geplant. „Wir brauchen nicht so viele zu bauen, denn die meisten älteren Leute fahren kein Auto mehr“, so der Investor. Außerdem liege die Straßenbahnhaltestelle direkt vor der Haustür.

Der Plan: Neben dem Komplexwird ein weiterer Neubau entstehen

Mit der Sanierung des ehemaligen Pflegeheims schließt Herrmann sein Bauprojekt an der Löbtauer Straße jedoch nicht ab. Ein zweiter Neubau in Richtung Kesselsdorfer Straße ist bereits geplant. In diesem sollen weitere 25 altersgerechte Wohnungen entstehen. Mit dem Bau des Gebäudes wird jedoch erst begonnen, wenn der sanierte Pflegeheimkomplex fertig ist.